„Arbeitsstelle Gerechtigkeit und Frieden“
„Wir wollen uns neu aufstellen“

Lüdinghausen -

Seit Beginn der 1970er Jahre besteht die „Arbeitsstelle Gerechtigkeit und Frieden“ – mit bis heute anhaltendem Erfolg. Die Macher wünschen sich jedoch Verjüngung. Denn die zum Teil seit Jahrzehnten engagierten Mitstreiter sind zwangsläufig selbst in die Jahre gekommen.

Dienstag, 10.07.2018, 08:00 Uhr

Sie wollen die Arbeit der „Arbeitsstelle Gerechtigkeit und Frieden“ auf neue – jüngere – Beine stellen (v.l.): der Vorsitzende Konrad Kleyboldt, Thomas Nienhaus, Lisa Linder, Manfred Voskuhl und Karl-Heinz Kocar.
Sie wollen die Arbeit der „Arbeitsstelle Gerechtigkeit und Frieden“ auf neue – jüngere – Beine stellen (v.l.): der Vorsitzende Konrad Kleyboldt, Thomas Nienhaus, Lisa Linder, Manfred Voskuhl und Karl-Heinz Kocar. Foto: Peter Werth

Die „Arbeitsstelle Gerechtigkeit und Frieden“ ist alt geworden – und mit ihr ihre Mitglieder. Seit Beginn der 1970er Jahre haben sich ihre Mitglieder die Vermittlung von globalen Problemen und Zusammenhängen auf die Fahnen geschrieben. Seit fast vier Jahrzehnten ist Konrad Kleyboldt in dem rund 100 Mitglieder zählenden Kreis aktiv, viele Jahre davon als Vorsitzender. Unter christlichem, ökumenischem Aspekt gehe es um die sogenannte „Eine Welt“, um ökonomische und ökologische Fragen, so Kleyboldt.

Unter dem Dach der Arbeitsstelle, die seit 15 Jahren ihren Sitz in den „Friedensräumen“ in der Kleinen Münsterstraße hat, haben sich viel Gruppen zusammengefunden. Dazu zählen etwa der Arbeitskreis Indienhilfe St. Ludger, die Initiative für Kinder in Iringa – Tansania, LH global – Multi-Kulturfest, der Arbeitskreis Fair Handeln oder das Café international, erzählt Vorstandsmitglied Karl-Heinz Kocar.

Nicht zu vergessen sei der Arbeitskreis Asyl, ergänzt Kleyboldt. Der habe in den vergangenen Jahren ein reges Eigenleben entwickelt mit Dutzenden von ehrenamtlichen Helfern. Inzwischen ist die „Arbeitsstelle Gerechtigkeit und Frieden“ sogar zum Arbeitgeber geworden. Die hauptamtlichen Integrationskräfte des AK Asyl werden über diese Institution beschäftigt. „Der AK Asyl läuft absolut rund“, freut sich Kleyboldt.

Viele setzen inzwischen die Arbeitsstelle mit dem AK Asyl gleich. Wir sind aber viel mehr.

Konrad Kleyboldt

Aber genau diese Präsenz stelle Problem und Chance für die Arbeitsstelle zugleich dar. Kleyboldt beschreibt das so: „Viele setzen inzwischen die Arbeitsstelle mit dem AK Asyl gleich. Wir sind aber viel mehr.“ Darum wollen die Aktiven der Arbeitsstelle genau dieses „Viel mehr“ künftig wieder verstärkt in den Blick nehmen. Und: „Wir wollen uns neu aufstellen“, sagt der Vorsitzende, vor allem auch mit dem Augenmerk auf die Altersstruktur der Mitglieder.

„Wir sind offen für neue Ideen“, sagt dazu Lisa Linder, die sich seit vielen Jahren im AK Fair Handeln engagiert. Es sollten vor allem auch jüngere Menschen angesprochen werden, die bereit sind, sich für ein Projekt oder einen Arbeitskreis einzusetzen. Die ursprüngliche Idee der Arbeitsstelle stünde dafür offen – und die „Friedensräume“ seien dafür wie geschaffen. Zugleich weist sie dabei auf ein neues Vorhaben des AK Fair Handeln hin: „Wir unterstützen eine Aktion zur Schulspeisung im südostafrikanischen Staat Malawi.“

Der Verein „Arbeitsstelle Gerechtigkeit und Frieden“ werde den „Neuen“ ihren Freiraum zur Neugestaltung geben, verspricht Kleyboldt, der im kommenden Jahr in jedem Fall den Vorsitz abgeben will: „Der Verein und der Vorstand müssen verjüngt werden.“ Gezielt werde man auch kirchliche Gruppen und Einzelpersonen ansprechen.

Zum Thema

Wer Interesse an einer Mitarbeit in der „Arbeitsstelle Gerechtigkeit und Frieden“ hat, kann sich an Konrad Kleyboldt wenden: ' 0 25 91/71 06 oder per E-Mail an kkleyboldt@gmx.de.

...
Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5894229?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F
„Dann müssen wir aufwachen und etwas dagegen tun"
Interview: Ranga Yogeshwar zu Folgen des digitalen Wandels: „Dann müssen wir aufwachen und etwas dagegen tun"
Nachrichten-Ticker