Forum der Generationen zum Thema Ernährung
Popeyes Spinat ist passé

Lüdinghausen -

Beim Forum der Generationen, zu dem der Seniorenbeirat der Stadt Lüdinghausen jetzt in den Kapitelsaal eingeladen hatte, wurde mit so manchem Irrglauben im Hinblick auf die Ernährung aufgeräumt. Dabei ging es um Spinat, aber auch um den Kaffeekonsum und das tägliche Frühstücksei.

Donnerstag, 12.07.2018, 21:00 Uhr

Dr. Jenny Block referierte beim Forum der Generationen des Seniorenbeirats über den Altenbericht der Bundesregierung.
Dr. Jenny Block referierte beim Forum der Generationen des Seniorenbeirats über den Altenbericht der Bundesregierung. Foto: Inga Kasparek

„Der Seemann Popeye hat ausgedient“ – so lässt sich der erste Teil des Forums der Generationen, das jetzt im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen stattfand, zusammenfassen. Eingeladen dazu hatte der Seniorenbeirat der Stadt Lüdinghausen, dessen Vorsitzender Prof. Norbert Lütke Entrup, gefolgt von Bürgermeister Richard Borgmann, die einleitenden Grußworte sprach. Beide machten deutlich, wie produktiv die Zusammenarbeit zwischen dem Seniorenbeirat und der Stadtverwaltung einzuschätzen sei.

Das Thema Ernährung und welch großen Einfluss diese auf die Gesundheit eines jeden – in diesem speziellen Fall auf die der älteren Menschen – hat, war dann das Thema von Dr. Winfried Keuthage. Er führte die zahlreichen Forumsteilnehmer an die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse heran, die sich teilweise deutlich von früheren Meinungen unterscheiden. So kennen die meisten Menschen noch den Rat, möglichst oft Spinat zu essen, um so stark wird wie Popeye, der Seemann, zu werden. Die Annahme, dass das Gemüse extrem viel Eisen enthält, hielt sich in der Wissenschaft über mehr als zwei Jahrzehnte und war doch lediglich einem seinerzeitigen Mess- beziehungsweise Übertragungsfehler zuzuschreiben, wie Keuthage berichtete.

Kaffee und Frühstücksei

Zur großen Erleichterung der Zuhörer wurde die Verteufelung von zu viel Kaffee gleichfalls in das Reich der Märchen verwiesen. Und auch ein tägliches Frühstücksei wurde „offiziell“ für zulässig erklärt. Für besonders interessierte Zuhörer hatte der Mediziner eine ausführliche Broschüre in Sachen gesunde Ernährung mitgebracht. Neben der Möglichkeit, Fragen an den Referenten zu stellen, war eine Information besonders wichtig: Keuthage berichtete, dass die Krankenkassen bis zu fünfmal jährlich eine fundierte Ernährungsberatung zum überwiegenden Teil bezahlen, sofern sie von entsprechenden Fachleuten durchgeführt wird.

Dr. Jenny Block sprach dann nach der Pause ein gänzlich anderes Thema an. Sie stellte Ergebnisse des siebten Altenberichts der Bundesregierung vor, in dem es schwerpunktmäßig um die Seniorenpolitik in den Kommunen geht. In Zukunft sollen tragfähige Gemeinschaften die Grundlage für ein „würdevolles Leben“ bilden.

Wenn dieses Thema auch keinen so direkten Bezug zu den Zuhörern im Kapitelsaal hatte wie das des Vorredners, so waren diese dennoch aufmerksam bei der Sache. Denn die Thematik geht Alt als auch Jung an. Block machte deutlich, dass es sehr stark darauf ankommt, in welchem sozialen Umfeld ein Mensch schon in jungen Jahren lebt. Das fasste sie in folgendem Satz zusammen: „Wie und wo man lebt, so altert man.“ Die Bundesregierung sehe dabei noch großen Handlungsbedarf, der bis in die einzelnen Kommunen getragen werden solle. Grundlagen dafür bilden die Ergebnisse des Altenberichts.

Umrahmt wurden die Vorträge durch die musikalische Begleitung von Merle Fuchs an der Harfe und Sarah Schürmann mit der Oboe.

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