Trägerverein und Stadt verlängern Vertrag vorzeitig
Cani bekommt eine neue Sporthalle

Lüdinghausen -

Nach monatelanger Diskussion hat der Rat pünktlich zum Ferienbeginn den Knoten durchgeschlagen: Der Vertrag zwischen dem Trägerverein des Gymnasiums Canisianum wird vorzeitig verlängert. Im Gegenzug baut der Verein neben der Schulaula eine neue Sporthalle.

Sonntag, 15.07.2018, 13:15 Uhr

Im Herbst soll es losgehen: Der Trägerverein des Gymnasiums Canisianum baut neben der Schulaula eine neue Sporthalle.
Im Herbst soll es losgehen: Der Trägerverein des Gymnasiums Canisianum baut neben der Schulaula eine neue Sporthalle. Foto: Peter Werth

Die gute Nachricht für das Gymnasium Canisianum kommt pünktlich zum Ferienbeginn: Der Rat hat in nichtöffentlicher Sitzung am Donnerstagabend die vorzeitige Verlängerung des Vertrages zwischen dem Gymnasialverein und der Stadt bis 2044 beschlossen. „Die Entscheidung ist mit deutlicher Mehrheit – bei einigen Gegenstimmen – getroffen worden“, berichtete Bürgermeister Richard Borgmann in einem Pressegespräch am Freitag.

Der Trägerverein des Cani hatte der Stadt das Angebot unterbreitet, auf eigene Kosten eine neue, gut 400 Qua­dratmeter große Einfach-Sporthalle neben der Schulaula zu errichten. Im Gegenzug forderte er die vorzeitige Verlängerung des noch bis Ende 2026 laufenden Vertrages (WN berichteten). Der Neubau sei erforderlich, so der Vorsitzende Christoph Schlütermann, „da die alte Turnhalle mit dem Schwimmbad unten drin nach 50 Jahren abgängig ist“. Das Schwimmbecken sei maximal noch zwei, die Halle höchstens noch zehn Jahre nutzbar. „Dafür müssen wir sie jedoch mit vertretbarem Aufwand noch mal ein wenig instand setzen“, räumte Schlütermann ein. Aufgrund der Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren steige der Platzbedarf des Cani. Diese Gesamtsituation sorgte dafür, dass der Trägerverein mit dem Wunsch auf eine vorgezogene Vertragsverlängerung an die Stadt herangetreten ist.

Mit dem Ratsbeschluss haben wir nun Planungssicherheit für unsere Investitionen.

Christoph Schlütermann

„Mit dem Ratsbeschluss, über den ich sehr glücklich bin, haben wir nun Planungssicherheit für unsere Investitionen“, betonte Schlütermann. Und sein Vorstandskollege Dr. Kurt Stoffel ergänzte, damit sei der Schulstandort langfristig gesichert. Ins gleiche Horn stieß auch der Bürgermeister: „Unsere beiden Gymnasien kooperieren gut miteinander. Damit haben wir hier Wahlmöglichkeiten, die es in der Umgebung sonst nicht gibt.“ Außerdem, so der Beigeordnete Matthias Kortendieck, kooperiere die Sekundarschule mit den Gymnasien. Befürchtungen, dass es aufgrund sinkender Schülerzahlen künftig keinen Bedarf mehr für zwei Gymnasien geben könnte, hat Kortendieck nicht. Denn: „Unser vor eineinhalb Jahren bis 2027 fortgeschriebene Schulentwicklungsplan sieht beide Gymnasien mindestens drei-, wenn nicht gar vierzügig.“

Auch wenn der Trägerverein des Cani die neue Sporthalle komplett aus eigenen Mitteln finanziert, ist die Vertragsverlängerung für die Stadt mit zusätzlichen Kosten verbunden. Da die Gebäude der Privatschule der Stadt gehören, hat sie sich verpflichtet, für die Instandhaltung in den nächsten drei Jahren jeweils 150 000 Euro pro Jahr beizusteuern. Außerdem beteiligt sie sich – wie in der Vergangenheit – auch künftig mit sechs Prozent an den Gesamtbetriebskosten des Gymnasiums. Das entspricht zurzeit 320 000 Euro pro Jahr.

Der Trägerverein hat bereits alles vorbereitet, um nun direkt die Baugenehmigung für die Sporthalle zu beantragen. „Wir rechnen damit, dass die bis zum Herbst vorliegen wird. Dann könnten wir loslegen. Für den Bau selbst kalkulieren wir mit einem Jahr“, steckte Schlütermann den Zeitplan ab.

Wenn die alte Turnhalle samt Schwimmbad eines nicht mehr ganz so fernen Tages nicht mehr benötigt werden, bietet die Fläche Möglichkeiten für eine neue Gestaltung des Gesamtareals. „Erste Planungen dafür werden wir bereits im Herbst in die Wege leiten“, kündigte Borgmann am Freitag an – ohne weiter ins Detail zu gehen.

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