Clique aus dem Rheinland hält auf Radtour in den Norden in Tetekum
Anpacken fürs Abendessen

Seppenrade -

Sieben Jungs aus dem Rheinland radeln bis nach Hamburg. Auf dem Weg dorthin klingeln sie bei Landwirten, auf der Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten und Arbeit, um sich ein Abendessen zu verdienen. Das bekamen sie auch in Tetekum, wo sie bei Antonius Vormann Steine auf Paletten packten und später mit Gegrilltem belohnt wurden.

Freitag, 20.07.2018, 10:00 Uhr

Auf ihrer Radtour in den Norden haben (v.l.) Leonard Caspers, Florian van Kaldenkerken, Johann Altenberg, Jakob Janning, Leander Kordt, Lenny Reinhard und Julian Wiesenborn in Tetekum angehalten, um auf dem Hof Vormann Steine auf Paletten zu packen. Als Dankeschön gab es für die Jungs aus dem Rheinland ein Abendessen.
Auf ihrer Radtour in den Norden haben (v.l.) Leonard Caspers, Florian van Kaldenkerken, Johann Altenberg, Jakob Janning, Leander Kordt, Lenny Reinhard und Julian Wiesenborn in Tetekum angehalten, um auf dem Hof Vormann Steine auf Paletten zu packen. Als Dankeschön gab es für die Jungs aus dem Rheinland ein Abendessen. Foto: Heidrun Riese

In der Sonne brutzeln, so stellen sich viele Jugendliche ihren Traumurlaub vor. Bei hochsommerlichen Temperaturen schwitzen, das machen die Jungs aus Meerbusch bei Düsseldorf während ihres kurzen Aufenthalts in Tetekum ebenfalls. Aber an Faulenzen ist dabei nicht zu denken, jedenfalls nicht nur. Sie packen auch kräftig an, wie jetzt auf dem Hof von Antonius Vormann . Beim Ortslandwirt hat die siebenköpfige Clique auf ihrer Radtour in den Norden der Republik angehalten und spontan nach Arbeit gefragt, um sich damit ein Abendessen zu verdienen.

Wir fahren einfach nach Norden, ohne genauen Plan.

Jakob Janning

Leonard Caspers, Florian van Kaldenkerken, Johann Altenberg, Jakob Janning , Leander Kordt, Lenny Reinhard und Julian Wiesenborn gehen alle noch zur Schule und wollen in den Ferien gerne etwas Spannendes erleben, was aber nicht viel kostet. Bereits im vergangenen Jahr hat die Truppe in einer etwas anderen Besetzung eine solche Radtour ins Blaue unternommen. „Da sind wir nicht so weit gekommen“, erinnert sich Johann und lacht. 70 Kilometer legten sie bis Wesel zurück, innerhalb von fünf Tagen. „Das wollen wir diesmal toppen“, zeigt sich Julian voller Tatendrang.

Ziel der 16- und 17-Jährigen ist diesmal Hamburg, der Weg dorthin ungewiss. „Wir fahren einfach nach Norden, ohne genauen Plan“, erklärt Jakob. Um Übernachtungsmöglichkeiten kümmern sich die Jungs ebenso spontan. Sie klingeln bei Landwirten und fragen, ob sie auf einer hofeigenen Wiese ihre Zelte aufschlagen dürfen. Im Gegenzug bieten sie ihre Dienste an und nehmen als Trinkgeld gerne Verpflegung.

Ich finde es immer gut, wenn junge Leute aktiv werden

Antonius Vormann

Außer dem Reiseziel hat die Truppe vorab lediglich festgelegt, die erste Nacht in Tetekum zu verbringen. Den Weg dorthin haben die Jugendlichen aber nur zum Teil in die Pedale tretend zurückgelegt. Von Meerbusch bis Seppenrade sind es mit dem Fahrrad immerhin fast 100 Kilometer. Weil sie das Ruhrgebiet lieber überspringen und ihren Urlaub gerne in der münsterländischen Parklandschaft beginnen wollten, sind die Schüler mit dem Zug bis nach Haltern gefahren und dort auf ihre Drahtesel umgestiegen.

In Tetekum durften sie dann, wie erhofft, ihre mobile Behausung aufstellen. Aber der Bauer, der ihnen die Unterkunft zur Verfügung gestellt hat, hatte keine Arbeit für die Jungs. Die fanden sie dann auf dem Hof Vormann. „Um 7 Uhr wurde ich schon von der Nachbarin vorgewarnt“, berichtet der Ortslandwirt, der von der Idee sofort begeistert war. „Ich finde es immer gut, wenn junge Leute aktiv werden.“ Um 12 Uhr stand die Reisegruppe dann vor seiner Tür – bereit anzupacken.

Man erlebt viel mehr als im Partyurlaub.

Julian Wiesenborn

Und das ist wörtlich zu nehmen. Einen großen Haufen Pflastersteine ordentlich auf Paletten stapeln, das war die Aufgabe. Gut drei Stunden verbrachten die 16- und 17-Jährigen damit. „Das reicht auch“, findet Vormann. „Sie sollen schließlich auch noch Urlaub machen.“ Obwohl sie in der prallen Sonne arbeiteten, was ganz schön schweißtreibend war, hätte die Laune kaum besser sein können. Denn genau so hatten sich die sieben Jungs ihren Urlaub vorgestellt. Außerdem winkte ein leckeres Abendessen, und die Vorfreude darauf war groß. „Wir schmeißen nachher den Grill an, Getränke sind auch schon kalt gestellt“, kündigt Vormann an.

Das ist ein Abenteuer.

Leander Kordt

Warum verbringen die Schüler ihre Ferien eigentlich lieber auf diese Weise statt zum Beispiel einfach in den Flieger nach Mallorca zu steigen? „Man erlebt viel mehr als im Partyurlaub“, erklärt Julian. „Das hat auch etwas mit Selbstbestimmung und Freiheit zu tun.“ Leander fasst es so zusammen: „Das ist ein Abenteuer.“

Und das soll nicht nur in Tetekum starten, sondern eventuell auch in der Seppenrader Bauerschaft enden. „Es wäre eine Überlegung wert, hier noch mal vorbeizuschauen“, findet Johann. Wann das passieren könnte, steht allerdings noch in den Sternen. Zwar haben die Jungs rund zwei Wochen für ihre Radtour veranschlagt. „Aber sie kann auch etwas länger dauern oder eben kürzer“, wirft Jakob ein. Wenn die Truppe aus Meerbusch mit dem Drahtesel auf Reisen geht, wird eben alles spontan entschieden.

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