Wie Niklas van den Berg seinen Völkern in den Winter hilft
Saisonabschluss für fleißige Bienen

Lüdinghausen -

Bald ist der letzte Honig dieses Sommers abgeerntet, dann geht es für Niklas van den Berg an die Einwinterung seiner acht Bienenvölker. Der 21-Jährige vom Imkerverein Lüdinghausen verrät, was zu dieser Jahreszeit alles zu tun ist und wie sich Imker in der kalten Jahreszeit beschäftigen.

Mittwoch, 25.07.2018, 08:00 Uhr

In diesen Wochen neigt sich die Zeit der Honigernte ihrem Ente entgegen. Niklas van den Berg fängt schon bald mit der Einwinterung seiner Bienenvölker an.
In diesen Wochen neigt sich die Zeit der Honigernte ihrem Ente entgegen. Niklas van den Berg fängt schon bald mit der Einwinterung seiner Bienenvölker an. Foto: Heidrun Riese

Mitten im Sommer beschäftigt sich Niklas van den Berg bereits mit dem kommenden Winter. Das hat aber nichts mit Skiurlaub oder Weihnachtsgeschenken zu tun – es geht um seine Bienen, für welche die Saison in diesen Wochen ausklingt und die es auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten gilt.

Der junge Imker besitzt aktuell acht Völker. „Einige habe ich zu Hause stehen, einige bei Bekannten“, verrät der 21-Jährige, der sein tierisches Hobby schon seit einiger Zeit betreibt. „Vor acht Jahren habe ich bei einem Schnupperkursus des Imkervereins Lüdinghausen mitgemacht und bin vor fünf Jahren dann richtig aktiv geworden.“ Was den Schüler an der Arbeit mit den fleißigen Fluginsekten reizt? „Das sind die Abwechslung, der direkte Kontakt mit der Natur und der jahreszeitliche Rhythmus“, zählt er auf. „Jeden Monat hat man etwas anderes zu tun.“ Jetzt geht es eben darum, die Völker für den Winter fit zu machen.

Das ist der letzte wirklich arbeitsreiche Schritt im Bienenjahr.

Niklas van den Berg

Dazu muss erstmal die Honigernte beendet werden. „Das ist der letzte wirklich arbeitsreiche Schritt im Bienenjahr“, erklärt van den Berg. Da hat der Blatthonig, auch als Waldhonig bekannt, seine Saison. „Er ist meist sehr flüssig, sehr dunkel und schmeckt sehr würzig“, beschreibt er die wichtigsten Eigenschaften. Und er enthält viele Mineralstoffe. Das trockene und warme Wetter liefert beste Rahmenbedingungen für Blatthonig, für den die Bienen den Honigtau von Blättern sammeln, weil es kaum noch Blüten gibt. Generell ist es ein gutes Jahr für Honig, freut sich der 21-Jährige: „Ich habe 2018 schon über 200 Kilo geerntet. 2017 waren es nur zwischen 40 und 50 Kilo – wegen der späten Frostsaison und des nassen, kalten Sommers.“

Den letzten Blatthonig abzuernten, sei eine Notwendigkeit. „Er ist für eine Einwinterung ungeeignet, weil die Biene ihn schlecht verdauen kann“, informiert van den Berg. „Das kann verheerende Folgen haben, weil es das Infektionsrisiko fördert und die Biene ein schlechtes Immunsystem hat.“

Bis zu zwei Wochen dauert eine Behandlung.

Niklas van den Berg

Weil es in diesem Jahr schon früh warm war und jetzt sehr trocken ist, endet die Saison etwas früher als üblich. Einige Imker, weiß der Schüler, haben daher bereits mit der Einwinterung begonnen, die im Wesentlichen aus zwei Schritten besteht. Zum einen müssen die fehlenden Vorräte aufgefüllt werden. „Um die Startbedingungen für das nächste Jahr zu verbessern“, nennt van den Berg den Hintergrund. Außerdem gilt es, die Anzahl der Varroamilben zu reduzieren, die zum Ende der Saison immer ansteigt. Dieser Schritt ist wichtig, weil die Parasiten der Brut, aber auch den erwachsenen Bienen gefährlich werden können. Da helfen Pestizide, die Völker werden aber vor allem mit organischen Säuren behandelt. Eine gängige Methode sei die Verdampfung. „Bis zu zwei Wochen dauert eine Behandlung“, erklärt der junge Mann vom Imkerverein. Je nach Anzahl der Varroamilben sei es damit auch schon getan.

Ab August schlüpfen dann die Winterbienen. „Die sind properer“, informiert der 21-Jährige. „Die Sommerbienen finden gegen Ende des Jahres meist ihr Ende.“ Für die Imker ist es eine ruhige Zeit. Kurz vor Weihnachten steht noch eine Behandlung der Wintertraube an, in welcher die Bienen die kalte Jahreszeit überstehen. Ansonsten heißt es: Honig abfüllen, Kerzen aus Bienenwachs formen und Vorbereitungen für das nächste Bienenjahr treffen, zum Beispiel neue Rahmen basteln, ehe es ab März wieder an die Stöcke geht. „Im Bienenjahr“, betont van den Berg, „gibt es immer etwas zu tun.“

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