Tipps zur Unterstützung der Tierwelt im heißen Sommer
Durstlöscher für Piepmätze

Lüdinghausen -

Nicht nur den Menschen macht die aktuelle Hitzeperiode zu schaffen, auch die Tiere haben Durst. Wer sie unterstützen möchte, könne im Garten kleine Wasserschalen aufstellen, rät Dr. Irmtraud Papke vom Biologischen Zentrum, die darin auch einen schönen Nebeneffekt fürs Auge sieht. Denn die Vögel gehen auch gerne mal baden.

Mittwoch, 01.08.2018, 10:20 Uhr

Dr. Irmtraud Papke
Dr. Irmtraud Papke Foto: Heidrun Riese

Ein paar Körner im Futterhäuschen auf der Terrasse verstreuen oder einen Meisenknödel in den Baum hängen – im Winter erhält die heimische Vogelwelt reichlich Hilfe. „Es ist gut und wichtig, dass man das macht“, betont Dr. Irmtraud Papke , Leiterin des Biologischen Zentrums. Aber auch im Sommer können die Piepmätze, die durch die Gärten flattern, ein bisschen Unterstützung durch die Menschen gebrauchen.

Die sieht in der heißen Jahreszeit natürlich anders aus als in der kalten. Statt um feste geht es aktuell um flüssige Nahrung. Die ist für die Vögel, die dank ihrer Flügel mobil sind und schnell mal einen Abstecher zur Stever oder anderen Gewässern machen können, zwar in Lüdinghausen stets erreichbar – dennoch sei es hilfreich, hier und dort Tränken aufzustellen, so die Fachfrau. Dafür muss auch gar kein großer Aufwand betrieben werden. „Das kann ein Blumenuntersetzer sein oder eine Schale“, zählt Papke einige Möglichkeiten auf.

Das kann ein Blumenuntersetzer sein oder eine Schale.

Irmtraud Papke

Es sei gut, diese an verschiedenen Stellen im Garten zu verteilen, um mehrere Anflugstellen zu schaffen. Dabei ist ein Platz im Schatten besser geeignet als einer in der Sonne. Auch ein wenig geschützt müsse die Stelle sein, jedoch nicht unbedingt in einer kleinen Nische liegen. „Man sollte eine Tränke möglichst so aufstellen, dass die Vögel einen Rundumblick haben“, erklärt Papke. Nimmt ein Piepmatz einen kleinen Schluck, könne er zwar schnell vor einer Katze flüchten. Bei einem Bad, für das die gefiederten Zeitgenossen solche Wasserschalen auch gerne nutzen, sei es allerdings schwieriger. „Ich weiß nicht, ob das bei allen Vögeln so ist“, überlegt Papke. „Aber die Amsel, die regelmäßig bei uns badet, kommt danach immer schlecht hoch.“ Indem man eine Möglichkeit zum Planschen schafft, mache man sich auch selbst eine Freude. „Es ist wahnsinnig nett, das zu beobachten“, findet die Leiterin des Biologischen Zentrums. Sie rät, das Wasser möglichst täglich zu wechseln. „Es muss auch gar nicht viel in der Schale sein“, sagt sie. „Drei bis vier Zentimeter reichen schon.“

Auch die Honigbiene braucht Wasser.

Irmtraud Papke

Nicht nur die Vögel profitieren von der menschlichen Hilfe, sondern ebenso Kleinsäuger und Insekten. „Auch die Honigbiene braucht Wasser“, informiert Papke. „Und zwar zum Verdunsten, um den Stock herunterzukühlen, damit die Waben bei großer Hitze erhalten bleiben.“ Für den Fall, dass eine Biene mal baden geht, hat die Expertin noch einen Tipp: „Ein kleines Holzstück ins Wasser legen, dann hat sie es beim Herausklettern leichter.“

Dass das Aufstellen von Schalen in einem heißen, trockenen Sommer wie diesem Sinn macht, steht außer Frage. „Aber eigentlich kann man das jedes Jahr machen“, sagt Papke. „Es gibt immer Hitzeperioden und als Gartenbesitzer bekommt man, wie gesagt, dadurch auch etwas Schönes fürs Auge.“ Übrigens auch, indem man eine Staubecke schafft, in der sich die Vögel wälzen können. „Das machen sie, um Ungeziefer loszuwerden“, erklärt die Leiterin des Biologischen Zentrums.

Auch wenn bei den schweißtreibenden Temperaturen wohl kaum jemand an den Winter denkt, appelliert sie, die frostige Zeit doch im Hinterkopf zu behalten, wenn es bald an das Zurückschneiden des Grüns geht. „Für die Vogelwelt ist es interessant, wenn samentragende Stauden stehen gelassen werden“, informiert Papke. „Sie holen sich dort im Winter ihr Futter. Außerdem sind hohle Stängel ein guter Unterschlupf für bestimmte Insektenarten.“

So lässt sich die heimische Tierwelt zu jeder Jahreszeit – mit geringem Aufwand – ein bisschen unter die Arme greifen.

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