Paulo Cortes vom Eiscafé San Remo über die aktuellen Trends
Am liebsten mit Stückchen

Lüdinghausen -

Großer Betrieb herrscht bei den aktuellen Temperaturen im Eiscafé San Remo. Jeden Tag wird hier frisches Eis produziert. Auch wenn Paulo Cortes und sein Team, was die Auswahl der Sorten angeht, stets mit dem Trend gehen – am beliebtesten sind bei den Lüdinghausern immer noch die Klassiker.

Montag, 06.08.2018, 08:00 Uhr

Paulo Cortes und sein Team im Eiscafé San Remo haben in diesen Wochen viel zu tun. Da werden Himbeerbecher, wie der im Bild, vor allem aber Erdbeerbecher und Spaghettieis serviert.
Paulo Cortes und sein Team im Eiscafé San Remo haben in diesen Wochen viel zu tun. Da werden Himbeerbecher, wie der im Bild, vor allem aber Erdbeerbecher und Spaghettieis serviert. Foto: Heidrun Riese

Gibt es an diesen heißen Tagen eine größere Gaumenfreude als zwei Kugeln in der Waffel oder einen Erdbeerbecher mit Sahne? Wohl kaum, den aktuellen Besucherströmen im Eiscafé San Remo nach zu urteilen. Paulo Cortes und sein Team haben gerade richtig viel zu tun – nicht nur beim Servieren, sondern auch in der Produktion.

Denn in der Wallgasse wird das Eis selbst gemacht, und das jeden Tag, nach eigenem Rezept. 40 Sorten lassen die Herzen der Freunde des kalten Genusses höher schlagen. Cortes folgt dabei auch den Trends, über die er sich auf Fachmessen informiert. Dafür reist der Geschäftsführer zum Beispiel nach Stuttgart oder sogar nach Italien. „In Rimini findet die größte Eismesse der Welt statt“, verrät er.

Im Eis sind auch Waffel- und Kokosstückchen enthalten.

Paulo Cortes

Allgemein gefragt sind derzeit vor allem Eissorten mit Soße oder Stückchen. „Das macht das Eis interessanter“, findet der 51-Jährige. Als Beispiel nennt er „Raffaello“ – eine Sorte, die, wie so einige in der San-Remo-Theke, an eine beliebte Süßware angelehnt ist. „Das ist dann nicht einfach eine glatte Masse mit dem entsprechenden Geschmack“, erklärt Cortes. „Im Eis sind auch Waffel- und Kokosstückchen enthalten.“ Oder Knisterpulver, wie bei „Seepferdchen“, einer aktuellen Sorte für die kleinen Schleckermäuler in auffälligem Gelb mit Multivitamingeschmack. „Für Kinder muss man sich immer etwas Neues einfallen lassen“, weiß der Portugiese, der von der Algarve stammt und schon lange in Deutschland lebt.

Je kälter die Vitrine ist, desto mehr Zucker braucht man. Sonst wird das Eis hart wie Stein.

Paulo Cortes

Am beliebtesten sind aber noch immer die Klassiker: Vanille, Schokolade, Stracciatella, Nuss und Erdbeer, das meist verkaufte Fruchteis. Als Basis für die Eisbecher kommen diese Sorten schon oft zum Einsatz, werden aber auch häufig zum Mitnehmen an der Theke bestellt. Am Tisch sind der Erdbeerbecher und das Spaghettieis die absoluten Renner. Generell wird bei San Remo mehr Milch- als Fruchteis verkauft.

Bei der Herstellung des Eises berücksichtigt Cortes, zu dessen Team noch seine Frau Fatima und zwei Angestellte sowie einige Aushilfen gehören, auch die Tatsache, dass sich die Menschen bewusster ernähren. So nutzt er wenig Fett und Zucker für sein Eis. Wobei das mit dem Zucker so eine Sache ist: „Je kälter die Vitrine ist, desto mehr Zucker braucht man“, informiert er. „Sonst wird das Eis hart wie Stein.“ Es gibt also eine Menge zu bedenken bei der Produktion. Generell ist das Eis bei San Remo glutenfrei. Die Fruchtsorten kommen außerdem ohne Laktose aus, genau wie „Dunkle Schokolade“. Wie das funktioniert? Ganz einfach – mit Wasser und Kakao. „Diese Sorte ist schon sehr schokoladig“, findet der Eis-Experte, „aber sie ist nicht bitter.“ Seine eigene Lieblingssorte ist übrigens Haselnuss. „Die Krone des Milchspeiseeises“, wie er sagt.

Cortes liebt seine Arbeit – mit dem Eis und mit den Menschen. Bevor er 1996 in die Steverstadt gekommen ist, hat er auch in größeren Städten gearbeitet. „Dort sind die Leute oft gestresster“, ist sein Eindruck. „Hier in Lüdinghausen sind sie entspannter, wir haben eine sehr freundliche Kundschaft.“ Die zeigt dann auch Verständnis, wenn es mit der Bestellung mal etwas länger dauert, weil der Andrang gerade so groß ist. Denn wer möchte bei diesem Wetter schließlich nicht gerne ein Eis essen . . .

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