Keegan Paulson hat Au-pair Felicitas Peters bei Rückkehr begleitet
Burg statt Wolkenkratzer

Lüdinghausen -

Die erste Auslandsreise seines Lebens hat Keegan Paulson nach Lüdinghausen geführt. Burg statt Wolkenkratzer hieß es für den 13-Jährigen aus Seattle, der jetzt Au-pair Felicitas Peters bei ihrer Rückkehr aus den USA zehn Tage lang begleitete. Entdeckt hat er hier auch Deutschlands Schokoladenseite.

Dienstag, 21.08.2018, 17:58 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 21.08.2018, 11:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 21.08.2018, 17:58 Uhr
Sightseeing an der Borgmühle: Felicitas Peters mit ihrem Gast Keegan Paulson aus Seattle, der zehn Tage lang in Lüdinghausen zu Gast war.
Sightseeing an der Borgmühle: Felicitas Peters mit ihrem Gast Keegan Paulson aus Seattle, der zehn Tage lang in Lüdinghausen zu Gast war. Foto: Kristian van Bentem

Eine Ausgabe dieser Zeitung wird sich umgehend auf den postalischen Weg an die Westküste der Vereinigten Staaten von Amerika machen. Empfänger: Keegan Paulson aus Seattle. Nicht, dass der 13-Jährige den Text lesen könnte. „Wir lernen bei uns in der Schule kein Deutsch – nur Spanisch“, so der Achtklässler. Aber dass er den Zeitungsartikel, der von seinem am vergangenen Freitag beendeten Besuch in Lüdinghausen berichtet, unbedingt als Erinnerung haben möchte, steht für ihn schon eine Woche vor dem Erscheinen fest. Denn die erste Auslandsreise seines noch jungen Lebens, von der dieser Artikel handelt, ist auch für ihn etwas ganz Besonderes.

Felicitas Peters war zwei Jahre als Au-pair in den USA

Zehn Tage hat Keegan Paulson in Deutschland verbracht. Ohne seine Eltern, aber natürlich nicht alleine. Felicitas Peters, die zwei Jahre lang in den USA gelebt hat, hat ihn – einen der Söhne ihrer letzten, siebenköpfigen Au-pair-Familie – vor zwei Wochen bei ihrer Rückkehr nach Lüdinghausen direkt mitgebracht. „Er hat in den USA gerade 13 Wochen lang Sommerferien. Deshalb hatte ich meiner Gastmutter vorgeschlagen, dass er mich doch für ein paar Tage nach Deutschland begleiten könne – und nach kurzem Überlegen war sie begeistert von der Idee“, berichtet die Lüdinghauserin.

Das war nicht selbstverständlich. „Viele Amerikaner verlassen in ihrem ganzen Leben niemals ihr Land. Keegans Mutter war im vergangenen Jahr erstmals im Ausland – beim Oktoberfest in München. Für ihren Sohn war es einfach eine tolle Chance, so etwas schon in seinem Alter zu erleben“, merkt Felicitas Peters an. Welch wichtige Erfahrungen ein Auslandsaufenthalt bringt, weiß sie selbst nach zwei Jahren als Au-pair in Connecticut und Seattle nur zu gut: Von den prägenden Erlebnissen auf den Reisen, die sie während ihrer Freizeit in den USA gemacht hat („ich war in 25 Bundesstaaten“), mal ganz abgesehen – „ich kann das nur jedem empfehlen. Ich bin in dieser Zeit viel selbstständiger, selbstbewusster und erwachsener geworden“, sagt die 21-Jährige, die im Oktober ein Jura-Studium beginnt.

Felicitas Peters war zwei Jahre als Au-pair in den USA

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  • Felicitas Peters vor der Skyline von Seattle im Bundesstaat Washington im Nordwesten der USA. Hier arbeitete die Lüdinghauserin während ihres zweijährigen Aufenthalts in den Vereinigten Staaten eineinhalb Jahre bei einer Familie als Au-pair.

    Foto: privat
  • Felicitas Peters (2.v.l.) mit den fünf Kindern der Familie Paulson.

    Foto: privat
  • Ihren USA-Aufenthalt nutzte die Lüdinghauserin auch für zahlreiche Reisen im Land. Hier besucht Felicitas Peters den Yellowstone-Nationalpark.

    Foto: privat
  • Dieser Ausflug durfte natürlich nicht fehlen: Felicitas Peters (re.) mit ihrer Au-pair-Familie Paulson im Disneyland in Los Angeles

    Foto: privat
  • Ein Highlight für Felicitas Peters und einer der Höhepunkte jedes Jahres im Bundesstaat Washington ist der riesige Jahrmarkt „Washington State Fair“ – einer der größten der Welt.

    Foto: privat
  • Bei ihrer Rückkehr nach Deutschland brachte Felicitas Peters jetzt Keegan Paulson, einen der Söhne aus ihrer Au-pair-Familie, für einen zehntägigen Deutschland-Aufenthalt mit nach Lüdinghausen.

    Foto: Kristian van Bentem

Keegans Urteil über Deutschland (zumindest den kleinen Teil, den er gesehen hat) fällt begeistert aus: „It’s really cool“, schwärmt er und meint damit nicht nur den Trip nach Berlin und den Besuch des Movie-Parks in Bottrop. Auch Lüdinghausen – ein wenig kleiner als Seattle mit seinen knapp 800 000 Einwohnern – sei „nice“. Davon konnte sich der Radsport-begeisterte Junge auch bei einer Radtour durch den Ort und die Umgebung überzeugen („das ist so flach hier“). Und natürlich durfte am letzten Tag vor dem Rückflug auch ein Besuch der Burg Vischering nicht fehlen. „Burgen und Schlösser gibt es bei uns ja nicht“, war Keegan ganz gespannt.

Deutschlands Schokoladenseite entdeckt

Außer tollen Erfahrungen hatte der 13-Jährige beim Rückflug übrigens auch etwas Handfestes im Gepäck, das ihn an Deutschlands Schokoladenseite erinnert. „Duplo, Bueno, Kinderschokolade – der Koffer ist voll mit Süßigkeiten“, schmunzelt Felicitas Peters.

Das, wovon er hier neben deutschem Brot („it’s very different“) gar nicht genug kriegen konnte und das er in Deutschland zum ersten Mal in seinem Leben gesehen und gegessen hat, konnte er zu seinem Bedauern aber leider nicht mitnehmen: „Spaghetti-Ice!“, sagt er mit breitem amerikanischen Akzent und strahlenden Augen – und seufzt: „We should have it in America.“

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