Vortrag bei Senioren-Union
Was das Leben im Altenheim kostet

Lüdinghausen -

Rund um das Leben in einem Seniorenheim und dessen Kosten drehte sich die jüngste Veranstaltung der Senioren Union. Dort referierte Markus Sasse, der Pflegedienstleiter des Antoniushauses.

Sonntag, 09.09.2018, 14:30 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 05.09.2018, 19:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 09.09.2018, 14:30 Uhr
Gut besucht war die Veranstaltung der Senioren Union zum Thema Leben im Altenheim. Es referierte Markus Sasse, Pflegedienstleiter im Antoniushaus.
Gut besucht war die Veranstaltung der Senioren Union zum Thema Leben im Altenheim. Es referierte Markus Sasse, Pflegedienstleiter im Antoniushaus. Foto: Michael Beer

„Ist ein Altenheim zu teuer, oder sind wir zu geizig?“, mit dieser provokanten Frage eröffnete Markus Sasse , Pflegedienstleiter des Antonius-hauses seinen informativen Vortrag zur Pflege und deren Kosten in Seniorenheimen. Zu dieser sehr gut besuchten Veranstaltung hatte die Senioren-Union ins Gasthaus „Sträter“ am Dienstag eingeladen.

„Vor allen Pflegekräften ziehe ich meinen Hut“, sagte Anton Holz , Vorsitzender der Senioren-Union in seiner Begrüßung. Wer pflegt, warum? Dazu gab Sasse vielfältige Antworten. Eine interessante Zahl sei die Pflegedauer, die dank der guten medizinischen Betreuung heute zwischen drei und zehn Jahren liege, während sie in den 1940er Jahren bei einem halben Jahr gelegen habe. Sasse hob auch die Vor- und Nachteile der privaten Pflege in der Familie hervor. „Die Belastung der pflegenden Angehörigen ist enorm hoch. Bei ihnen sind die Krankschreibungen um 50 und Depressionen um 60 Prozent höher als bei nicht pflegenden Personen“, sagte er. Pflege sei eine hohe psychische Belastung, bei Familienangehörigen noch höher. Die Helfer kämen oft unvorbereitet in eine neue Rolle. „Und das führt meist auf den Weg ins Altenheim“, so Sasse. Dort erhielten die Menschen neue soziale Kontakte, und damit eine neue Lebensqualität. „Die Meisten bei uns sind dement, leben in ihrer eigenen Welt. Das ist zu Hause kaum zu bewältigen. Aber viele Häuser können keine Leute mehr aufnehmen, da ihnen das Personal fehlt“, betonte Sasse.

Anhand des Pflegegrades 2 erläuterte der Fachmann die Zusammensetzung der Kosten für einen Platz im Seniorenheim, wo die Menschen 365 Tage im Jahr rund um die Uhr betreut werden. Mit dem Zuschuss der Pflegekasse koste ein Platz rund 2600 Euro im Monat. 75 bis 80 Prozent der Einnahmen gingen direkt in die Löhne der Mitarbeiter. „Wenn Pflegekräfte mehr verdienen oder mehr eingestellt werden sollen, wird es teurer. Wir sind nicht zu teuer und nicht geizig, die Gesellschaft muss sich entscheiden, wie sie im Alter versorgt werden will“, lautete zum Abschluss die Sasses Antwort auf die Eingangsfrage.

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