Aktion „Engel der Kulturen“
Dialog zum Anfassen und Erleben

Lüdinghausen -

Die Skulptur „Engel der Kulturen“ soll als Bodenintarsie vor der Familienbildungsstätte verlegt werden. Zuvor wird eine große Version der Arbeit der Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten aus Burscheid durch die Stadt rollen und Spuren hinterlassen. Mit diesem Kunstprojekt soll der interkulturelle und interreligiöse Dialog gefördert werden.

Dienstag, 18.09.2018, 14:56 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 13.09.2018, 09:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 18.09.2018, 14:56 Uhr
So soll es aussehen, wenn am 8. November (Donnerstag) der „Engel der Kulturen“ im Boden vor der FBS verlegt wird. Die Künstler Gregor Merten (vorne, l.) und Carmen Dietrich (hinten, l.) stellten das Projekt jetzt vor.
So soll es aussehen, wenn am 8. November (Donnerstag) der „Engel der Kulturen“ im Boden vor der FBS verlegt wird. Die Künstler Gregor Merten (vorne, l.) und Carmen Dietrich (hinten, l.) stellten das Projekt jetzt vor. Foto: Marion Fenner

Es war eine kleine Mitteilung in einem Rundschreiben des Caritas-Verbandes, durch das Angelika Gründken, hauptamtliche pädagogische Mitarbeiterin der Familienbildungsstätte ( FBS) Lüdinghausen, auf die Aktion „Engel der Kulturen“ aufmerksam wurde. Sie sei von der Idee sofort begeistert gewesen, sagt Gründken, und mit dieser Begeisterung hat sie schon viele weitere Menschen in der Stadt angesteckt.

„Engel der Kulturen“ ist ein Projekt des Künstelerpaares Carmen Dietrich und Gregor Merten aus Burscheid, mit dem beide seit zehn Jahren in vielen Städten unterwegs waren und dort sichtbare Spuren hinterlassen haben. Spuren, die es nun auch in Lüdinghausen geben soll.

Interreligiöser Dialog

Dietrich und Merten hatten vor Jahren die Idee, Dialog bildlich zu gestalten. „In der angespannten Situation zwischen den drei abrahamitischen Weltreligionen Islam, Juden- und Christentum wollten wir als bildende Künstler ein verbindendes Symbol gestalten“, erklärt Mertens. Herausgekommen ist ein Ring, aus dem teilweise ein Kreuz, ein Stern und ein Halbmond ragen. Der Freiraum zwischen den Zeichen erinnert an einen Engel, der Außenring steht für den Erdkreis. Aus diesem Symbol haben die Künstler ein besonderes Projekt zur Förderung des interkulturellen und interreligiösen Dialogs entwickelt.

Die FBS gehört seit 2017 mit ihrem Projekt „Brücken bauen, Menschen verbinden in Lüdinghausen“ zum Bundesprojekt „Starke Netzwerke für geflüchtete Familien“. Darüber wird die Teilnahme an dem Kunstprojekt unterstützt. Am 8. November (Donnerstag) ab 10 Uhr soll die Aktion „Engel der Kulturen“ stattfinden. Gründken hofft auf viele Teilnehmer aus Schulen, Kindergärten, Beratungsstellen und den Kirchengemeinden. „Ziel der Aktion an diesem Tag ist es, unter anderem den Integrationsprozess der Stadt im Kompetenzteam der Elternbegleiter und anderer Fachkräfte und Gremien zu fördern“, erklärt Gründken. Die Kunstaktion ist dafür nur ein Baustein.

Vergänglich

Die Aktion beginnt damit, dass eine etwa 1,50 Meter große Skulptur der Künstler mit vielen Beteiligten durch die Stadt gerollt wird. An verschiedenen Stellen wird der Ring niedergelegt und mit Quarzsand aufgefüllt. Mit Schwerlastmagneten heben Teilnehmer den Ring vorsichtig wieder an, und zurück bleibt ein – vergänglicher – „Engel der Kulturen“.

Vor der FBS an der Mühlenstraße wird eine dauerhafte Bodenintarsie verlegt. Die Stadt Lüdinghausen befürwortet die Aktion. Der erste Beigeordnete der Stadt, Matthias Kortendieck, hat den Standort mit den Verantwortlichen bereits ausgesucht. Ein Ring aus Stahl wird mit einem Rahmen aus Aluminium im Boden verlegt. Das Innere der Form, der Engel, wird mit blau eingefärbtem Beton aufgefüllt.

Schon im Vorfeld sind Bürger, Schulen, Kindergärten, Gruppen und Initiativen aufgefordert, sich mit dem Symbol kreativ auseinanderzusetzen. Die Ergebnisse sollen bei einem abschließenden internationalen Fest in der FBS ausgestellt werden.

Bei dieser Veranstaltung wird zudem aus einer Stahlplatte mit einem Schneidbrenner auch der Stahlring für die Bodenintarsie der nächsten Stadt hergestellt. Der Ring für Lüdinghausen kommt übrigens aus Köln, der in Lüdinghausen hergestellte Ring soll in Höxter verlegt werden.  

Zum Thema

Wer sich an der Aktion im Vorfeld beteiligen möchte, weitere Informationen benötigt oder Vorlagen oder Materialien haben möchte, kann sich bei der FBS unter ' 0 25 91/98 90 90 oder per E-Mail unter FBS-luedinghausen@bistum-muenster.de melden.

...
Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6045510?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F
„Dann müssen wir aufwachen und etwas dagegen tun"
Interview: Ranga Yogeshwar zu Folgen des digitalen Wandels: „Dann müssen wir aufwachen und etwas dagegen tun"
Nachrichten-Ticker