Straßen.NRW prüft Kanalbrücke in Lüdinghausen
Einmal durchchecken, bitte

Lüdinghausen -

Genauso wie für Menschen der Check-up beim Arzt regelmäßig auf dem Programm steht, werden auch Brücken in festgelegten Intervallen auf Herz und Nieren geprüft. Ingenieure und Techniker des Landesbetriebs Straßen.NRW rückten jetzt zur alle sechs Jahre stattfindenden großen Hauptprüfung der Brücke, die die Seppenrader Straße über den Dortmund-Ems-Kanal führt, an.

Samstag, 22.09.2018, 13:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 22.09.2018, 13:00 Uhr
Per Hubsteiger zur Arbeit: Zwei Teams des Landesbetriebs Straßen.NRW prüften in dieser Woche die Brücke, die die Seppenrader Straße über den Dortmund-Ems-Kanal führt, auf Herz und Nieren.
Per Hubsteiger zur Arbeit: Zwei Teams des Landesbetriebs Straßen.NRW prüften in dieser Woche die Brücke, die die Seppenrader Straße über den Dortmund-Ems-Kanal führt, auf Herz und Nieren. Foto: Anne Eckrodt

Die Szene hat etwas von einem großen Check-up beim Arzt. Doch statt auf Stethoskop und Co. verlässt sich Thorsten Ziolek vor allem auf seinen kritischen Blick. Ganz dicht ran fährt er per Hubsteiger, aufmerksam beobachtet von seinem Kollegen unten am Ufer des Dortmund-Ems-Kanals. Rund 25 Meter liegen bisweilen zwischen den beiden Mitarbeitern des Landesbetriebs Straßen.NRW. Kein Wunder, schließlich ist der Check-up-Patient, der an diesem Tag auf Herz und Nieren geprüft wird, die große Stabbogenbrücke, die die Seppenrader Straße über den Kanal führt.

2006 errichtet, zählt sie zu den jüngeren Bauwerken dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Von den circa 10 000 Brücken, die die Straßen.NRW-Mitarbeiter an Autobahnen sowie Bundes- und Landstraßen betreuen, stammt das Gros aus den 1960er und 1970er Jahren. Geplant und gebaut in einer Zeit, als die Verkehrsbelastung noch wesentlich geringer war. Dass die Bauwerke heute um ein Vielfaches mehr aushalten müssen, führt immer häufiger zu Problemen. „Der Schwerlastverkehr ist es, der die Brücken so stark belastet“, macht Ziolek deutlich. „Der ist bei dieser Kanalbrücke jedoch nicht so gravierend“, fügt der Ingenieur des Landesbetriebs hinzu, ehe er wieder in den Korb des Hubsteigers klettert und „abhebt“.

Brückenkontrolle in Lüdinghausen

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  • Im Zuge der alle sechs Jahre stattfindenden Hauptuntersuchung kontrollierten Ingenieure und Techniker des Landesbetriebs Straßen.NRW jetzt die Brücker der Seppenrader Straße (B58) über den Dortmund-Ems-Kanal.

    Foto: Anne Eckrodt
  • Im Zuge der alle sechs Jahre stattfindenden Hauptuntersuchung kontrollierten Ingenieure und Techniker des Landesbetriebs Straßen.NRW jetzt die Brücker der Seppenrader Straße (B58) über den Dortmund-Ems-Kanal.

    Foto: Anne Eckrodt
  • Im Zuge der alle sechs Jahre stattfindenden Hauptuntersuchung kontrollierten Ingenieure und Techniker des Landesbetriebs Straßen.NRW jetzt die Brücker der Seppenrader Straße (B58) über den Dortmund-Ems-Kanal. Im Folgenden weitere Impressionen der Prüfung.

    Foto: Anne Eckrodt
  • Landesbetrieb Straßen.NRW kontrolliert die Brücke über die Seppenrader Straße/B 58 Foto: Anne Eckrodt
  • Landesbetrieb Straßen.NRW kontrolliert die Brücke über die Seppenrader Straße/B 58 Foto: Anne Eckrodt
  • Landesbetrieb Straßen.NRW kontrolliert die Brücke über die Seppenrader Straße/B 58 Foto: Anne Eckrodt
  • Landesbetrieb Straßen.NRW kontrolliert die Brücke über die Seppenrader Straße/B 58 Foto: Anne Eckrodt
  • Landesbetrieb Straßen.NRW kontrolliert die Brücke über die Seppenrader Straße/B 58 Foto: Anne Eckrodt
  • Landesbetrieb Straßen.NRW kontrolliert die Brücke über die Seppenrader Straße/B 58 Foto: Anne Eckrodt
  • Landesbetrieb Straßen.NRW kontrolliert die Brücke über die Seppenrader Straße/B 58 Foto: Anne Eckrodt
  • Landesbetrieb Straßen.NRW kontrolliert die Brücke über die Seppenrader Straße/B 58 Foto: Anne Eckrodt
  • Landesbetrieb Straßen.NRW kontrolliert die Brücke über die Seppenrader Straße/B 58 Foto: Anne Eckrodt
  • Landesbetrieb Straßen.NRW kontrolliert die Brücke über die Seppenrader Straße/B 58 Foto: Anne Eckrodt
  • Landesbetrieb Straßen.NRW kontrolliert die Brücke über die Seppenrader Straße/B 58 Foto: Anne Eckrodt
  • Landesbetrieb Straßen.NRW kontrolliert die Brücke über die Seppenrader Straße/B 58 Foto: Anne Eckrodt
  • Landesbetrieb Straßen.NRW kontrolliert die Brücke über die Seppenrader Straße/B 58 Foto: Anne Eckrodt
  • Landesbetrieb Straßen.NRW kontrolliert die Brücke über die Seppenrader Straße/B 58 Foto: Anne Eckrodt
  • Landesbetrieb Straßen.NRW kontrolliert die Brücke über die Seppenrader Straße/B 58 Foto: Anne Eckrodt

Es ist die erste umfassende Hauptprüfung für die Brücke der Bundesstraße 58. Sie findet von nun alle sechs Jahre statt. Auf die Frage, was dabei kontrolliert wird, hat Ziolek eine ebenso einfache wie aussagekräftige Antwort – „alles“. Heißt: Von der Tragkonstruktion aus Beton und Stahl über das Geländer, den Asphalt, Sicherheitsvorkehrungen für Autos, die Lager, auf denen die Brücke liegt, bis hin zu Betriebs- und Radwegen nimmt er alles genauestens unter die Lupe. Dabei fährt der Ingenieur mit dem Hubsteiger auch unter die Brücke. Wo es nötig ist, reinigen die Mitarbeiter des Landesbetriebs die Bauteile auch gleich. Denn nur so lassen sich auch versteckte Schäden oder Mängel finden. Und je nach Konstruktion der Brücken prüfen sie diese auch von innen.

Er hält uns den Rücken frei.

Thorsten Ziolek über den Mitarbeiter der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung

Um den Verkehr auf der Seppenrader Straße nicht länger als nötig zu behindern, sind hier zwei Teams – bestehend aus jeweils einem Ingenieur und einem Techniker – im Einsatz. Zwölf gibt es davon in ganz Nordrhein-Westfalen, sechs dieser Teams sind in der Straßen.NRW-Niederlassung in Münster stationiert.

Ziolek und seine Kollegen bekommen bei ihrem Einsatz am Dortmund-Ems-Kanal Unterstützung von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Ein Mitarbeiter hat mit der „Lüdinghausen“ neben den Hubsteigern am Ufer festgemacht. „Er hält uns den Rücken frei“, erzählt Ziolek. Steuert ein Schiff auf die Kanalbrücke zu, werden die Ingenieure und Techniker in den Hubsteigern per Funk gewarnt, damit es nicht zu Zusammenstößen kommt.

Dass die Brücke noch vergleichsweise jung ist, spiegelt sich auch in der „Mängelliste“ wider. Sie ist – noch – überschaubar. Altersbedingt sind zwar hier und da erste kleinere Korrosionserscheinungen sichtbar, „doch das ist nichts, worüber man sich Gedanken machen müsste“, gibt Ziolek Entwarnung. Er und seine Kollegen werden das im Auge behalten. Auch leichte Versatzstücke in den Geh- und Radwegen sind nichts Außergewöhnliches für die Fachleute. „Die werden mittelfristig angeglichen werden müssen“, sagt der Bauingenieur. All das wird fein säuberlich im elektronischen Brückenbuch – vergleichbar mit einer Patientenakte beim Arzt – dokumentiert. Dazu gibt es ein bundesweit einheitliches Verfahren. Dieses Brückenbuch begleitet das Bauwerk bis zu seinem Nutzungsende. Davon ist die Brücke über den Dortmund-Ems-Kanal noch weit entfernt. Am Ende dieser Hauptprüfung wird Ziolek dem Bauwerk einen guten Zustand attestieren. Check-up bestanden.

Systematische Brückenkontrollen

Die rund 10 000 Brücken, die der Landesbetrieb Straßen.NRW an Autobahnen sowie Bundes- und Landesstraßen betreut, werden alle sechs Jahre einer umfassenden Hauptprüfung unterzogen. Dabei nehmen die Ingenieure und Techniker auch alle schwer zugänglichen Brückenteile intensiv in den Blick. Drei Jahre danach folgt die sogenannte einfache Prüfung durch eine der Straßen.NRW-Niederlassungen. Im Zuge dieser intensiven Sichtkontrolle werden auch Funktionsteile wie Lager und Gelenke sowie Verankerungen von Bauteilen und Fundamente begutachtet. In den Jahren ohne Prüfung führt die jeweils zuständige Autobahn- oder Straßenmeisterei eine ausführliche Besichtigung durch.

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