Herbsttreffen der Interessengemeinschaft Bauernhaus
Spaziergang durch die Historie

Lüdinghausen -

Rund 100 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet kamen am Wochenende zur Herbsttagung der Interessengemeinschaft Bauernhaus (IgB) nach Lüdinghausen. Auf dem Programm standen neben Referaten und Diskussionsrunden auch Stadtspaziergänge auf historischen Pfaden.

Mittwoch, 26.09.2018, 17:46 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 24.09.2018, 08:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 26.09.2018, 17:46 Uhr
Rund 100 Mitglieder der Interessengemeinschaft Bauernhaus kamen bei der Herbsttagung am Wochenende in Lüdinghausen zusammen. Am Samstag gab es Stadtführungen. Der Auftakt fand am Freitag auf dem Hof Grube statt. Dort waren auch Bürgermeister Richard Borgmann und Landrat Christian Schulze Pellengahr zu Gast.
Rund 100 Mitglieder der Interessengemeinschaft Bauernhaus kamen bei der Herbsttagung am Wochenende in Lüdinghausen zusammen. Am Samstag gab es Stadtführungen. Der Auftakt fand am Freitag auf dem Hof Grube statt. Dort waren auch Bürgermeister Richard Borgmann und Landrat Christian Schulze Pellengahr zu Gast. Foto: awf/wer

Vom Regen ließen sich die Mitglieder der Interessengemeinschaft Bauernhaus (IgB) nicht beirren und brachen am Samstagnachmittag zu einer historischen Stadtführung durch Lüdinghausen auf. Die mehr als 100 Teilnehmer des Herbsttreffens waren aus ganz Deutschland angereist und fanden sich zunächst zur Jahreshauptversammlung im Burghof Richter ein, bevor die Stadtführung unter der Leitung von Johannes Busch und Dr. Ludger Schröer begann.

Dabei standen zwei historische Gebäude im Mittelpunkt: Das Hakehaus und die St.-Felizitas-Kirche. „Unser Grundinteresse ist die historische Baukultur. Wir möchten dabei auch hochinteressante Gebäude wie das Hakehaus zeigen, die weniger im Blickpunkt sind“, erklärte Vorstandsmitglied Schröer und ergänzte: „Die Kirche haben wir ausgewählt, weil sie ein prägnantes Beispiel für regionale Baukultur ist.“

Unser Grundinteresse ist die historische Baukultur. Wir möchten dabei auch hochinteressante Gebäude wie das Hakehaus zeigen, die weniger im Blickpunkt sind.

Ludger Schröer

Die Route in Richtung Hakehaus führte vorbei am Gerichtsstuhl an der Borg. „Hier gab es sicherlich viele unangenehme Termine“, gab Johannes Busch zu bedenken, bevor es entlang des jüdischen Friedhofs zum ersten Ziel der Führung ging. Am Hakehaus angekommen teilten sich die Vereinsmitglieder auf.

Zusammen mit Schröer wurde die Kirche erkundet, wo Pastoralreferent Michael Kertelge die Gäste empfing und die Tour zum Turm mit seinen 144 Stufen öffnete. „Ich finde es toll, dass die Fachleute in der Gruppe ihre Wahrnehmungen teilen und so die Führung ergänzen“, freute sich Schröer angesichts der fachlichen Diskussionen und Beobachtungen rund um die Bauweise der Kirche.

Im Hakehaus wurde die Gruppe bereits von Karl-Heinz Sand vom Vorstand der seit dem 17. Jahrhundert aktiven Hakestiftung erwartet. Dort informierte Busch über die Geschichte des 1672 erbauten Armenhauses: „Im Zuge der Gegenreformation entwickelte sich im Münsterland ein altertümlicher Katholizismus. Fürsten und Burgherren investierten durch den Bau von Armenhäusern in ihr Seelenheil.“ Anhand der Stuben der ehemaligen Bewohner wurde das Leben im Armenhaus nachvollziehbar und vor allem die baulichen Veränderungen sowie die gescheiterte Übernahme der Stiftung durch die Hitlerjugend stießen auf reges Interesse. „Ich freue mich immer wieder dieses Haus vorstellen zu können. Was das Hakehaus auszeichnet, sind die baulichen Details im Inneren und die Tatsache, dass die Stiftung schon so lange existiert“, fasste Busch zusammen.

Ich freue mich immer wieder dieses Haus vorstellen zu können. Was das Hakehaus auszeichnet, sind die baulichen Details im Inneren und die Tatsache, dass die Stiftung schon so lange existiert.

Johannes Busch

Nachdem die Gruppe die Steverstadt erkundet hatte, fanden sich die Mitglieder wieder im Burghof Richter ein, wo Schröer sie bei einem Bildervortrag zu einer „alternativen Tour durch das Münsterland jenseits der Wasserburgen und Gräftenhöfe“ einlud. Beim gemeinsamen Abendessen blieb schließlich noch jede Menge Zeit um über die gesammelten Eindrücke zu fachsimpeln und sich für die Exkursion am nächsten Morgen zu stärken. Mit dem Bus wurden am Sonntag historische Hofanlagen und Wegkapellen in der Umgebung besucht.

Seinen Auftakt hatte das Herbsttreffen der IgB am Freitagabend auf dem Hof Grube in Tetekum genommen. Dort hießen die Eigentümer Karin und Johannes Busch die Teilnehmer willkommen. Grußworte sprachen Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Bürgermeister Richard Borgmann.

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