Bocholter Bühne begeistert mit „Fräulein Julie“
Eine Stimme, die Wände reißen lässt

Lüdinghausen -

Viel Applaus ernteten die Schauspieler der Bocholter Bühne für ihre Aufführung des Stücks „Fräulein Julie“ in der Aula des St.-Antonius-Gymnasiums. Es war vor allem eine Stimme, die es dem Publikum ganz besondern angetan hatte.

Mittwoch, 26.09.2018, 17:46 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 25.09.2018, 20:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 26.09.2018, 17:46 Uhr
Das Publikum in der Anton-Aula war begeistert von „Fräulein Julie“.
Das Publikum in der Anton-Aula war begeistert von „Fräulein Julie“. Foto: Justus Zentek

Einen verspäteten Mittsommer im September brachte die Bocholter Bühne am Montagabend mit der Aufführung von August Strindbergs „Fräulein Julie” in die Aula des St.-Antonius-Gymnasiums und sorgte beim Publikum für Erstaunen und Begeisterung. Zurückversetzt in das Jahr 1894 in einer kleinen Stadt Schwedens trifft das selbstbewusste Fräulein Julie (Greta Teschlade), Tochter des Grafen, auf den gebildeten Jean ( Ralf Ruhle). Gemeinsam mit seiner Verlobten Christine ( Kerstin Flakowski) dient er in den Gemäuern des Grafen und wird dabei von der vermeintlichen Reife des Fräuleins, welches weiß, wie sie ihren Willen bekommt, angezogen.

Nach einer intimen Nacht und durch gut gefüllte Weingläser beeinflusste Gespräche trifft Jean am nächsten Morgen den Entschluss, gemeinsam mit Julie auszuwandern und ein Hotel zu eröffnen, wobei die herablassende Fassade des Fräuleins immer mehr zu zerfallen scheint. In einem dauerhaften Konflikt zwischen Geschlechterrollen, Machtpositionen und purer Verzweiflung endet das Stück letztendlich mit dem Vorhaben des Fräuleins, Selbstmord zu begehen, was sie in einem schauerlichen Monolog andeutet.

Regisseur und Publikum lassen Stück Revue passieren

Unter der Regie von Ralf Melzow überzeugte besonders Greta Teschlade mit ihrer fulminanten Stimme, die beinahe den einen oder anderen Riss in den Wänden der Aula erzeugt hätte. Auch Kerstin Flakowski und Ralf Ruhle applaudierte das Pu­blikum immer wieder wohlverdient für ihre Leistung. Melzow ließ das Stück anschließend gemeinsam mit dem Publikum Revue passieren und brachte seine Bindung zur Theatergruppe zum Ausdruck. „Die Darsteller und ich lieben es. Wir sind mit Herzblut engagiert und freuen uns jedes Mal, das Publikum zum Nachdenken zu bringen”, so der Regisseur. Auch das Publikum nutzte die Möglichkeit, die Schauspieler persönlich zu loben, sodass am Abend nicht nur ein Jubelruf aus den Reihen ertönte.

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