„Wellcome“ feiert Geburtstag
Ein Willkommen für 114 Familien

Lüdinghausen -

Früher wohnte die Oma eine Straße weiter und konnte „mal eben“ einspringen, wenn der Nachwuchs beaufsichtigt werden musste. Heute stehen viele junge Familien ganz alleine da, wenn sie nach der Geburt den Alltag zwischen Windeln wechseln, Haushalt und Rückkehr in den Beruf meistern müssen. Da kommt in Lüdinghausen seit zehn Jahren „Wellcome“ ins Spiel.

Freitag, 28.09.2018, 17:30 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 27.09.2018, 19:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 28.09.2018, 17:30 Uhr
Zehn Jahre „Weiberwirtschaft“ – das „Wellcome“-Team für den Standort Lüdinghausen traf sich jetzt zum runden Geburtstag in der Burg Lüdinghausen.
Zehn Jahre „Weiberwirtschaft“ – das „Wellcome“-Team für den Standort Lüdinghausen traf sich jetzt zum runden Geburtstag in der Burg Lüdinghausen. Foto: iram

Nein, der „Babysitter-Boogie“ erschien Ukulele-Spieler und Sänger Andreas Kaim von der „Männerwirtschaft“ doch zu albern, um als musikalischer Kommentar zum zehnjährigen Bestehen des „Wellcome“-Standortes Lüdinghausen, zu dienen. „Es würde der Arbeit, die Sie hier leisten nicht gerecht werden“, sagte er den Anwesenden am Mittwochnachmittag im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen. Stattdessen spielten sie „Wild world“ von Cat Stevens.

Wenn ein Kind geboren wird, kann man bei uns Hilfe erfragen.

Monika Heitmann, Wellcome-Koordinatorin

Zehn Jahre „Wellcome“ bedeutet in Zahlen: 114 Familien, denen in dieser Zeit durch die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen geholfen wurde. „Wenn ein Kind geboren wird, kann man bei uns Hilfe erfragen“, erläutert Monika Heitmann, Koordinatorin des Standortes Lüdinghausen, in Trägerschaft des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) das Angebot. Dass es bundesweit offensichtlich einen Bedarf gibt, zeigen die knapp 240 Standorte des „Social Franchise“-Unternehmens. „Es ist Bestandteil des Konzeptes, dass das Angebot von ‚Wellcome‘ an so unterschiedlichen Standorten wie München und Lüdinghausen gleich ist“, erläutert die Landeskoordinatorin für Nordrhein-Westfalen, Andrea Berghaus-Micke.

Die Zeiten haben sich geändert.

Maria Borgmann, Schirmherrin am Wellcome-Standort Lüdinghausen

Zum runden Geburtstag in Lüdinghausen hatte auch „Wellcome“-Gründerin, Rose Volz-Schmidt, es sich nicht nehmen lassen, Glückwünsche aus Hamburg, dem Hauptsitz, an die Frauen des Standortes Lüdinghausen übermitteln zu lassen. 25 Frauen besuchen hier derzeit Familien, in denen ein Kind geboren wurde, um die Mütter zu unterstützen. Die Gründe für diesen Unterstützungsbedarf sind vielfältig. „Die Zeiten haben sich geändert“, führt die Schirmherrin des Standortes Lüdinghausen, Maria Borgmann, ins Feld und erläutert weiter, dass vor allem das Wegbrechen der früher selbstverständlichen Ansprechpartner wie Großeltern oder Nachbarn für eine stärkere Belastung der Mütter sorgt. „Gerade in den Neubaugebieten ist die Nachfrage groß“, ergänzt Monika Heitmann, denn hier seien die Neu-Zugezogenen, die oft noch kein soziales Netz aufbauen konnten.

Hinzu komme, dass auch die Berufstätigkeit in Familien eine wachsende Bedeutung erfahre. Da gebe es Väter, die die ganze Woche aus beruflichen Gründen weg seien. Mütter, die schnell wieder in den Beruf einsteigen wollten und sich nicht lange mit dem Knüpfen von Bekanntschaften, die zur Not auch einmal helfend unterstützen könnten, aufhalten könnten oder Großmütter, die oft noch berufstätig seien. Somit sei das Angebot von „Wellcome“ nicht nur willkommene Hilfe, sondern auch Ausdruck einer sich wandelnden Bedeutung von Familie.

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Es werden noch Ehrenamtliche für „Wellcome“ in Nordkirchen und Südkirchen gesucht. Kontakt unter m-heitmann@skf-luedinghausen.de

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