Jens Noske von Historikerverband ausgezeichnet
Kardinal von Galen im Visier

Lüdinghausen -

Für seine besonderen Leistungen in Sachen Geschichtsforschung ist jetzt Jens Noske vom Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands ausgezeichnet worden. Er hat sich mit Kardinal Christoph Bernhard von Galen, der kurz nach dem Westfälischen Frieden Fürstbischof von Münster wurde, beschäftigt.

Donnerstag, 04.10.2018, 08:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 04.10.2018, 08:00 Uhr
„Für eine herausragende Forschungsleistung“: Jens Noske mit der Urkunde des Deutschen Historikerverbandes.
„Für eine herausragende Forschungsleistung“: Jens Noske mit der Urkunde des Deutschen Historikerverbandes. Foto: Christian Besse

Wer Kardinal Graf von Galen war, ist allgemein bekannt. Weniger präsent dürfte vielen der Name eines seiner Vorfahren sein – Christoph Bernhard von Galen , der kurz nach dem Westfälischen Frieden Fürstbischof von Münster wurde und bis zu seinem Tod 1678 blieb.

Jens Noske weiß über den Kirchenpolitiker des späten 17. Jahrhunderts eine ganze Menge. Der erst 19-jährige Lüdinghauser, der in diesem Sommer sein Abitur an der Wolfhelm-Gesamtschule in Olfen gebaut hat, hat eine etwa 60-seitige Studie über den Fürstbischof geschrieben. Eine Studie, die selbst in Fachkreisen Anerkennung fand. Und wie: Auf dem Historikertag in Münster ist Noske jetzt mit dem Schülerpreis des Verbands der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) ausgezeichnet worden – „für eine herausragende Forschungsleistung“, wird dem 19-Jährigen von den Geschichtswissenschaftlern bescheinigt.

Preis beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

Überreicht wurde ihm die Urkunde im Rahmen der großen Festveranstaltung in der münsterischen Überwasserkirche, „vor rund 200 Teilnehmern“, so schätzt der Lüdinghauser – Historikern und anderen Wissenschaftlern. „Das war natürlich sehr schön“, sagt der angehende Student.

Ein Neuling in Sachen Geschichtsschreibung war er nicht. Bereits vor seiner Studie über den Fürstbischof hatte der damalige Schüler eine Abhandlung über Flüchtlinge und Vertriebene aus den damaligen deutschen Ostgebieten nach dem Zweiten Weltkrieg verfasst. Der Lohn: der erste Platz auf NRW-Ebene. 2017 wurde Noske dann erstmals für seine Studie über Fürstbischof von Galen ausgezeichnet – mit dem zweiten Platz beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten.

Was war an dem Kirchenpolitiker des 17. Jahrhunderts für den damaligen Schüler so interessant? Von Galen sei eine sehr ambivalente Persönlichkeit gewesen, erklärt der Lüdinghauser: „Einerseits prägte er das Bistum durch seine Kriegspolitik, andererseits durch seine Reformen.“ So habe der Fürstbischof durch Schulgründungen das Bildungswesen vorangetrieben und sei gegen den damals noch vorhandenen Hexenwahn vorgegangen. „Vor von Galen gab es noch Hexenverfolgungen in Lüdinghausen, danach nicht mehr“, sagt Noske.

Studium in Greifswald

Die Zeit nach dem Abitur hat der 19-Jährige dazu genutzt, um drei Monate in England zu jobben und damit sein Englisch zu verbessern. Noch in dieser Woche zieht er wieder um – diesmal nach Greifswald. Dort nimmt er in Kürze sein Jurastudium auf. Warum Rechtswissenschaften und nicht Geschichte? „Ich bin sehr vielseitig interessiert, nicht nur an historischen Themen“, antwortet Noske. „Ein Geschichtsstudium wäre auch interessant gewesen, aber ich habe mich für Jura entschieden.“

Abwechslung von den Paragrafen wird er wohl auch in Greifswald an der frischen Luft suchen. Denn der angehende Wissenschaftler mit Historikermeriten ist kein Stubenhocker – Entspannung findet der 19-Jährige bei der Ornithologie, beim Wandern oder Angeln.

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