Exponat bietet Geschichte zum Anfassen
Noch ein Halsband für die Burg

Lüdinghausen -

Es lässt sich leichter anlegen und vor allem wieder abnehmen, die Replik des historischen Halsbandes des Ritters Lambert von Oer. Die Kunstschmiede André Terwey und Gerd Pöhlchen haben sie detailgetreu nachgebaut und der Burg Vischering nun für die Museumarbeit zur Verfügung gestellt.

Dienstag, 30.10.2018, 06:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 30.10.2018, 06:00 Uhr
Die Kunstschmiede André Terwey (vorne M.) und Gerd Pöhlchen (vorn,l.) präsentierten Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und den Beteiligten der Kreisverwaltung die Halsband-Replik.
Die Kunstschmiede André Terwey (vorne M.) und Gerd Pöhlchen (vorn,l.) präsentierten Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und den Beteiligten der Kreisverwaltung die Halsband-Replik. Foto: Kreis Coesfeld

Die Burg Vischering ist um ein interessantes Ausstellungsobjekt reicher: Eine in Handarbeit gefertigte Replik des historischen Halsbandes des Ritters Lambert von Oer wurde jetzt feierlich an das Team der Burg übergeben, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises Coesfeld. Auch Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Kreisdirektor Joachim L. Gilbeau freuten sich über dieses exklusive Stück, das dem Original zum Verwechseln ähnlich sieht.

Lebendiges Museum

Die Schöpfer der Halsbandreplik sind die Kunstschmiede Gerd Pöhlchen und André Terwey, der mit anderen Kollegen die Alte Schmiede Ramsdorf als lebendiges Museum betreibt. Sie bauten in monatelanger Feinarbeit alle Details des Originals ganz genau nach. Dabei benutzten sie auch historisches Handwerkszeug aus der Entstehungszeit des Originals. Damit am Ende auch alles richtig sitzt, musste sogar Ehefrau Monika Pöhlchen buchstäblich ihren Hals hinhalten. Denn Frauenhälse sind ja bekanntlich etwas schmaler als Männerhälse – und weisen, so gesehen, eher die Proportionen der Männer früherer Jahrhunderte auf, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Einige bedeutsame Unterschiede zum Original-Halsband gibt es allerdings. Anders als die Vorlage ist die Halsbandreplik mit Magneten ausgestattet, die das zweiteilige Band fest aneinander heften, sich aber leicht lösen lassen. Es ist also kein Gang zum Schmied nötig, der das Halsband, wenn es einmal fest um den Hals gelegt wurde, wieder aufschlagen muss. So erging es damals dem Ritter Lambert von Oer.

„Geschichte zum Anfassen“

Auch die Dornen, die sich an der Innenseite des Halsbandes befinden und die im Original seinem Träger sicher eine große Qual bereiteten, sind herausnehmbar. Deshalb kann die Replik des Halsbandes nun auch ganz ungefährlich für museumspädagogische Zwecke Verwendung finden. „Ihre Schöpfer freuen sich sehr darüber, dass auch hier ,Geschichte zum Anfassen‘ geboten wird – und suchen für die Museumsschmiede in Ramsdorf übrigens noch personelle Verstärkung durch die nächste Handwerkergeneration“, schreibt der Kreis Coesfeld abschließend.

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