Konzert der Band „Le Clou” im Ricordo
Aus Lüdinghausen wird Louisiana

Lüdinghausen -

Das Konzert der französisch-deutsch-schottischen Cajun-Band „Le Clou” im Ricordo am Freitagabend erwies sich mit den kuriosen Instrumenten, tanzenden Gästen und dem „Südstaaten-Sumpf-Rock’n’Roll” als musikalisches Spektakel.

Dienstag, 20.11.2018, 14:56 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 18.11.2018, 18:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 20.11.2018, 14:56 Uhr
Französisches Flair perfekt kombiniert mit Rock‘n‘Roll aus Louisiana bot das Quintett „Le Clou“ am Freitagabend im Ricordo.
Französisches Flair perfekt kombiniert mit Rock‘n‘Roll aus Louisiana bot das Quintett „Le Clou“ am Freitagabend im Ricordo. Foto: jz

Da verwandelte sich die Stever in den Mississippi River, und das Ricordo in ein ausgelassenes Drunter und Drüber. Beim Konzert der französisch-deutsch-schottischen Cajun-Band „Le Clou” im Ricordo gab es am Freitagabend neben kuriosen Instrumenten, tanzenden Gästen und dem „Südstaaten-Sumpf-Rock’n’Roll” so einiges zu hören und zu sehen. Der durch Michael Oberhaus als einer der „Kulturhighlights des Jahres” angekündigte Auftritt erwies sich bereits ab der ersten Sekunde als musikalisches Spektakel.

Die 1976 gegründete Band überzeugte anlässlich ihrer Deutschlandtour mit Hits wie „Rosalie” oder „Vérité” von alten Platten und ihrem neuen Album „Pierre qui roule” (Stein, der rollt). Johannes Epremian, Sänger, Gitarrist und Geiger des Quintetts führte das Publikum zwischen den energiegeladenen Liedern mit einer großen Portion Humor und Ironie durch die geschichtlichen Hintergründe der Cajuns, Nachfahren von Siedlern aus Frankreich, die vor über 200 Jahren in die USA kamen und erzählte vom „verrückten Hippie namens Ludwig XIV, der es sich in einer Wohngemeinschaft im französischen Versailles gemütlich machte, während sein Volk auf dem Lande verhungerte”. Wenn Epremian, der selbst oft nach Mississippi reist, nicht von der lebhaften Lebensart der Cajuns berichtete, verkörperte er diese selber und ließ sich auf den Tischen des Weinlokals feiern.

Auch Yves Gueit, an exotischen Instrumenten wie dem Cajun-Akkordeon oder der Okarina, einer winzigen Tonflöte, Bassist Gero Gellert, Neuzugang Steve Crawford aus Schottland, welcher die Gitarre und das Frottoir, „den einzigen Waschbrettbauch, den man kaufen kann”beherrscht und letzteres während des Liedes „Rosalie” präsentierte, sowie Ralph Schläger, der, wie der Name vermuten mag, am Schlagzeug aktiv ist, trugen zum erstklassigen Sound der Mischung aus traditioneller Cajun Music, Zydeco, kreolischen Rhythmen und Blues bei, sodass es einige der Zuschauer nicht mehr auf den Plätzen hielt und sie verteilt im Lokal ein Tänzchen wagten.

Mit kräftigem Applaus und Jubelrufen wurde die Band abschließend von der Bühne verabschiedet, bevor sich sowohl das Ricordo, als auch die Stever aus der Traumwelt des Mississippi-Deltas zurückverwandelten. Die Lebensfreude der Cajuns jedoch wird vermutlich noch lange in den Herzen der Zuschauer verweilen.

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