Münchener Tourneetheater zeigt „Wechselspiel der Liebe“
Ein langer Weg bis zum Happy End

Lüdinghausen -

Eine Schreckensmoment gab es bei der Darbietung des Theaterstücks „Wechselspiel der Liebe“ vom Münchner Tournee-Theater als eine Zuschauerin einen Kreislaufkollaps erlitt. Nach kurzer Unterbrechung wurde das Stück fortgesetzt und sowohl die Geschichte auf als auch hinter der Bühne mit der Zuschauerin gingen gut aus.

Donnerstag, 22.11.2018, 19:00 Uhr aktualisiert: 23.11.2018, 09:52 Uhr
Mit der turbulenten Komödie „Wechselspiel der Liebe“ unterhielt das Münchner Tournee-Theater, zu dem auch Angelika Milster (3.v.r.) gehört.
Mit der turbulenten Komödie „Wechselspiel der Liebe“ unterhielt das Münchner Tournee-Theater, zu dem auch Angelika Milster (3.v.r.) gehört. Foto: Inga Kasparek

Es war beinahe noch eine Premierenveranstaltung die am Mittwochabend dem Lüdinghauser Publikum geboten wurde. Erst seit Mitte November ist das Münchner Tournee-Theater mit „Wechselspiel der Liebe“ unterwegs. Zum Teil hochkarätig besetzt boten die Darsteller, untermalt von vielen Musikeinlagen, eine turbulente, mitreißende Komödie, die nichts ausließ.

Die Geschichte aus der Feder von Rosamunde Pilcher spielt in einem schottischen Landhaus, in dem Tuppy Armstrong (Viktoria Brahms) das Zepter schwingt. Und dieser rebellischen Großmutter will Anthony (Manfred Stecher) seine Verlobte Rose vorstellen. Da ihm diese aber unerwartet abhanden gekommen ist, überredet er deren Zwillingsschwester Flora dazu, die Rolle der Schwester zu übernehmen.

Irrungen und Wirrungen

Die sich daraus ergebenden Komplikationen sind vorprogrammiert, und so nimmt eine Handlung voller Irrungen und Wirrungen, mit großen Emotionen, aber auch mit verdrängten Lebensträumen ihren Lauf. Es versteht sich, dass am Schluss ein Happy End vorgesehen ist, aber bis dahin ist es ein längerer Weg.

Alle sechs Rollen waren von Regisseur Patrick Fichte , der als Dr. Hugh Kyle auch den Hausarzt der Familie gab, perfekt besetzt. Wer aber Angelika Milster an vorderster Front erwartet hatte, wurde enttäuscht. Die einstige Diva der großen Bühnen, nach wie vor eine gute Schauspielerin und eine wunderbare Sängerin, spielte nämlich nicht die Hauptrolle, die war Navina Heyne vorbehalten, die sich als Flora alias Rose in die Gunst des Publikums spielte und sang. Dirk Bender als Butler Mr. Watty wusste ebenso zu überzeugen, wie das gesamte Ensemble als eingespieltes Team.

Eine kleine Anekdote am Rande sei noch erwähnt: Während der Vorstellung erlitt eine Besucherin einen Kreislaufkollaps, der zunächst von den Schauspielern unbemerkt blieb. Dann aber unterbrachen sie ihr Spiel für kurze Zeit und verharrten unbeweglich – wie eingefroren – auf der Bühne bis Patrick Fichte, im Stück der amtierende Arzt, das Publikum fragte, ob sie weiterspielen sollten. Darauf die schlagfertige Antwort aus den Zuschauerreihen: „Klar, wir haben ja einen Arzt hier.“

Das einsetzende Gelächter brachte alle wieder in die richtige Theaterstimmung. Alles war wieder gut, das traf auch für die Frau zu, die im Nebenraum betreut wurde. Und somit konnten die Zuschauer – und sicherlich auch die Akteure – am Schluss nach viel Applaus zufrieden nach Hause gehen.

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