Psychiater und Kabarettist Dr. Manfred Lütz in der St.-Felizitas-Kirche
Nur Sinnvolles macht glücklich

Lüdinghausen -

Der Psychiater, Psychotherapeut, Theologe und Kabarettist Dr. Manfred Lütz ist Chefarzt des Alexianer-Krankenhauses in Köln-Porz. Humorvoll, aber auch nachdenklich referierte er in der St. Felizitas-Kirche zum Thema „Glück“.

Freitag, 23.11.2018, 08:00 Uhr aktualisiert: 23.11.2018, 09:52 Uhr
Dr. Manfred Lütz (kl. Foto), Psychiater, Theologe und Kabarettist, unterhielt das Publikum in der voll besetzten St.-Felizitas-Kirche mit seinen Ansichten vom Glücklichsein.
Dr. Manfred Lütz (kl. Foto), Psychiater, Theologe und Kabarettist, unterhielt das Publikum in der voll besetzten St.-Felizitas-Kirche mit seinen Ansichten vom Glücklichsein. Foto: Arno Wolf Fischer

Mit jeder Menge Humor und Fachwissen referierte Dr. Manfred Lütz am Mittwochabend in der St.-Felizitas-Kirche zum Thema „Glück“. Zahlreiche Besucher folgten der Einladung und die Kirchenbänke waren bald mit mehreren Hundert Zuhörern gefüllt. Der Psychiater, Psychotherapeut, Theologe und Kabarettist ist seit 1997 Chefarzt des Alexianer-Krankenhauses in Köln-Porz und griff in seinem kabarettistischen Vortrag immer wieder auf persönliche Erfahrungen zurück.

Sie sind der einzige Mensch, der für Ihr Leben kompetent ist.

Manfred Lütz

„In meiner Freizeit sehe ich diagnostisch nichts“, beruhigte Lütz das Publikum mit einem Augenzwinkern. Eingeladen hatte ihn die „von Raesfeldsche Armenstiftung“ zusammen mit der Kirchengemeinde St.-Felizitas und der Familienbildungsstätte Lüdinghausen, sowie der Buchhandlung „Drei Burgen Buch“, die für die anschließende Signierstunde einen Büchertisch bereitstellte. Nach dem Telefonat mit Elisabeth Krechtmann vom Beirat der Armenstiftung sagte Lütz zu: „Ich höre schon am Telefon, ob Leute engagiert sind.“

Sein Vortrag „Wie Sie unvermeidlich glücklich werden“ basiert auf dem gleichnamigen Buch aus dem Jahr 2015. Wer dahinter einen Glücksratgeber vermutet, liegt allerdings falsch: „Ich habe einen Antiratgeber geschrieben“, stellte Lütz schon bald klar. Bei den typischen Glücksratgebern handele es sich um „Anleitungen zum Unglücklichsein“.

Die „Glücksindustrie“ sei nur aus einem Grund erfolgreich: „Sie funktioniert nicht, und die Leute brauchen immer neue Ratgeber.“ Wege zum Glück gebe es so viele, wie es Menschen gibt, und Glück sei so individuell, dass vor allem eines gilt: „Sie sind der einzige Mensch, der für Ihr Leben kompetent ist.“ Erfolg, Schönheit oder Gesundheit seien nicht ausschlaggebend und die „pathologische Suche nach Glück“ führe letztendlich nicht zum Ziel.

Wenn man etwas in sich Sinnvolles tut, ist man glücklich.

Manfred Lütz

Für Lütz ist klar: „Wenn man etwas in sich Sinnvolles tut, ist man glücklich.“ Wichtig seien dabei nicht die Umstände oder das Ergebnis. „Auch im Leiden kann man Sinn erleben“, fasste er zusammen. Und: „Dann blitzen diese besonderen Momente auf und man ist unvermeidlich ganz erfüllt vom Glück.“

Unter anhaltendem Applaus verabschiedete sich Lütz vom Rednerpult und viele Besucher bedankten sich nach dem Vortrag mit einer Spende, die der ehrenamtlichen Arbeit der Armenstiftung zugute kommt.

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