Schreibwaren Engels schließt
Eine Ära geht zu Ende

Lüdinghausen -

Das Schreibwarengeschäft Engels in der Mühlenstraße schließt bis Februar kommenden Jahres seine Pforten. „Eine Ära geht zu Ende“ steht in dicken Lettern auf den Schaufensterscheiben. Fast 140 Jahre bestand das Geschäft, das Antonia Gallitz vor 25 Jahren übernommen hat. Sie selbst hat dort vor 57 Jahren ihre Ausbildung absolviert.

Freitag, 07.12.2018, 08:00 Uhr
Das Geschäft Schreibwaren Engels schließt Ende des Jahres seine Pforten. Inhaberin Antonia Gallitz (kl. Foto l.) und die frühere Chefin Marianne Engels sehen darin „den Lauf der Dinge“.
Das Geschäft Schreibwaren Engels schließt Ende des Jahres seine Pforten. Inhaberin Antonia Gallitz (kl. Foto l.) und die frühere Chefin Marianne Engels sehen darin „den Lauf der Dinge“. Foto: wer

„Eine Ära geht zu Ende“ – so ist es im Schaufenster von Büro- und Schreibwaren Engels in der Mühlenstraße seit ein paar Tagen zu lesen. Und genauso ist es. Das Geschäft schließt bis Ende Februar seine Pforten. Damit endet eine fast 140-jährige Firmengeschichte. 1880 gründete an dieser Stelle der Schwiegervater von Marianne Engels das Geschäft samt Buchbinderei. Vor 25 Jahren übergab die heute 90-Jährige, die selbst vier Jahrzehnte die Geschäfte des Familienbetriebs führte, die Verantwortung an Antonia Gallitz.

Entscheidung nicht leicht gefallen

Die Entscheidung, das Geschäft aufzugeben, sei ihr nicht leicht gefallen, sagt Gallitz. Immerhin sei sie selbst ja schon seit 57 Jahren mit ihm verbunden, habe dort ihre Ausbildung gemacht. Doch mit 71 Jahren sei es nun genug, zumal keine Nachfolge in Sicht sei. Und: Der Internethandel mache das Geschäft sicher nicht leichter. Der Entschluss aufzuhören stand für sie schon länger fest, sagt Gallitz. Aber letztlich habe sie sich dann doch noch nicht dazu durchringen können, ihn auch umzusetzen.

Kaum ein Lüdinghauser ist in den vergangenen Jahrzehnten an Engels vorbeigekommen. So mancher hat dort seinen ersten Schulfüller gekauft. Ganze Generationen von Kindergartenmüttern haben dort ihre Bastelutensilien geordert. So manche Figurensammlung für das weihnachtliche Krippenszenario stammt aus dem Hause Engels.

Kunden sind traurig

„Unsere Kunden sind traurig und können das nicht verstehen“, sagt Antonia Gallitz. Aber das sei der Lauf der Dinge. Auch Marianne Engels mag angesichts der anstehenden Schließung des Geschäftes „keine Wehmut“ empfinden. „Wir haben uns ja länger damit auseinandergesetzt“, sagt sie. Zugleich erinnert sie sich gerne an die zurückliegenden Jahre, in denen sie selbst auch immer noch ins Geschäft geschaut hat. „Wir hatten eine ganze Reihe Auszubildende.“ Die Entscheidung, dass sie dann vor einem Vierteljahrhundert das Geschäft übernommen habe, sei schon früh gefallen. Das Verhältnis zu Antonia Gallitz sei aber immer etwas Besonderes gewesen: „Sie war unser viertes Kind.“

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