Landwirte und Naturschützer stellen Projekt vor
Acker wird zur Futterstelle

Lüdinghausen -

Aus dem Acker der alten Hofstelle Hanrott haben Landwirte und Naturschützer ein Paradies für Vögel gemacht, die hier auch im Winter reichlich Futter finden. Das Angebot wird bereits gut angenommen. Sogar ein Schwarm Goldammern wurde schon gesichtet.

Freitag, 28.12.2018, 13:00 Uhr
Aus dem Acker der alten Hofstelle Hanrott haben Landwirte und Naturschützer ein Paradies für Vögel gemacht, die hier auch im Winter reichlich Futter finden. Das Angebot wird bereits gut angenommen.
Aus dem Acker der alten Hofstelle Hanrott haben Landwirte und Naturschützer ein Paradies für Vögel gemacht, die hier auch im Winter reichlich Futter finden. Das Angebot wird bereits gut angenommen. Foto: Peter Werth

Mitglieder des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes und Naturschützer kamen jetzt an einem Acker der alten Hofstelle Hanrott in Lüdinghausen zusammen. Der Grund für dieses Treffen bei widrigem Wetter waren zahlreiche Vögel, die sich auf dem Getreideacker mit Nahrung versorgten. Diesen haben die Landwirte in Kooperation mit dem BUND und dem NABU angelegt. Die Besucher staunten nicht schlecht, als ihnen Bernd Brüning (BUND) und Erich Hirsch (NABU) von einem Schwarm Goldammern berichteten, den sie schon mehrmals dort gesichtet hatten. „Von dem Nahrungsangebot auf dieser Fläche profitieren selbstverständlich auch andere Feldvögel wie der Feldsperling“, schreibt der BUND in einer Mitteilung.

Wenn die Landwirte in anderen Städten und Gemeinden genauso beispielhaft mithelfen, können im Kreis Coesfeld noch einige Äcker nach dem Lüdinghauser Modell angelegt werden.

Detlev Kröger

Die Idee für die Einsaat von Getreide auf einer ehemals landwirtschaftlichen Fläche, die von der Stadt Lüdinghausen für das Gewerbegebiet Tetekum vorgehalten wird, stamme von Berthold Kasberg und Christian Kalmon, die Kontakt zum NABU und zur Stadt Lüdinghausen, die auch das Saatgut gesponsert hat, pflegen. „Auf solchen Flächen kann man Getreide einsäen und später einfach den Vögeln überlassen“, wird ihre Idee im Pressetext zitiert. Darin heißt es weiter: „Der Erfolg dieses Lüdinghauser Modells gibt den Beteiligten Recht. Unsere Singvögel haben es im Winter schwer, in unserer ausgeräumten Landschaft zu überleben. Das sehen mittlerweile auch viele Landwirte so und haben kräftig angepackt.“

Für die gute Zusammenarbeit bedankte sich Dr. Detlev Kröger , Vorsitzender des NABU, bei den Landwirten: „Solche Projekte lassen sich in allen Kommunen, in der landwirtschaftliche Flächen in Gewerbeflächen oder Flächen für Wohngebiete umgewandelt werden, realisieren. Wenn die Landwirte in anderen Städten und Gemeinden genauso beispielhaft mithelfen, können im Kreis Coesfeld noch einige Äcker nach dem Lüdinghauser Modell angelegt werden. Gerne steht der NABU dabei als Ansprechpartner zur Verfügung“, wird Kröger zitiert.

Berthold Schule Meinhövel, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes, wolle die Zusammenarbeit mit den Naturschützern auf jeden Fall weiter ausbauen. Er habe Kröger zu einem Treffen und besseren Kennenlernen im kommenden Jahr eingeladen. Für Kröger sei es wichtig, dass auf solchen ehemaligen Ackerflächen auch Ackerwildpflanzen wie Kornblume, Klatschmohn und Kamille blühen können. Auf der Fläche Hanrott sei dies noch nicht der Fall, da sich im Boden nach intensiver Nutzung anscheinend kein keimfähiges Saatgut mehr befinde. Allerdings könne man bei kommenden Projekten durch Aussaat von entsprechendem Saatgut nachhelfen, schreibt der BUND. „Hier kann noch einiges verbessert werden. Dann würde man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Im Frühjahr ein Nektar- und Pollenangebot für die Insekten und im Herbst ein Nahrungsangebot für unsere heimischen Feldvögel“, heißt es in der Mitteilung abschließend.

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