Sternsinger-Aktion der St.-Felizitas-Gemeinde
Auf königlicher Spenden-Mission

Lüdinghausen -

Elisa und Mirjam Henkelmann ziehen zusammen mit Katja und Julia Witt von Tür zu Tür, um Spenden für den guten Zweck zu sammeln. Sie gehören zu den über 120 Sternsingern der St.-Felizitas-Gemeinde, die in diesen Tagen durch Lüdinghausen ziehen – und das tun sie nicht nur wegen der Süßigkeiten.

Freitag, 04.01.2019, 08:00 Uhr
Mit dem Aussendungsgottesdienst in der Felizitas-Kirche fiel gestern Vormittag der Startschuss für die 125 Sternsinger, die noch heute und morgen in Lüdinghausen von Haus zu Haus ziehen, um Spenden für den guten Zweck zu sammeln.
Mit dem Aussendungsgottesdienst in der Felizitas-Kirche fiel gestern Vormittag der Startschuss für die 125 Sternsinger, die noch heute und morgen in Lüdinghausen von Haus zu Haus ziehen, um Spenden für den guten Zweck zu sammeln. Foto: Heidrun Riese

Wenn kleine Könige mit einer Krone auf dem Kopf, einem Lied auf den Lippen und einer Spendendose in der Hand an den ersten Tagen eines neuen Jahres durch die Straßen ziehen, dann kann es sich eigentlich nur um Caspar, Melchior und Balthasar handeln. Elisa (6) und Mirjam (9) Henkelmann sind zusammen mit Katja (8) und Julia (4) Witt unterwegs. Die beiden Geschwister-Paare gehören zu den 125 Kindern und zwei Erwachsenen, die aktuell im Namen der St.-Felizitas-Gemeinde an ganz vielen Haus- und Wohnungstüren in der Steverstadt klingeln.

Dass die Rechnung mit den Heiligen Drei Königen bei einer Vierer-Gruppe nicht ganz aufgeht, stört nicht. „Ich bin Sternträger“, verkündet Mirjam. Elisa übernimmt die Rolle des Cas­par, Katja ist Balthasar und Julia, die Jüngste im Bunde, verkörpert Melchior. Sie hat sich zum ersten Mal in Schale geschmissen und den Text gelernt. Wie das mit dem Von-Tür-zu-Tür-gehen funktioniert, weiß die Vierjährige bei ihrer Premiere als Sternsinger aber bereits ganz genau. „Julia war schon im Kinderwagen als Begleitung mit dabei“, verrät die Mutter der Witt-Mädchen. Stefanie betreut die Gruppe zusammen mit Arnd, dem Vater der Henkelmann-Schwestern. Er ist gut vorbereitet – mit einer Karte, auf der alle Häuser markiert sind, die auf der Route liegen. Karl-Leisner-, Wilhelm-Canaris- und Nikolaus-Groß-Straße stehen auf dem Programm, und ein Teil des Dietrich-Bonhoeffer-Rings. „Vier Straßen mit knapp 100 Hausnummern“, fasst der erfahrene Begleiter zusammen.

Dass man anderen Leuten helfen kann, finde ich toll.

Katja Witt

Aber die Sternsinger-Aktion, für deren Organisation dieses Mal Pastoralassistent Klaus Bruns zuständig ist, beginnt eigentlich lange vor dem ersten Drücken eines Klingelknopfes. Nämlich mit der Anmeldung im Dezember, bei der auch die Kostüme und Utensilien verteilt wurden. Um die inhaltliche Vorbereitung ging es am Tag vor dem Aussendungsgottesdienst, der am Mittwoch in der St.-Felizitas-Kirche stattfand. „Peru: Chancen für Kinder mit Behinderung“ ist die Hilfsaktion in diesem Jahr überschrieben. So erfuhren die Sternsinger sowohl Wissenswertes über das Beispielland, aber auch über das Leben mit Handicap, ganz allgemein und vor Ort in Lüdinghausen. Letzteres war Thema von Raphaela Kampert-Kurz vom Caritas-Wohnheim für Menschen mit Behinderung und Ulrich Weiß als dessen Bewohner. Bei dieser Gelegenheit wurden auch das Lied und die Texte geübt. Die müssen schließlich sitzen, sobald das erste Haus angesteuert wird.

Nach dem Aussendungsgottesdienst geht es für Elisa, Mirjam, Katja und Julia erstmal in ihr Gebiet. Schon auf dem Weg dorthin landet der erste Fünfer in der Spendendose. Eine ältere Dame zückt ihr Portemonnaie, als sie die Sternsinger sieht und freut sich, etwas Gutes zu tun. Genau wie die Kinder: „Dass man anderen Leuten helfen kann, finde ich toll“, sagt Katja. Elisa nickt zustimmend und Mirjam ergänzt: „Ja, und man bekommt Süßigkeiten.“ Von denen sollen die Mädchen aber nur einen Bruchteil behalten. „Da kommt immer so viel zusammen“, weiß Arnd Henkelmann. So gibt es am Ende für jeden Sternsinger etwas zum Naschen und der Rest wandert beim Rückkehrgottesdienst am Sonntagvormittag mit anschließendem Pizzaessen in die Spendenkisten.

Julia ist indes ungeduldig: „Können wir endlich weitergehen?“, treibt die Jüngste die Gruppe an, die mit den Mehrfamilienhäusern an der Nikolaus-Groß-Straße anfängt. Wenn einmal geklingelt und dreimal gesungen wird, kommt man eben nur langsam voran. Dafür klappert es in der Spendendose und jedes Erfolgserlebnis entschädigt dafür, wenn eine Tür verschlossen bleibt. Als Dankeschön gibt es den Segen fürs Haus – und ein Lächeln in den Gesichtern der vier Mädchen. Darin ist zu erkennen, dass es wirklich nicht nur um die Süßigkeiten geht. Sie machen es eben vor allem, wie es am Ende eines jeden Vortrags an der Haus- oder Wohnungstür heißt: „Für die Kinder der Welt, für ein besseres Leben.“

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