Förderkreis Sacred Heart Monze hilft in Sambia
Es geht um Nachhaltigkeit

Lüdinghausen -

Der Förderkreis Monze in der Kirchengemeinde St. Felizitas unterstützt in der sambischen Stadt seit über vier Jahrzehnten verschiedene Hilfsprojekte. Dazu zählen neben der Schul- und Handwerksausbildung junger Menschen auch das Missionshospital.

Mittwoch, 09.01.2019, 10:00 Uhr
Bernadette Hartmann und Friedhelm Theveßen engagieren sich seit vielen Jahren im Förderkreis Monze, einer 60 000-Einwohner-Stadt in Sambia.
Bernadette Hartmann und Friedhelm Theveßen engagieren sich seit vielen Jahren im Förderkreis Monze, einer 60 000-Einwohner-Stadt in Sambia. Foto: wer

Sie lebten in den Slums der Stadt, ihre Zukunft schien nicht in den hellsten Farben strahlen zu wollen. Nach einer Schulausbildung und dem Abschluss in dem 1976 gegründeten Jugendhandwerkerzentrum sieht das jetzt anders aus. Dr. Bernadette Hartmann berichtet über die Erfolge der jungen Menschen in der sambischen Stadt Monze, als sei sie selbst dabei gewesen. Auf unscharf-verwackelten Fotos, die sie per E-Mail bekommen hat, sind jubelnde Absolventen zu sehen, die ihre Ausbildung als Schreiner, Maurer, zur Schneiderin oder als Servicekraft im Gastgewerbe abgeschlossen haben. Gewandet wie amerikanische High-School-Absolventen haben sie kürzlich ihren Erfolg gefeiert. Sie können optimistisch in die Zukunft blicken, ist Hartmann überzeugt: „Das war ein großer Moment im Leben der jungen Menschen. Das ist ihr ganzer Stolz.“

Das war ein großer Moment im Leben der jungen Menschen. Das ist ihr ganzer Stolz.

Bernadette Hartmann

Einen nicht geringen Anteil an diesem Ergebnis hat die Unterstützung durch den Förderkreis Monze der Kirchengemeinde St. Felizitas, dessen Sprecherin die Lüdinghauser Tierärztin ist. Erst vor wenigen Tagen hat der Förderkreis 15 000 Dollar Spendengelder für verschiedene Projekte – je 6000 für das Ausbildungszentrum und die Gemeindefarm und 3000 für das Missionshospital – nach Sambia überwiesen; Ende 2017 war es eine Summe von 20 000 Dollar. Seit über 40 Jahren engagiert sich die Lüdinghauser Kirchengemeinde kontinuierlich als Partner der Gemeinde Sacred Heart in Monze. Die Stadt liegt im Süden des 17 Millionen Einwohner starken Binnenstaats im Süden Afrikas.

Ziel der vielfältigen Aktivitäten und Hilfsprojekte, die die Kirchengemeinde unterstützt, sei die nachhaltige Förderung für die Menschen vor Ort. „Es nutzt nichts, wenn wir 1000 Säcke Reis schicken. Die sind irgendwann aufgegessen und die Situation ist wie vorher“, sagt Hartmann. Und entsprechend sind die Projekte des Förderkreises angelegt.

So werden beispielsweise über 500 Aidswaisen bei ihrer Schulausbildung unterstützt. Über Stipendien werden besonders erfolgreiche Schüler in dem Jugendhandwerkzentrum gefördert. Die Jugendlichen sind dort internatsähnlich untergebracht, sorgen teils selbst für ihre Verpflegung und tragen durch ihre nach und nach erworbenen handwerklichen Fähigkeiten zum Erhalt der Schule bei.

Banken vor Ort geben keine Kredite an die Frauen.

Bernadette Hartmann

Ein weiteres Standbein der Hilfe aus Lüdinghausen ist die Vergabe von sogenannten Micro-Credits an alleinerziehende Mütter. Diese erhalten Kleinkredite, um sich eine eigene Existenz aufbauen zu können. Auf die Männer sei da kein Verlass, stellt Hartmann unverblümt fest. Nach einer kleinen betriebswirtschaftlichen Schulung erhalten die Frauen Geld, um sich etwa im Gemüseanbau oder bei der Zucht von Ziegen oder Hühnern zu engagieren. Mit den später zurückgezahlten Mitteln würden wiederum andere Frauen gefördert. „Banken vor Ort geben keine Kredite an die Frauen“, sagt Hartmann. Und wenn überhaupt Kredite in dem Land vergeben würden, dann zu horrenden Bedingungen.

Das Missionshospital in Monze profitiert ebenfalls seit vielen Jahren von der Unterstützung der Gemeinde St. Felizitas. Dort sind Betten, Rollstühle und anderes medizinisches Gerät im Einsatz, die aus dem St.-Marien-Hospital stammen. Zudem wurde die Anschaffung und Inbetriebnahme einer Infusionslösungsproduktion auf den Weg gebracht. Diese Maßnahme habe das Krankenhaus sogar vor der drohenden Schließung bewahrt.

All das geschieht unter dem Dach der Kirchengemeinde Sacred Heart und der Nonnen der Gemeinschaft „Holy Rosary Sisters“ in Monze. Die Stadt mit ihren weit verstreut lebenden rund 60 000 Einwohnern ist gleichzeitig Bischofssitz. „Wir haben keine Mitarbeiter direkt vor Ort“, sagt Hartmann. Die Kontrolle der Gelder liege ausschließlich in den vertrauensvollen Händen der Nonnen mit ihrer Leiterin Sylvia Kambombi sowie ausgewählter Mitglieder der Sacred-Heart-Kirchengemeinde. „Wir haben alles getan, dass das Geld in sichere Hände kommt“, ist die Sprecherin des Förderkreises überzeugt.

Bernadette Hartmann war selbst schon zehn Mal in Monze, um sich in Begleitung von anderen Lüdinghausern selbst ein Bild vom Fortgang der Projekte zu machen. Eines habe sie und ihre Begleiter immer wieder überrascht: die große Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Menschen, die selbst das Wenige, das sie besitzen, zu teilen bereit sind.

Ein Problem spricht Hartmann ganz offen an. In Lüdinghausen fehlt es inzwischen an Mitstreitern, die bereit sind, sich in den Förderkreis einzubringen: „Wir brauchen Hilfe.“ Wer mitmachen möchte, kann sich an Bernadette Hartmann (E-Mail: info@tierklinik-hartmann.de) oder an Friedhelm Theveßen ( ✆ 01 71/ 7 58 10 01) wenden.

Zum Thema

Spenden für die Monze-Projekte sind möglich an: Volksbank Lüdinghausen-Olfen, IBAN: DE70 4016 4528 0022 9083 00; Sparkasse Westmünsterland, IBAN: DE35 4015 4530 0030 0016 22.

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