Gottesdienste für Gläubige und Ungläubige
Im Zweifel für den Glauben

Lüdinghausen -

Mit der Reihe „Ich glaube an Gott!?“ richtet sich die evangelische Pfarrerin Silke Niemeyer an „Gläubige und Ungläubige“. Drei Gottesdienste an den kommenden drei Sonntagen und ein „Abend offener Fragen“ am 31. Januar sollen die Menschen anregen, über Glauben und das Glaubensbekenntnis nachzudenken.

Donnerstag, 10.01.2019, 08:00 Uhr
Drei Gottesdienste für Gläubige und Ungläubige bietet die evangelische Pfarrerin Silke Niemeyer im Januar an. Abschließen soll die Reihe ein „Abend für offene Fragen“ am 31. Januar.
Drei Gottesdienste für Gläubige und Ungläubige bietet die evangelische Pfarrerin Silke Niemeyer im Januar an. Abschließen soll die Reihe ein „Abend für offene Fragen“ am 31. Januar. Foto: Anne Eckrodt

Wer über Gott rede, müsse auch in Widersprüchen reden, dürfe Zweifel hegen, sagt Pfarrerin Silke Niemeyer von der evangelischen Kirchengemeinde. Um diesen Widersprüchen und Zweifeln Raum zu geben, bietet sie im Januar die Gottesdienstreihe „Ich glaube an Gott!?“ samt einem „Abend der offenen Fragen“ an. „Das Angebot ist ein Experiment. Es richtet sich ausdrücklich an Gläubige und Ungläubige“, betont Niemeyer. Und: „Ich hoffe, dass es die Leute anspricht.“

Ich hoffe, dass es die Leute anspricht.

Silke Niemeyer

Die Idee dazu kam ihr nach ihrer Predigt beim ökumenischen Wortgottesdienst Heiligabend an der Burg Vischering . Auch dort hatte sie ausdrücklich nicht nur gläubige Christen, sondern eben auch Skeptiker, Suchende und Nichtgläubige angesprochen. Mit dem Titel „Ich glaube an Gott“ nimmt sich die Pfarrerin das Glaubensbekenntnis vor und stellt die Frage nach dem Glauben schlechthin. Wie glauben wir an Gott – den Vater, den Allmächtigen, den Herrn, den Schöpfer? Wer könne heute noch etwas mit diesem Glaubensbekenntnis anfangen? Wo doch dort das Vater-Bild sehr autoritär besetzt sei.

Durch die besondere Ansprache solle den Besuchern der Gottesdienste ein anderer Zugang zum Glaubensbekenntnis eröffnet werden, so der Ansatz Niemeyers. Auch für sich selbst habe sie eine Deutung des Textes gefunden, der es ihr erlaube, ihn mitzusprechen. „Mit der Vorstellung von Gott als Superpotentat kommen wir nicht weiter“, ist Niemeyer überzeugt.

Mit der Vorstellung von Gott als Superpotentat kommen wir nicht weiter.

Silke Niemeyer

Im Rahmen der Gottesdienste werde es anders als in einer üblichen Predigt Pro- und Contra-Impulse geben. „Glaube und Unglaube“, so die Pfarrerin existierten immer nebeneinander. Sie sollten „Denkanstöße geben“, wünscht sie sich. Am Ende erhielten alle die Gelegenheit, ihre Fragen, Anregungen und auch Zweifel schriftlich auf Zetteln zu hinterlassen. Diese könnten dann bei der Abschlussveranstaltung am 31. Januar (Donnerstag) im evangelischen Stephanus-Gemeindezentrum thematisiert werden. „Ich selbst gehe da offen rein“, sagt Niemeyer.

Zum Thema

Die Gottesdienstreihe: „Ich glaube an Gott den Vater – glaube ich das?“, Sonntag (13. Januar), 10 Uhr, in der evangelischen Kirche an der Burg (Lüdinghausen); „Ich glaube an Gott, den Allmächtigen – glaube ich das?“, 20. Januar (Sonntag), 10 Uhr, in der evangelischen Auferstehungskirche (Seppenrade); „Ich glaube an Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde – glaube ich das?“, 27. Januar (Sonntag), 10 Uhr, in der evangelischen Kreuzkirche (Nordkirchen); „Abend der offenen Fragen“, 31. Januar (Donnerstag), 19.30 Uhr, im Stephanus-Gemeindezentrum.

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