Biologisches Zentrum bekommt mehr Platz
Der Unterricht läuft weiter

Lüdinghausen -

Das Biologische Zentrum platzt aus allen Nähten. Ein Anbau sowie Umbauten in dem bestehenden Gebäude, das Anfang der 1970er Jahre errichtet wurde, sollen Abhilfe schaffen. Die Pläne sind fertig, eine nicht unerhebliche Förderzusage für die Kosten von 253 000 Euro gibt es auch. Was noch fehlt, ist die Baugenehmigung.

Samstag, 02.02.2019, 10:00 Uhr
Baubesprechung im Schnee: Die grüne „Wand“ aus Efeu hinter Dr. Irmtraud Papke, Dr. Rolf Brocksieper (r.) und Josef Klaas muss bald weichen. Denn an die Rückseite des Biologischen Zentrums werden zwei Veranstaltungsräume angebaut – mit Blick in den Obstgarten.
Baubesprechung im Schnee: Die grüne „Wand“ aus Efeu hinter Dr. Irmtraud Papke, Dr. Rolf Brocksieper (r.) und Josef Klaas muss bald weichen. Denn an die Rückseite des Biologischen Zentrums werden zwei Veranstaltungsräume angebaut – mit Blick in den Obstgarten. Foto: Anne Eckrodt

Die Pläne sind fertig, der Bauantrag ist gestellt, was noch fehlt, ist die Genehmigung. „Die erwarten wir im März. Im ­April können wir dann hoffentlich loslegen“, steckt Josef Klaas im WN-Gespräch den Zeitplan für den Umbau und die Erweiterung des Biologischen Zen­trums ab. Der Geschäftsführer kalkuliert mit einer Bauzeit von sechs Monaten. Dann sollen nicht nur die sanitären Anlagen erneuert und um eine behindertengerechte Toilette ergänzt, sondern auch mehr Platz für die Veranstaltungen sowie die Mitarbeiter geschaffen sein.

„Das ist dringend nötig, denn wir platzen aus allen Nähten“, macht Dr. Rolf Brock­sieper, Vorsitzender des Trägervereins des Biologischen Zentrums, deutlich. Die Besucherzahlen steigen stetig, rund 20 000 sind es mittlerweile pro Jahr, die die 900 Veranstaltungen besuchen. Dazu trägt auch die Tatsache bei, dass die Einrichtung am Rohrkamp seit einiger Zeit als Regionalzen­trum im Landesnetzwerk „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) fungiert. „Damit haben wir noch mehr Möglichkeiten, unseren Bekanntheitsgrad zu steigern“, so die Erfahrungen von Dr. Irmtraud Papke, Leiterin des Biologischen Zen­trums. Pro Vormittag werden im Durchschnitt drei Klassen unterrichtet. „Das ist in den jetzigen Räumen kaum noch möglich“, macht Papke deutlich. Auch Verwaltung und Archiv benötigen mehr Platz.

Wir schaffen dort auch einen Ausgang in den Obstgarten mit einer großen Fensterfront – schließlich sind wir ein Naturzentrum.

Josef Klaas

Der wird nun geschaffen. Stehen in dem Anfang der 1970er Jahre errichteten Gebäude, das ursprünglich als landwirtschaftliches Lehrfeld der Realschule Lüdinghausen diente, zurzeit 240 Quadratmeter zur Verfügung, sind es nach dem Umbau rund 80 Quadratmeter mehr. Neben den sanitären Anlagen wird der bestehende kleine Klassenraum zu einem Veranstaltungsraum umgebaut. Außerdem gibt es zum Garten hin einen Anbau, der Platz für zwei weitere Veranstaltungsräume mit 50 beziehungsweise 30 Quadratmetern bietet. „Wir schaffen dort auch einen Ausgang in den Obstgarten mit einer großen Fensterfront – schließlich sind wir ein Naturzentrum“, hebt Klaas hervor. Er kann sich dort auch gut eine Terrasse mit Sitzmöglichkeiten vorstellen. Eine Idee, die auch Papke und Brocksieper gefällt. „Zumal einige Gruppierungen wie Imkerverein, BUND und NABU inzwischen immer öfter bei uns tagen. Darüber freuen wir uns, weil dieser Vernetzungsgedanke ein wesentlicher Aspekt für die Förderung als BNE-Regionalzentrum ist“, so Papke.

Apropos Förderung: Die Stiftung „Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen“ mit Sitz in Bonn hat zugesagt, die Umbaukosten von rund 253 000 Euro mit 80 Prozent zu fördern. „Das ist außergewöhnlich hoch und alles andere als eine alltägliche Summe“, freut sich Brocksieper.

Der Haushalt des Trägervereins ist immer auf Kante genäht. Da ist kein Euro übrig.

Dr. Rolf Brocksieper

Für die Finanzierung der verbleibenden rund 50 000 Euro zeichnet sich Unterstützung durch die Stadt ab. „Dafür wären wir sehr dankbar, denn der Haushalt des Trägervereins ist immer auf Kante genäht. Da ist kein Euro übrig“, sagt dessen Vorsitzender.

Im städtischen Etatentwurf 2019 sind bereits 25 000 Euro für die Erweiterung des Zentrums vorgesehen. Auf Antrag von CDU und UWG sprach sich der Schulausschuss in dieser Woche einstimmig dafür aus, den Ansatz auf 40 000 Euro zu erhöhen. Zudem wurde die Verwaltung beauftragt, mit dem Kreis Coesfeld über eine mögliche Beteiligung an den Kosten zu sprechen.

Klar ist bereits, dass die Umbauarbeiten im laufenden Betrieb erfolgen. „Auch unser Programm in den Ferien findet wie gewohnt statt“, betont Papke.

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