Untersuchung der Bezirksregierung
Stever ist ein Risikogewässer

Lüdinghausen -

Die Bezirksregierung Münster prüft die Gewässer in ihrem Beritt regelmäßig auf das von ihnen ausgehende Risiko. In der jetzt veröffentlichten und noch bis zum 13. Februar in der Behörde am Nevinghoff in Münster einsehbaren jüngsten Untersuchung wird die Stever auf einer Länge von 54,72 Kilometern als „Risikogewässer“ eingestuft.

Montag, 04.02.2019, 06:00 Uhr
Ein Anblick, der glücklicherweise lange zurückliegt: Im Dezember 1960 trat die Stever – wie hier am Gymnasium Canisianum – über die Ufer.
Ein Anblick, der glücklicherweise lange zurückliegt: Im Dezember 1960 trat die Stever – wie hier am Gymnasium Canisianum – über die Ufer. Foto: Archiv Uhlenkott/Berendes

Es ist ein sperriger Begriff: „Europäische Hochwasser-Risikomanagement-Richtlinie“. Die verpflichtet die Bezirksregierung Münster, sämtliche Gewässer in ihrem Beritt regelmäßig auf das von ihnen ausgehende Risiko abzuklopfen. In der jetzt veröffentlichten und noch bis zum 13. Februar in der Behörde am Nevinghoff in Münster einsehbaren jüngsten Untersuchung wird die Stever auf einer Länge von 54,72 Kilometern als „Risikogewässer“ eingestuft. Das heißt, dass es entlang ihres Ufers eine „signifikante Hochwassergefahr“ gibt. Auf knapp 14 Kilometern fließt der Hauptlauf der Stever durch das Stadtgebiet von Lüdinghausen.

„In diesem Jahrhundert hatten wir glücklicherweise noch keine Probleme mit einer Hochwasserlage“, teilte Anja Kleykamp, Pressesprecherin der Stadt, auf Anfrage der WN mit. Die Kommune ist bei dem Thema ebenso mit im Boot wie der Kreis Coesfeld. Grundsätzlich erfolge die Prüfung des Hochwasserschutzes bei der Ausweisung von Baugebieten, erläuterte Kleykamp. Falls erforderlich, würden Schutzmaßnahmen wie Rückhaltebecken, Deiche und Versickerungsmulden geplant.

Beim Thema Hochwasserschutz haben wir auch die Nebengewässer mit im Blick.

Hermann Mollenhauer

In Überschwemmungsgebieten, von denen angenommen wird, dass sie einmal in 100 Jahren von Überflutungen heimgesucht werden, dürfen ohnehin keine neuen Baugebiete ausgewiesen werden. Das sei gesetzlich gar nicht zulässig, machte Hermann Mollenhauer , Leiter der Unteren Wasserbehörde beim Kreis Coesfeld, deutlich. „Beim Thema Hochwasserschutz haben wir auch die Nebengewässer mit im Blick. In Lüdinghausen sind das der Gronenbach und der Beverbach“, so Mollenhauer. Er und seine Kollegen stünden dabei in engem Kontakt mit dem Bauamt des Kreises, das auch für die Erteilung von Baugenehmigungen in Lüdinghausen zuständig ist.

Dann und wann melden sich beim Kreis Bauwillige. „Die bekommen Anfragen von ihrer Versicherung, wie es denn mit dem Hochwasserrisiko aussieht“, weiß der Leiter der Unteren Wasserbehörde. Er und seine Kollegen verweisen dann auf die amtlichen Daten der Bezirksregierung. „Die können schon mal von den Daten, die die Versicherungen selbst erheben, abweichen“, so Mollenhauer.

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