Rathaus platzt aus allen Nähten
Anbau oder mehrere Standorte

Lüdinghausen -

Die Stadtverwaltung benötigt dringend mehr Platz. In einer ersten Untersuchung hat das Braunschweiger Büro IWB geprüft, wo zusätzliche Büros entstehen könnten. Das Ergebnis stellte Diplom-Ingenieur Torsten Ruhe am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss vor.

Donnerstag, 14.02.2019, 10:00 Uhr
An der Rückseite des Rathauses sieht Diplom-Ingenieur Torsten Ruhe die einzige Möglichkeit, durch Anbauten zusätzliche Büros zu schaffen.
An der Rückseite des Rathauses sieht Diplom-Ingenieur Torsten Ruhe die einzige Möglichkeit, durch Anbauten zusätzliche Büros zu schaffen. Foto: Anne Eckrodt

Dass die Stadtverwaltung dringend mehr Platz benötigt, war im Haupt- und Finanzausschuss am Dienstagabend über alle Fraktionsgrenzen hinweg unstrittig. Die Überlegungen, ob und wie sich zusätzliche Büroräume durch eine Erweiterung des Rathauses schaffen lassen, stehen dabei noch ganz am Anfang. Nach einer Vorstellung der Ist-Situation für die derzeit 111 Verwaltungsmitarbeiter im Oktober vergangenen Jahres war Diplom-Ingenieur Torsten Ruhe vom Braunschweiger Büro IWB jetzt erneut zu Gast in dem Gremium. „Wir haben zwischenzeitlich untersucht, welchen Raumbedarf es künftig gibt und wie sich durch Erweiterungen neue Flächen schaffen lassen“, erläuterte Ruhe.

Vor allem der Fachbereich Soziales, dessen Mitarbeiterzahl von fünf Personen im Jahr 1998 auf aktuell 21 gestiegen ist, benötige dringend mehr Platz. Für alle Abteilungen zusammen müssten in der Minimalvariante 23,5 neue Räume entstehen, in der Maximalvariante wären es 32,5. Eine Chance, die durch Umbauten in den beiden bestehenden Gebäudeteilen zu realisieren, sieht der Fachmann nicht.

Wir haben uns in dieser ersten Untersuchung auf das Rathaus konzentriert.

Torsten Ruhe

Auch eine Aufstockung des Rathaus-Neubaus um ein weiteres Geschoss hält er aus statischen Gründen für nicht umsetzbar. Sein Vorschlag: zwei Anbauten mit vier beziehungsweise drei Geschossen. Einer an der Rückseite des früheren Amtsgerichts, wo heute ein Parkplatz ist. Der andere, etwas kleinere Anbau sei am Ende des gläsernen Durchgangs, der Alt- und Neubau verbindet, denkbar, erläuterte Ruhe. Auf diese Weise könnte der Minimalbedarf an zusätzlichen Räumen gedeckt werden.

Sowohl Gregor Schäfer (FDP) als auch Thomas Suttrup ( CDU ) wollten wissen, ob auch andere städtische Gebäude als mögliche Standorte für Büros der Verwaltung in die Überlegungen einbezogen worden sind. „Nein, wir haben uns in dieser ersten Untersuchung auf das Rathaus konzentriert“, machte Ruhe deutlich. Bürgermeister Richard Borgmann ergänzte: „Bei verschiedenen Standorten müssen die Folgekosten und der zusätzliche Aufwand bei den Arbeitsabläufen bedacht werden.“ Anton Holz (CDU) stieß ins gleiche Horn: „Ich kann nur davon abraten, nach anderen Standorten zu suchen.“ Ein Einwand, den Markus Kehl (UWG) nicht gelten lassen wollte: „Andere Stadtverwaltungen schaffen das auch.“

Daher müssen wir uns über Alternativen Gedanken machen.

Eckart Grundmann

Eckart Grundmann (Grüne) sah zwar – wie die Vertreter aller anderen Ratsfraktionen auch – den dringenden Bedarf für zusätzliche Büros, machte aber deutlich, dass Anbauten an der Rathausrückseite bedeuten würden, dass der dort vorhandene Naturraum verschwinden würde. „Daher müssen wir uns über Alternativen Gedanken machen“, betonte Grundmann. Sein Fraktionskollege Jöran Kortmann regte an, auch den Ortsteil Seppenrade in die Überlegungen einzubeziehen. Vor dem Hintergrund des Zeitplans – Ruhe: „Selbst, wenn schnell eine Entscheidung fallen sollte, müsste man sicher noch zweieinhalb Jahre mit dem Status Quo leben“ – sagte Michael Spiekermann-Blankertz (SPD): „Uns ist es wichtig, dass wir relativ schnell mehr Platz schaffen.“

Einstimmig beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, nun konkreter zu prüfen, wo welche Raumkapazitäten geschaffen werden können – sowohl durch eine Erweiterung des Rathauses als auch an anderen Standorten. Borgmann: „Wenn jemand andere Immobilien im Auge hat, teilen Sie uns das gerne mit.“

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