Kurzgeschichte von Patricia Malcher in Anthologie erschienen
Istanbul – ein Sehnsuchtsort

Lüdinghausen -

Die dialogische Kurzgeschichte „Süß und klebrig“ der Lüdinghauserin Patricia Malcher ist jetzt in der Anthologie „all over heimat“ erschienen. Darin beschäftigen sich 150 Autoren aus 27 Ländern weltweit mit dem Thema Heimat. Malchers Text entführt den Leser nach Istanbul.

Montag, 18.02.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 18.02.2019, 16:40 Uhr
Die Kurzgeschichte „Süß und klebrig“ der Lüdinghauserin Patricia Malcher ist jetzt in der Anthologie „all over heimat“ erschienen. Darin befassen sich 150 Autoren aus 27 Ländern mit dem Thema Heimat.
Die Kurzgeschichte „Süß und klebrig“ der Lüdinghauserin Patricia Malcher ist jetzt in der Anthologie „all over heimat“ erschienen. Darin befassen sich 150 Autoren aus 27 Ländern mit dem Thema Heimat. Foto: Peter Werth

Es geht um Istanbul, um das Schwarze Meer, um Familie, Erinnerungen an süße Leckereien wie Halva und Pistazien, und es geht um das Gefühl für Heimat, aber auch – und das ist der Schlussakkord des Gesprächs – um Erdogan. Patricia Malchers Kurzgeschichte mit dem Titel „Süß und klebrig“ – eine dialogische Kurzgeschichte – wurde jetzt in einer Anthologie mit dem Titel „all over heimat“ veröffentlicht. Daran haben 150 Autoren aus 27 Ländern weltweit mitgewirkt.

Ich nutze jede freie Minute zum Schreiben.

Patricia Malcher

Die Lüdinghauserin, die im Hauptberuf am Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung in Hamm künftige Grundschulpädagogen betreut und ausbildet, schreibt seit 2012. Mal sind es Kurzgeschichten, mal lyrische Texte, die auch schon prämiert wurden, mal sind es Geschichten, die sie mit zwei Mitautorinnen in dem Schreiberinnen-Kollektiv „DreiSatz“ veröffentlicht. „Ich nutze jede freie Minute zum Schreiben“, sagt die 49-Jährige. Und das sei meist nachts oder am Wochenende. „Dabei kann ich in eine andere Welt eintauchen, alles vergessen – vor allem das Fachliche“, erzählt sie.

Dabei kann ich in eine andere Welt eintauchen, alles vergessen – vor allem das Fachliche.

Patricia Malcher

Die Stadt am Bosporus hat Malcher nicht zufällig als Grundthema ihres Textes gewählt. Als Kind sei sie häufig dort gewesen. Ihr Vater, den sie als Achtjährige verloren habe, stammte aus der Türkei. „Dort gibt es noch Verwandte, aber der Kontakt ist abgebrochen“, erzählt sie. Dennoch könne sie sich noch gut an die Besuche bei den Verwandten dort erinnern und an ein Gefühl, das an Heimat gemahnt. Istanbul könne durchaus so ein „Sehnsuchtsort“ für sie sein, mit dem Gedanken „so wie früher bei Oma“, sinniert die studierte Lehrerin.

Der in der Geschichte geführte Dialog sei allerdings rein fiktiv, betont sie. Ganz bewusst lässt die Autorin bei den beiden Gesprächspartnern, die im Text nur als „Ich“ und „Du“ bezeichnet werden, offen, ob es sich dabei jeweils um Frau oder Mann handelt. „Das ist unerheblich für die Geschichte“, sagt sie.

Kritische Erstleser ihrer Texte sind immer wieder ihre beiden erwachsenen Kinder sowie ihr Ehemann. Denen fielen Dinge auf, die sie selbst beim Schreiben nicht sehe. Erst danach beginne eine Phase „verschiedener Bearbeitungszyklen“. Wichtig sei ihr auch der regelmäßige Austausch mit ihren beiden Schreib-Partnerinnen im Trio „DreiSatz“, mit denen sie sich unter anderem mit dem Kurzkrimi „Böse Gedanken“ am Festival „Mord am Hellweg“ beteiligt hat. In der Runde lesen sich die Frauen ihre Texte vor und besprechen sie kritisch.

Ihren ersten Roman hat Malcher auch schon geschrieben – immerhin 228 Seiten umfasst die Geschichte um eine Familientragödie mit dem Titel „Lieb Kind“. Zwei Jahre Arbeit stecken in dem Werk. Mit Hilfe einer Agentur versucht sie einen Verlag für das Buch zu finden. „Bislang vergeblich“, sagt Malcher bedauernd. Ihr aktuelles Engagement gilt einem zweiten Roman. „Es ist eine Art Roadmovie über einen Jungen, der seinen Bruder verliert und sich auf die Suche nach ihm begibt“, will sie nicht zu viel verraten.

Zum Thema

Die offizielle Buchvorstellung von „all over heimat“ ist am 10. April um 19.30 Uhr in der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund (Studio B; Max-von-der-Grün-Platz 1-3). Dort wird Patricia Malcher ihre Geschichte auch vorlesen.

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