„Hope-Theatre Nairobi“ gastiert am St.-Antonius-Gymnasium
Hilfeschrei von Mutter Erde

Lüdinghausen -

Es war ein Abend, der nachklingt: Das „Hope-Theatre Nairobi“ wies bei seiner Vorstellung im St.-Antonius-Gymnasium auf beeindruckende Weise auf den desolaten Zustand, in den die Menschheit die Erde mehr und mehr bringt, hin.

Dienstag, 19.02.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 20.02.2019, 16:08 Uhr
Ernteten viel Applaus für ihre eindringlichen Darstellungen: die Schauspieler des „Hope-Theatre Nairobi“.
Ernteten viel Applaus für ihre eindringlichen Darstellungen: die Schauspieler des „Hope-Theatre Nairobi“. Foto: Inga Kasparek

Bei so viel Lebensfreude und Energie pur vergaßen die Zuschauer beinahe, den ernsten Hintergrund, den das „Hope-Theatre Nairobi“ vermitteln will, und das inzwischen seit zehn Jahren. Aus kleinsten Anfängen geboren, entwickelte sich ein immer mehr Fahrt aufnehmendes Projekt mit ständig wachsendem politischen Engagement. Davon konnten sich die Zuschauer am Montagabend in der Aula des St.-Antonius-Gymnasiums überzeugen.

Da wirbelten die fünf Akteure mit einer schier unendlichen Energie über die Bühne und holten mit traditionellen, aber auch modernen Tänzen das Publikum zeitweilig sogar mit auf selbige. Dieses bunte Spektakel wurde immer wieder unterbrochen und erläutert durch kurze, aber intensive Kommentare des Regisseurs Stephan Bruckmeier , der es verstand, das Anliegen der jungen Tänzer in Worte und vor allen Dingen in Zahlen zu fassen. Zahlen, die aufhorchen und erschrecken ließen.

Sorgloser Umgang mit Ressourcen

Der sorglose Umgang mit den Ressourcen dieser Erde dürfte inzwischen vielen bewusst sein, aber im Detail auch wieder nicht. Wem ist schon klar, dass neben der Lebensmittel- besonders auch die Bekleidungsindustrie mit ihrer immer billigeren Produktion ihrer immer schnelllebigeren Ware den größten Teil der beängstigenden Entwicklung verursacht. Der Anbau von Baumwolle beispielsweise verbraucht derart viel Wasser, dass in den Anbauländern schon ganze Seen vollkommen ausgetrocknet sind. Der freie Zugang zu sauberem Trinkwasser ist in vielen Gegenden nicht mehr gewährleistet, es entstehen Kämpfe darum. So hat eine einzige Jeans in der Entstehung an die 14 000 Liter Wasser zur Grundlage. Ganz abgesehen von der damit verbundenen unmenschlichen Kinder- und Frauenausbeutung bei der Herstellung. Die langen Transportwege bleiben dabei auch unerwähnt.

Am Montagabend sollte es schwerpunktmäßig darum gehen, auf die Verschwendung des lebenswichtigen Gutes Wasser hinzuweisen, das aber war losgelöst gar nicht zu betrachten, wie sich immer wieder zeigte.

Vorbereitung im Unterricht

Der stellvertretende Schulleiter Jörg Schürmann sprach die einleitenden Worte zu diesem Abend. Er betonte: „Die Aufnahme der gesamten Theatergruppe durch Lüdinghauser Privatleute ist ein schönes Zeichen gelebter Zusammengehörigkeit.“ Die Thematik des Abends wurde im Vorfeld bereits in den entsprechenden Unterrichtsstunden mit den Schülern erarbeitet, was deren Anwesenheit im Publikum widerspiegelte.

Das Fazit des Abends fasste die personifizierte Mutter Erde, desolat, wütend und verzweifelt, gleich anfangs in der geradezu herausgeschrienen Botschaft zusammen: „Wenn ihr mich zerstört, dann zerstört ihr auch euch!“ Oder, um den Regisseur nochmals zu Wort kommen zu lassen: „Wenn sich jeder einzelne nur eine umweltschonendere Handlung für die Zukunft dauerhaft vornimmt, dann ist dieser Abend ein Gewinn für die Gegenwart und die Zukunft.“

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