Sabine Schröder in Härtefallkommission NRW berufen
Über Schicksale entscheiden

Lüdinghausen -

Sabine Schröder, seit 2007 beim Sozialdienst katholischer Frauen, in der Migrationsberatung tätig, ist in die Härtefallkommission des Landes NRW berufen worden. Das unabhängige Gremium beschäftigt sich mit dringenden aufenthaltsrechtlichen Fragen von Flüchtlingen.

Dienstag, 26.02.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 26.02.2019, 16:57 Uhr
Sabine Schröder von der Migrationsberatung des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) ist in die Härtefallkommission des Landes NRW berufen worden.
Sabine Schröder von der Migrationsberatung des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) ist in die Härtefallkommission des Landes NRW berufen worden. Foto: Peter Werth

Wenn alle rechtlichen Möglichkeiten für einen Flüchtling ausgeschöpft sind, einen Aufenthaltstitel für Deutschland zu erlangen, gibt es für ihn noch einen Rettungsanker. Das ist die Härtefallkommission des Landes NRW. Die befasst sich mit besonders dringlichen Einzelfällen, wenn von den Betroffenen schwerwiegende humanitäre oder persönliche Gründe geltend gemacht werden.

Dieser Härtefallkommission (HFK) gehören neun Mitglieder von Wohlfahrtsverbänden, Kirchen, Flüchtlingsorganisationen, ein Mediziner sowie Vertreter der Landesregierung und einer Ausländerbehörde an – eines davon ist seit Jahresbeginn Sabine Schröder . Die Sozialarbeiterin ist beim Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Lüdinghausen seit 2007 in der Migrationsberatung tätig. Die Kommission tagt einmal im Monat im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI).

Es ist eine spannende und herausfordernde Aufgabe. Wir tragen große Verantwortung für die Schicksale von Menschen.

Sabine Schröder

„Es ist eine spannende und herausfordernde Aufgabe. Wir tragen große Verantwortung für die Schicksale von Menschen“, sagt Sabine Schröder, die sich freut, in dieses Ehrenamt berufen worden zu sein. Die Hürden, bis sich die HFK mit einem Fall auseinander setzt, seien hoch, erläutert die 51-Jährige. „Niemand hat einen rechtlichen Anspruch darauf“, betont sie. Anträge würden zumeist von Rechtsanwälten oder Beratungsstellen für Flüchtlinge eingebracht. Sie selbst habe bislang „eine Handvoll“ Anträge an die unabhängige Kommission gerichtet. „Alle sind positiv beschieden worden“, sagt sie mit einem Lächeln.

Ein positiver Bescheid der HFK habe aber nicht zwangsläufig einen Aufenthaltstitel für einen Flüchtling zur Folge. „Wir sprechen ein Ersuchen aus“, erläutert Schröder. Dem müsse die zuständige Ausländerbehörde allerdings nicht folgen. In den meisten Fällen jedoch geschehe dies. Kriterien für eine Befürwortung eines Antrages seien unter anderem die Inte­gration des Flüchtlings in Deutschland, die er etwa durch Sprachkenntnisse, Mitgliedschaft in Vereinen oder eigenes ehrenamtliches Tun unter Beweis stelle. Auch zwingende medizinische Gründe sowie eine Arbeits- oder Ausbildungsstelle können eine Entscheidung der HFK positiv beeinflussen.

Das ist Wertschätzung unserer Basisarbeit.

Chrsitine Struve

Für SkF-Geschäftsführerin Christine Struve ist die Berufung ihrer Mitarbeiterin auch eine Bestätigung der Arbeit in Sachen Migrationsberatung, „die wir seit 20 Jahren betreiben. Das ist Wertschätzung unserer Basisarbeit.“

Im vergangenen Jahr hat sich die Kommission mit 574 Anträgen befasst, weiß Schröder. Eine Woche vor jedem Sitzungstermin gehen den Mitgliedern die Akten der einzelnen Fälle zu. Dann heiße es, alles durchzuarbeiten, um sachgerecht entscheiden zu können. Jeder Fall werde intensiv diskutiert. „Entscheidungen werden mehrheitlich getroffen“, sagt Schröder. Ihr nächster Einsatz in der Landeshauptstadt ist im April.

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