„Tag des Artenschutzes“ am Sonntag
„Jeder kann etwas tun“

Lüdinghausen -

Am weltweit begangenen „Tag des Artenschutzes“ am Sonntag (3. März) geht es nicht nur um Elefanten und Elfenbein. Auch auf heimischem Terrain gilt es, gefährdete Arten aus Flora und Fauna zu schützen, weiß Dr. Irmtraud Papke, die Leiterin des Biologischen Zentrums.

Samstag, 02.03.2019, 06:00 Uhr
Die Wildkrokusse auf der Grasfläche sind eine wahre Bienenweide, weiß Irmtraud Papke, Leiterin des Biologischen Zentrums. So werde ein Beitrag zum heimischen Artenschutz geleistet.
Die Wildkrokusse auf der Grasfläche sind eine wahre Bienenweide, weiß Irmtraud Papke, Leiterin des Biologischen Zentrums. So werde ein Beitrag zum heimischen Artenschutz geleistet. Foto: Peter Werth

Es geht nicht nur um Elefanten und Elfenbein – der weltweite „ Tag des Artenschutzes “, der seit 2014 begangen wird, beschäftigt sich auch mit schützenswerten Tieren und Pflanzen direkt vor der Haustür, bekräftigt Dr. Irmtraud Papke . Und da hat die Leiterin des Biologischen Zentrums auch gleich das eine oder andere Beispiel parat. So seien in der Region etwa der Kiebitz und die Feldlerche in ihrem Bestand akut gefährdet. Ihnen fehle es an Brutplätzen. Sie seien vornehmlich auf sogenannten mageren Böden zu Hause. Da seien diese Tiere als Bodenbrüter besonders durch die Landwirtschaft gefährdet, beschreibt Papke die „dramatischen Veränderungen“ durch die intensive Bewirtschaftung von Flächen. Gleiches gelte für die Feldlerche. Bei beiden Arten sei ein Rückgang der Populationen um bis zu 60 Prozent festgestellt worden.

„Lerchenfenster“ sind hilfreich

Abhilfe schaffen könnten, so die Biologin, sogenannte „Lerchenfenster“. Das sind Ackerfurchen, die nicht bewirtschaftet werden. Dafür erhielten Landwirte Entschädigungen. Am wirksamsten seien allerdings größere Flächen mageren Bodens „mit steppenähnlichem Charakter“. Denn von dort stamme der Kiebitz ursprünglich. Um stabile Populationen entwickeln zu können, seien größere Areale nötig. Die Borkenberge führt sie da als Beispiel an. Aber auch entlang des Dortmund-Ems-Kanals böten sich Teilbereiche an. Diese sollten daher nicht einfach aufgeforstet werden. „Gebüsche werden dort oft reflexartig angelegt“, bedauert Papke, die das Biologische Zentrum in diesem Jahr seit einem Vierteljahrhundert leitet.

Wildkrokusse als Bienenweide

Die Gestalt unserer Region, so Papke, sei Ergebnis der Bewirtschaftung der vergangenen Jahrhunderte und Jahrzehnte. „Wir haben eine Kulturlandschaft, die die Artenvielfalt erzeugt hat.“ Und die sei mehr und mehr bedroht. Dabei nennt sie unter anderem das Insektensterben – und da insbesondere Bienen –, das über einen längeren Zeitraum zu beobachten sei. Da hätten auch Alltagsbeobachtungen durchaus einen Aussagewert.

Dem könne sogar im häuslichen Garten entgegengewirkt werden – durch gezielte Pflanzung von Sträuchern beispielsweise. So nennt sie als mögliche Pflanzen Weiden, den Schmetterlingsstrauch oder auch Efeu. „Auch wenn gerade der oft nicht so beliebt ist“, wie die Expertin zugibt. Auch der Rasen müsse nicht immer Wimbledon-Qualität haben. Wildkrokusse könnten sich zu einer echten Bienenweide entwickeln. Wichtig: Man müsse Insekten Nahrungsquellen über das ganze Jahr verteilt bieten. „Jeder kann etwas tun“, stellt Papke fest. Nicht umsonst seien vor allem für Kinder die Beobachtungen in der Natur ein Abenteuer.

Zum Thema

Der „Tag des Artenschutzes“ geht auf das 1973 verabschiedete Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) zurück. Durch das Abkommen sollen bedrohte wildlebende Arten – Tiere wie Pflanzen – geschützt werden, die in ihrer Existenz bedroht sind. Es wurde am 3. März 1973 unterzeichnet. Seit 2014 wird dieser Tag offiziell begangen – nach einer Resolution der UN-Vollversammlung.

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