Büro des Ehrenamtes
Sie führen Menschen sinnvoll zusammen

Lüdinghausen -

Die einen haben Zeit und Lust zu helfen, die anderen suchen genau diese Unterstützung. Damit beide zueinander finden, braucht es professionelle Hilfe. Und die leisten Paul Steinebach und Uschi Schwering vom Büro des Ehrenamtes.

Freitag, 08.03.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 08.03.2019, 14:50 Uhr
Paul Steinebach (v.l.) und Uschi Schwering vom Büro des Ehrenamtes halfen der Schulsozialarbeiterin der Ostwallschule, Claudia Heckes, erste Klassenpaten zu finden.
Paul Steinebach (v.l.) und Uschi Schwering vom Büro des Ehrenamtes halfen der Schulsozialarbeiterin der Ostwallschule, Claudia Heckes, erste Klassenpaten zu finden. Foto: Inga Kasparek

Uschi Schwering und Paul Steinebach sind die Gesichter, wenn es um das Büro des Ehrenamtes geht. Sie stehen montags, mittwochs und freitags im Rathaus der Stadt Lüdinghausen parat (zeitweilig unterstützt von Anke Casimir) und versuchen unermüdlich, Helfer und Hilfesuchende zusammenzuführen. Es geht darum, Menschen, die einen Teil ihrer Freizeit für andere zur Verfügung stellen möchten, mit denen in Kontakt zu bringen, die genau diese Hilfe suchen. Und die kann sehr unterschiedlich sein. Sie kann darin bestehen, Gesprächspartner für einen einsamen Menschen zu sein, jemanden bei Behördenbriefen, Schriftverkehr oder Arztterminen zu begleiten, vielleicht auch darin, mit Gesellschaftsspielen und Spaziergängen einen anderen Menschen glücklich zu machen.

Flexible Schülerhilfe

Ein gelungenes Beispiel für diese Zusammenführung ist Petra Engelhardt, seit kurzem in der Ostwallschule als flexible Schülerhilfe tätig. Ob sie dabei die Hausaufgaben eines Schülers beaufsichtigt oder ihm eventuell beim Lesen oder sonst wie hilft, darüber stimmt sich Engelhardt mit der jeweiligen Klassenlehrerin ab, und dann geht’s los. Schon über ein Jahr mehr Erfahrung hat Barbara Bredel-Witt. Auch sie unterstützt tageweise die Klassenlehrer der Ostwallschule, indem sie Ansprechpartnerin bei den kleinen und auch größeren Nöten der Schüler ist. Diese Hilfe werde gut angenommen, erzählt Bredel-Witt, die damit eine erfüllende, sinnvolle Aufgabe für ihren Ruhestand gefunden hat.

Claudia Heckes hört lächelnd zu und fühlt sich bestätigt. Von ihr nämlich stammt der Gedanke, einen solchen Helferkreis aufzubauen. Als sie 2017 als Schulsozialarbeiterin an die Ostwallschule geholt wurde, reifte in ihr schnell die Vorstellung, die Klassenlehrerinnen (es sind tatsächlich bis auf zwei Ausnahmen alles Frauen) bei ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen. Zu vielfältig sind die Herausforderungen, denen sich diese gegenüber sehen. Die Klassengrößen an sich seien nicht unbedingt das Problem, wohl aber die unterschiedlichen Voraussetzungen, die die Schüler mitbringen, so Heckes.

Da gibt es die zahlreichen Flüchtlingskinder mit mehr oder weniger schlechten Sprachkenntnissen, da sind die lernschwächeren Kinder, die zu Hause wenig bis keine Hilfe bekommen. Wie schön wäre es hier, wenn einzelne Kinder zeitweilig eine besondere Unterstützung erhalten könnten, um dann gestärkt wieder am gemeinsamen Unterricht teilzuhaben, war der Gedanke.

Verstärkung noch gesucht

Die direkte Umsetzung dieser Idee scheiterte allerdings zunächst an fehlenden Personen, die sich dieser Aufgabe gewachsen fühlten. Da erwies sich der Kontakt zum Büro des Ehrenamtes als goldrichtig. Schwering und Steinebach mussten nicht lange von der Sinnhaftigkeit überzeugt werden. Sie machten sich gleich ans Werk, schauten sich nach Menschen um, die eine sinnvolle Aufgabe suchten, sprachen diese an und konnten sie für ihr Anliegen gewinnen. Und so schließt sich der Kreis, der aber noch beliebig an Umfang zunehmen kann, wenn es nach den Vorstellungen Heckes geht. Ihr Wunsch wäre es, für jede Klasse eine Unterstützung zu finden. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Immerhin, der Anfang ist gemacht.

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