95 Jahre Reit- und Fahrverein Lüdinghausen
Auf dem Pferderücken zum Turnier

Lüdinghausen -

Vieles hat sich verändert, seitdem der Reit- und Fahrverein Lüdinghausen vor 95 Jahren aus der Taufe gehoben wurde. Waren Frauen damals kaum auf dem Rücken der Pferde zu finden, überwiegen die Amazonen heute.

Dienstag, 26.03.2019, 13:00 Uhr aktualisiert: 27.03.2019, 17:20 Uhr
Erinnerungsaustausch in der Stallgasse (v.l.): Hermann Schulze Messing, Karl Schwenken und Rosemarie Schulze Messing.
Erinnerungsaustausch in der Stallgasse (v.l.): Hermann Schulze Messing, Karl Schwenken und Rosemarie Schulze Messing. Foto: Niklas Tüns

„Damals gehörte das Pferd noch zum Betrieb, wurde vor die Sämaschine oder den Heuwender gespannt und arbeitete auf dem Feld mit“, erinnert sich Karl Schwenken. 1949 trat er mit Stute Frieda zwar zu seinem ersten Reitturnier an, aber dies sei nur eine Nebenbeschäftigung für das Tier gewesen. Schwenken, eines der langjährigsten Mitglieder des Lüdinghauser Reit- und Fahrvereins, machte in den nachfolgenden Jahrzehnten eine deutliche Veränderung des Sports hoch zu Ross aus. Anlässlich des 95. Vereinsgeburtstags schwelgten er wie auch andere aktive und ehemalige Reiter jetzt in Erinnerungen – im „Reiterstübchen“ der vereinseigenen Halle.

An solch einen Bau war kurz nach dem Zweiten Weltkrieg , als der Verein seinen Betrieb aufnahm, nicht zu denken. „Das waren ganz andere Verhältnisse“, sagte Hermann Schulze Messing. Er, wie auch fast alle damaligen Mitglieder, kamen vom Hof. „Es gab nicht, wie heute, an jedem Wochenende Turniere in erreichbarer Nähe“, so der 85-Jährige. „Unserem eigenen und dem Kreisturnier haben wir immer entgegengefiebert.“ Mangels Pferdeanhänger ritten die Vereinsmitglieder dann auch mal direkt zu den Plätzen in Werne oder Bockum-Hövel.

Pferde wurden von Frauen und besonders von Mädchen zunehmend geliebt, während die Jungs den Fußball hatten.

Rosemarie Schulze Messing

Und noch etwas unterscheidet das heutige Vereinsleben von seiner Anfangszeit: Frauen waren im Gründungsjahr 1924 und den nachfolgenden Jahrzehnten kaum im Sattel zu finden. Das änderte sich in den 1960er Jahren. „Pferde wurden von Frauen und besonders von Mädchen zunehmend geliebt, während die Jungs den Fußball hatten“, erinnert sich Rosemarie Schulze Messing, die erste offiziell anerkannte Voltigier-Lehrerin. Mittlerweile überwiegen bei den unter 60-Jährigen des Vereins eindeutig die Frauen.

Bodenständiger Familienbetrieb

374 Mitglieder gehören derzeit dem Verein mit Sitz in Elvert an – dennoch bezeichnet Hermann Schulze Messing ihn als „bodenständigen Familienbetrieb“. „Der Stamm des Vereins ist noch familiär, daneben haben sich mehrere Untergruppen mit verschiedenen Interessen wie Springen, Gelände oder Dressur gebildet.“ Auch heute zeige sich, dass viele Eltern die Begeisterung für den Reitsport an ihre Kinder weitergeben. „Dadurch entwickeln sich wahre Familientraditionen in Bezug auf unseren Verein.“

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