Theater Pur im Ricordo
Die Testaments-Vollstrecker

Lüdinghausen -

Mit einem mörderischen Auftritt begeisterte das Theater Pur am Wochenende gleich zweimal das Publikum im Ricordo. Dass Erbschaftsstreit nicht selten blutig ausgetragen wird, wurde dabei überdeutlich.

Montag, 08.04.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 11.04.2019, 16:10 Uhr
Das Ensemble des Theaters Pur startete am Wochenende im Ricordo ein munter-mörderisches Treiben. Dem Publikum im Weinhaus gefiel es und bedachte die Darsteller mit viel Applaus.
Das Ensemble des Theaters Pur startete am Wochenende im Ricordo ein munter-mörderisches Treiben. Dem Publikum im Weinhaus gefiel es und bedachte die Darsteller mit viel Applaus. Foto: Inga Kasparek

„Der Mörder ist immer der Gärtner“ – das wusste schon vor vielen Jahren Sänger Reinhard Mey und seither sind auch viele Krimifans davon überzeugt. Erst recht, wenn der Titel eines Theaterstückes „Schau nicht unters Rosenbeet“ lautet. Am Wochenende konnten sich die Gäste im Weinhaus Ricordo gleich zweimal davon überzeugen, dass es so einfach nun wirklich nicht ist.

Ricordo-Betreiber Michael Oberhaus bewies einmal mehr sein gutes Gespür bei der Verpflichtung des Ensembles „Theater Pur“. Die Akteure ließen wirklich nichts aus. Sie entführten ihre Zuschauer ins London der 1920er Jahre. Natürlich, wie es sich für einen dort angesiedelten Krimi gehört aufs Land in das hochherrschaftliche Anwesen der Familie Hank mit Nurse (Birgitt Godejohann) und Gesellschafterin (Hannelore Hemstedt).

Nachlassregelung sorgt für Ärger

Unerwartet wird diese Runde durch zwei Fremde, die der Erblasser in seinem Testament mit berücksichtigt hat, erweitert. Es sind die Herausgeberin (Birgit Klemp) und der Autor (Marcus Dorweiler) seiner Lieblingsromane, deren Lektüre den Senior immer in die besten Träume versetzt hatten. Fünf der insgesamt sechs erwachsenen Kinder des verstorbenen Septimus Hank, nämlich Lucien (Tobias Restel), Emily (Daniela Schulz), Dora (Rabea Dorweiler), Monica (Jennifer Sämann) und Marcus (Theo Wolters) erfahren bei der Testamentseröffnung durch den Hausanwalt Hamilton Penworthy (Erich Walter) von einer für sie ausgesprochen ärgerlichen Nachlassregelung, die bei dem Nachwuchs zu der Erkenntnis führt, dass einige Erben zu viel leben.

Morden ohne Gnade

Da hilft nur eines: Mord. Und zwar ohne Rücksicht auf irgendwen. Aber Mord hat in der Vergangenheit ohnehin schon zum liebgewonnenen Freizeitspaß einiger Familienmitglieder gehört, nur wusste da jeder, von wem die Gefahr ausging. Jetzt aber greift nahezu jeder zum Messer, zur Pistole, zum Gift. Ein munteres Töten beginnt und für den Zuschauer eine herrliche Darbietung grausamer Taten in ausgesprochen gelungener komödiantischer Weise.

Der unerwartete Ausgang der Geschichte soll hier natürlich nicht verraten werden, nur soviel: die Zuschauer im zweimal nahezu ausverkauften Haus waren begeistert und quittierten die Leistung der Darsteller auf der Bühne mit anhaltendem Applaus.

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