Podiumsdiskussion mit Kandidaten für das EU-Parlament
„Europa ist eine Einheit“

LÜDINGHAUSEN -

Gregor Schäfer, Europawahlkandidat der FDP, und seine Mitbewerber Sarah Weiser (SPD) und Dennis Radtke (CDU) stellten sich am Dienstag im Rahmen einer Podiumsdiskussion den Fragen der Abiturienten des St.-Antonius- und des Gymnasiums Canisianum. Alle drei Politiker riefen die Jugendlichen dazu auf, ihre Stimme abzugeben. Nichtwählen nutze nur den Populisten.

Mittwoch, 10.04.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 12.04.2019, 16:19 Uhr
Podiumsdiskussion zur Europawahl (v.l.): Sarah Weiser (SPD), Gregor Schäfer (FDP), die beiden Moderatorinnen Christin Pieper und Isabel Schulze Froning sowie Dennis Radtke (CDU).
Podiumsdiskussion zur Europawahl (v.l.): Sarah Weiser (SPD), Gregor Schäfer (FDP), die beiden Moderatorinnen Christin Pieper und Isabel Schulze Froning sowie Dennis Radtke (CDU). Foto: Bastian Becker

„Ich fühle mich hier eigentlich ganz wohl“, erklärt Gregor Schäfer , Europawahlkandidat der FDP, inmitten des hitzigen Wortgefechts seiner Mitbewerber Sarah Weiser (SPD) und Dennis Radtke (CDU) zum Thema EU-Türkei-Abkommen. Radtke meint zur Übereinkunft mit Präsident Erdogan aus dem Jahr 2016 pragmatisch-flapsig: „Man muss mit den Mädchen tanzen, die auf der Kirmes sind.“ Weiser hält dagegen, Deutschland habe sich „freigekauft davon, unsere Verantwortung wahrzunehmen“ und prangert generell eine „unsolidarische Asylpolitik“ an.

Die Thesen zu der Podiumsdiskussion anlässlich der Europawahl am 26. Mai haben am Dienstagmorgen in der Aula des St.-Antonius-Gymnasiums die angehenden Abiturienten beider Lüdinghauser Gymnasien entworfen, die auch das Publikum bilden.

Christin Pieper (Cani) und Isabel Schulze Froning (Anton) übernehmen die Moderation. Die beiden besuchen gemeinsam den Latein-Kooperationskurs bei Cani-Schulleiter Michael Dahmen. Die Idee zu der Veranstaltung hatte Schulze Froning Ende 2018.

Die jungen Leute vergessen teilweise, Europa wertzuschätzen. Dabei hat es eine ganz große Bedeutung.

Isabel Schulze Froning

„Viele in unserer Stufe sind Erstwähler, wir wollen sie motivieren, wählen zu gehen“, erläutert Pieper. „Wir wollen über das Programm der Parteien informieren“, ergänzt Schulze Froning und sagt: „Die jungen Leute vergessen teilweise, Europa wertzuschätzen. Dabei hat es eine ganz große Bedeutung.“

Die drei Kandidaten für die Europawahl – Anna Blundell (Grüne) konnte krankheitsbedingt nicht erscheinen – debattieren kontrovers, aber meistens sachlich über zukunftsweisende europäische Themen wie einen europäischen Gesamtstaat, den Klimawandel oder die Flüchtlingspolitik.

Gerade Radtke liefert immer wieder deutliche Aussagen. Im Hinblick auf den Klimawandel wirft er etwa den anderen Parteien „organisierten Selbstbetrug“ vor, die Ziele seien nicht realistisch. Das sehen Schäfer und Weiser ganz anders. Auf eine Schülerfrage zum Thema Urheberrecht/Artikel 13 betont der Liberale Schäfer, es dürfe „keine Zensierung durch Uploadfilter“ geben. Radtke stellt den Schutz von geistigem Eigentum in den Vordergrund.

Der große Unterschied zwischen den Parteien wurde deutlich.

Maximilian Tombrink

„Der große Unterschied zwischen den Parteien wurde deutlich“, bilanziert dann auch der Abiturient Maximilian Tombrink. Gerade die Aussagen zu Artikel 13 und zum Klimawandel nehme er mit in die Wahlkabine. Europa bedeutet für den reisefreudigen Tombrink „ein Stück Heimat mit gemeinsamen Wertvorstellungen“.

Für Mitschülerin Emma Bargel ist „klar, dass ich wählen gehe, damit etwas passiert. Europa ist eine Einheit, die Schutz bedeutet.“

klar, dass ich wählen gehe, damit etwas passiert. Europa ist eine Einheit, die Schutz bedeutet.

Emma Bargel

Elisabeth Hüttenschmidt, Schulleiterin am St.-Antonius-Gymnasium, freut sich über die Schüleridee und wünscht sich, „dass die Schüler Verantwortung für die Demokratie übernehmen und wählen gehen“. Cani-Kollege Dahmen will sich an den Lüdinghauser Gymnasien „auch politisch auf den Weg machen“.

Bei allen inhaltlichen Unterschieden macht Schäfer am Ende klar: „Nichtwählen hilft den Populisten.“ Deshalb rufen alle Kandidaten die Schüler dazu auf, am 26. Mai ihre Stimme abzugeben.

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