„Freundeskreis Sumba“
Die Hühnereier sind nur ein Anfang

Lüdinghausen -

Das „Hühner-Minikredit-Projekt“ stellte Christiane Poppe, Mitinitiatorin des „Freundeskreises“, vor. Doch es ist nur eines von zahlreichen Aktionen, die die Menschen auf der indonesischen Insel Sumba zur Selbsthilfe anregen sollen.

Montag, 15.04.2019, 17:10 Uhr
Die Reisegruppe, hier eingerahmt von Manfred (l.) und Christiane Poppe (r.), berichtete über ihre Erfahrungen auf Sumba. 
Die Reisegruppe, hier eingerahmt von Manfred (l.) und Christiane Poppe (r.), berichtete über ihre Erfahrungen auf Sumba.  Foto: Inga Kasparek

Wer es bis zum Silvestertag 2018 geschafft hatte, aus eigenen Mitteln und selbstständig einen Hühnerstall zu bauen, hatte sich für die Unterstützung des neuen Hühner-Minikredit-Projektes des „Freundeskreises Sumba“ qualifiziert. Dies besteht aus der Überlassung eines Hahnes und dreier Hühner, dem Futter für ein Jahr und den Materialien für den Bau eines Auslaufs. Das machte Christiane Poppe vom „Freundeskreis Sumba“ am Sonntag bei einem Informationsabend im Ricordo deutlich. „Weder die Hühner noch die Eier sollen aufgegessen werden. Es geht darum, ein möglichst großes Hühnervolk zu züchten, das langfristig Erträge bringt“, ergänzte sie.

Wenn sie von dem Projekt erzählt, wird deutlich, wie sehr es ihr am Herzen liegt. Ein Projekt, das sie zusammen mit ihrem Mann Manfred schon vor Jahren angeschoben hat. Mittlerweile hat sich der Verein, der sich für die Menschen auf der indonesischen Insel engagiert, in Lüdinghausen etabliert.

Es ist viel wichtiger, die Menschen bei der Hilfe zur Selbsthilfe zu unterstützen.

Christiane Poppe

Auf geschätzte 60 Unterstützer kann sich Poppe inzwischen fest verlassen – eine gute Basis für eine langfristige Aufbauarbeit. Zeit und Geduld seien ein wesentlicher Faktor für die Ziele des Vereins: Eine Verbesserung der Lebensqualität und der wirtschaftlichen Lage auf Sumba, eine von 17 000 Inseln, die Indonesien bilden.

Persönliches Engagement sei nicht das einzige, was die Münsterländer investieren müssten, so die Lüdinghauserin. Ganz wichtig sei auch Einfühlungsvermögen in die fremde Kultur und Mentalität der Menschen, deren Lebensumfeld durch große Trockenheit, karge Böden, Naturgewalten und die negativen Auswirkungen des Tourismus geprägt seien.

Nicht etwa, dass letzterer auf Sumba eine so bedeutende Rolle spielt. Aber die arbeitsfähigen Menschen zieht es oftmals in die vom Tourismus geprägten Regionen. Zurück bleiben die Alten, die Kinder und deren Mütter. Natürlich braucht es auch finanzielle Mittel – „aber gar nicht in so übermäßigen Größenordnungen, wie man es vielleicht zunächst denken mag“, erklärte Poppe. „Es ist viel wichtiger, die Menschen bei der Hilfe zur Selbsthilfe zu unterstützen.“

Die Organisation und der Aufbau der Vertriebswege der gut angelaufenen Weberei oder die Herstellung und Vermarktung von Tofuprodukten sind solche gelungenen Beispiele. Und nun das Hühnerprojekt. Als Manfred und Christiane Poppe in Lüdinghausen davon berichteten, bot die Künstlerin Renate Grünewald spontan ihre Hilfe an. Sie brachte das Federvieh auf ihre ganz eigene Art und Weise aufs Papier, verkaufte die Bilder und stellte den Erlös für die gute Sache zur Verfügung. Am Sonntag signierte die Künstlerin anlässlich des Informationsabends ihre Werke.

Multiplikatoren sind unerlässlich

Und da ein solches Projekt bei allem persönlichen Engagement nun mal auch eine solide finanzielle Unterstützung benötigt, braucht es auch Multiplikatoren, die darüber berichten – so wie die vier Frauen, die diesen Abend mit einer Fotostrecke ihrer Reise nach Sumba spannend und informativ gestalteten. Agnes Kuse, Susanne Handrup, Annette Höning und Marion Schmidt berichteten von ihrer mehrwöchigen Reise nach Indonesien, die sie über Java nach Bali und schließlich nach Sumba führte, und die ihnen dank der guten Betreuung und Vorbereitung durch das Ehepaar Poppe einen beeindruckenden Einblick in Land und Leute und nicht zuletzt in die vom Lüdinghauser „Freundeskreis“ geförderten Projekte bot.

Wer Interesse an den gemalten Hühnern von Grünewald hat, bekommt beim Weihnachtsmarkt im Dezember Gelegenheit zum Kauf. Außerdem sind sie über Manfred und Christiane Poppe zu erwerben.

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