Regeln für Gutscheine
Die Tücke steckt im Detail

Lüdinghausen -

Einfach mal ein Essen in einem schicken Restaurant verschenken? Dank Gutschein kein Problem. Allerdings kann die Sache durchaus einen Haken haben. Zum Beispiel, wenn das Restaurant plötzlich schließt.

Freitag, 19.04.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 24.04.2019, 14:24 Uhr
Mittlerweile gibt es den guten alten Gutschein immer öfter auch als elektronische Scheckkarte.
Mittlerweile gibt es den guten alten Gutschein immer öfter auch als elektronische Scheckkarte. Foto: dpa

Gutscheine als Präsent erfreuen sich großer Beliebtheit. Ob als Einkaufsgutschein oder auch, um einen schönen Tag im Wellnessbad oder ein Essen im Restaurant zu verschenken. Zumal das Ganze ausgesprochen unkompliziert abläuft: Anbieter aussuchen, den Geldwert auswählen, bezahlen, verschenken, fertig. Wobei, ganz so simpel ist die Geschichte am Ende doch nicht. Zum Beispiel, wenn der Beschenkte vergisst, den Gutschein rechtzeitig einzulösen oder wenn der Händler inzwischen seinen Laden dicht gemacht hat. Was passiert dann?

Gerade beim Thema ‚Befristung von Gutscheinen‘ bewegen sich Händler häufig in einer Grauzone.

Michelle Jahn, Juristin bei der Verbraucherzentrale NRW

Mit genau dieser Frage sahen sich jetzt auch viele Lüdinghauser konfrontiert, nachdem das Restaurant „Achtzehn70“ in der vergangenen Woche aufgrund von Personalmangel kurzfristig geschlossen wurde. „Da das Ende auch für uns überraschend kam, mussten wir schnell eine Lösung finden, wie wir mit dem Thema Gutscheine umgehen“, erklärte Simon Schräder , einer der beiden Geschäftsführer, jetzt auf Anfrage der WN . Da es sich um elektronische Geschenkkarten handele, die an der Kasse im „Achtzehn70“ ausgelesen werden müssen, entschieden sie sich für zwei Varianten zur Auswahl: Für die Rückzahlung des Geldbetrags wurden zwei Termine im Restaurant angeboten. Als Alternative haben die Kunden außerdem die Möglichkeit, bei Vorlage der Geschenkkarte an einem der Marktstände von „Edles Fleisch“, die Schräder mit seinem Kompagnon betreibt, einen Rabatt auf den Einkauf zu erhalten, unabhängig vom Wert des Gutscheins. „Mit diesen beiden Varianten wollten wir unseren Gästen die bestmögliche Lösung anbieten“, so Schräder. Eine Lösung, die von den Kunden offenbar gut angenommen wurde. Bereits jetzt sei der größte Teil der Gutscheine eingelöst worden, wie Schräder erzählt.

Wie die rechtliche Situation im Falle einer Geschäftsaufgabe aussieht, das erklärt Michelle Jahn , Juristin bei der Verbraucherzentrale NRW, im Gespräch mit den WN. „Solange keine Insolvenz vorliegt, behalten die Gutscheine ihren Wert, und zwar bis zur gesetzlichen Verjährungsfrist von drei Jahren“, so Jahn. Einzige Ausnahme: Wenn die Gutscheine von vornherein eine befristete Gültigkeit enthalten. Die sei häufig im Kleingedruckten auf dem Gutschein oder der Chipkarte vermerkt. „Eine solche Befristung darf jedenfalls – laut der gängigen Rechtsprechung – nicht nur ein Jahr betragen“, ergänzt die Juristin. Wobei es dafür keine feste gesetzliche Regelung gebe, wie Jahn zugibt: „Gerade beim Thema ‚Befristung von Gutscheinen‘ bewegen sich Händler häufig in einer Grauzone.“

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