Prozess wegen Steuerhinterziehung
Zeugen beschreiben Angeklagten als „zuverlässig“

Lüdinghausen/Münster -

Der heute 67-jährige Olfener steht wegen Steuerhinterziehung vor Gericht. Zeugen beschrieben ihn am Dienstag in der Verhandlung beim Landgericht Münster als „zuverlässig und talentiert“.

Dienstag, 30.04.2019, 19:00 Uhr
Der Prozess gegen den 67-jährigen Olfener geht weiter. 
Der Prozess gegen den 67-jährigen Olfener geht weiter.  Foto: dpa

Mittlerweile wüssten viele Leute in Olfen, dass ein Mann aus dem Ort wegen Steuerhinterziehung am Landgericht in Münster angeklagt ist. Das erklärte der Anwalt des Beschuldigten jüngst bei Gericht. Diese „Bekanntheit“ belaste seinen Mandanten. Ein Grund für sie sei die Berichterstattung der Medien.

Was der Jurist nicht so deutlich erwähnte: Die Verhandlung um eine vermutete Steuerhinterziehung von bis zu drei Millionen Euro um den früheren Inhaber der Firma MHS Ruhrmetall aus Lüdinghausen und seine damalige Geschäfts- und Lebenspartnerin (WN berichteten) ist öffentlich und kann daher von jedem Interessierten besucht werden.

„Bekanntheit“ belastet den Angeklagten

Am Dienstag sagte auf Antrag des Anwaltes ein Autohändler aus Olfen als Zeuge aus. Er hatte ursprünglich beabsichtigt, den 67-Jährigen als Teilzeitkraft zu beschäftigen. Als der Geschäftsmann aber nach Lesen eines Zeitungsberichts zum Steuer-Prozess den Verdacht hegte, sein gewünschter Mitarbeiter und der Angeklagte könnten dieselbe Person sein – und der Angeklagte ihm diesen Verdacht bestätigte –, habe er die Idee begraben. „Unter diesen Umständen“, erklärte der Autohändler, habe er den 67-Jährigen nicht mehr beschäftigen wollen.

Trotz dieser Entscheidung äußerte sich der Händler positiv über den Angeklagten. Den habe er über längere Zeit als Mitarbeiter eines Landmaschinenhandels und -verleihs „in der Nachbarschaft“ als „zuverlässig und talentiert“ wahrgenommen. Der Mann sei dort für „Fahren, Reparieren und Organisieren“ zuständig gewesen. Deshalb habe er ihn gerne selbst „mit verschiedenen handwerklichen Tätigkeiten beauftragen“ wollen.

Zugriff im Jahr 2012

Auch ein Mediengestalter, der über mehrere Jahre die Internetauftritte für die „MHS Ruhrmetall“ und Vorgängerfirmen des 67-Jährigen entwarf und betreute, charakterisierte den Olfener als „kooperativ“ und als jemanden, der beruflich „hinter seiner Sache stand“.

Die Steuerfahndung hatte bei ihrem Zugriff im Jahr 2012 im Büro der „MHS Ruhmetall“ einen sechsstelligen Euro-Betrag gepfändet und an den Insolvenzverwalter übergeben. Die Partnerin des heute Mannes musste eine Eigentumswohnung für weitere Pfändungen abtreten.

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