KFD-Gruppen in Lüdinghausen und Seppenrade machen mit
Frauen treten in den Kirchenstreik

Lüdinghausen -

Sie sind es leid: Trotz allseits beteuerter Reformbereitschaft ändert sich an den von Männern besetzten Machtstrukturen in der katholischen Kirche wenig bis gar nichts. Deshalb unterstützen die drei KFD-Gruppierungen St. Felizitas, St. Ludger und St. Dionysius die Aktion „Maria 2.0“ – und streiken.

Sonntag, 05.05.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 08.05.2019, 17:28 Uhr
Will mit der gemeinsamen Aktion den Forderungen nach einer Reform der katholischen Kirche mehr Nachdruck verleihen: das Organisationsteam der drei KFD-Gruppierungen St. Felizitas, St. Ludger und St. Dionysius.
Will mit der gemeinsamen Aktion den Forderungen nach einer Reform der katholischen Kirche mehr Nachdruck verleihen: das Organisationsteam der drei KFD-Gruppierungen St. Felizitas, St. Ludger und St. Dionysius. Foto: Michael Beer

„Macht Kirche zukunftsfähig“, „Erneuerung der Kirche jetzt“ – das sind zwei Schlagzeilen, mit denen die KFD zu einem Kirchenstreik von Frauen vom 11. bis 18. Mai aufruft. Da trotz der allseits beteuerten Reformbereitschaft die Abschaffung bestehender, von Männern besetzter Machtstrukturen nicht in Sicht ist, wurde dazu die Aktion „Maria 2.0“ ins Leben gerufen. Jetzt gehen die Frauen auf die Straße, um ihren Forderungen und Klagen mehr Gehör zu verschaffen.

Dieser Aktion schließen sich auch die Frauen der KFD St. Felizitas, St. Ludger und St. Dionysius mit ihren über 1000 Mitgliedern an.Vertreterinnen dieser drei Gruppierungen trafen sich am Donnerstagabend im Don-Bosco-Haus in Seppenrade, um das Programm für diese Aktion zu besprechen.

Die Zeit ist reif. Uns liegt daran, die Kirche zukunftsfähig zu machen.

Dorothea Tappe

Anlässlich des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche rufen engagierte Frauen vom 11. bis 18. Mai zu einem Kirchenstreik von Frauen auf. Während der Streikwoche werden Frauen keine Kirchen betreten und Dienste verrichten. Symbolisch sollen weiße Tücher, die beschrieben oder bemalt werden können, Trauer und Mitgefühl, aber auch einen Neuanfang ausdrücken. Zu allen Aktionen sind auch Männer eingeladen. Der KFD-Diözesanverband Münster unterstützt diese Aktion und ruft alle KFD-Gruppen zum Kirchenstreik auf.

Die Aktion „Maria 2.0“ knüpft an die KFD-Aktion „#MachtLichtAn“ vom 12. Dezember 2018 an, die zur Erneuerung der Kirche aufgerufen hat. In einem offenen Brief an Papst Franziskus anlässlich des Sondergipfels zur sexualisierten Gewalt in der Kirche vom 21. bis 24. Februar in Rom fordern die KFD-Frauen Folgendes: kein Amt mehr für diejenigen, die andere geschändet haben an Leib und Seele oder diese Taten geduldet oder vertuscht haben; die selbstverständliche Überstellung der Täter an weltliche Gerichte; Zugang von Frauen zu allen Ämtern in der Kirche; Aufhebung des Pflichtzölibats und Ausrichtung der kirchlichen Sexualmoral an der Lebenswirklichkeit der Menschen. Dabei geht es um eine grundsätzliche Erneuerung der Kirche als Institution.

„Die Zeit ist reif. Uns liegt daran, die Kirche zukunftsfähig zu machen. Und das mit einem Programm, das wir auch in die Tat umsetzen können“, so Dorothea Tappe vom Organisationsteam.

Mahnwache

Das Programm in Lüdinghausen und Seppenrade startet am Freitag (10. Mai). An Infoständen auf dem Wochenmarkt in Lüdinghausen und vor dem Edeka-Markt in Seppenrade werden die Bürger von 10 bis 12 Uhr sowie auf dem Abendmarkt an der Burg Lüdinghausen von 16 bis 20 Uhr über die Ziele der Aktion „Maria 2.0“ informiert. Am Samstag (11. Mai) wird vor der Abendmesse ab 17.45 Uhr eine Menschenkette rund um die Felizitas-Kirche gebildet und anschließend ein Infostand aufgebaut.

Zur Teilnahme an der Mahnwache vor dem Dom in Münster am 12. Mai (Sonntag) von 11 bis 11.30 Uhr sind alle Interessierten eingeladen. Der Bus fährt um 9.16 Uhr ab Rosengarten und um 9.31 ab Busbahnhof Lüdinghausen. Eine Mahnwache vor der St.-Dionysius-Kirche ist am 15. Mai (Mittwoch) um 19 Uhr vor der Abendmesse geplant. Eine weitere Mahnwache wird es einen Tag später, am 16. Mai (Donnerstag) um 19 Uhr vor der Abendmesse in St. Felizitas geben. Der Abschluss der Aktion ist gegen 19.30 Uhr in der Borg. Zum Programm zählt unter anderem eine Andacht mit der „Life-Band“ der evangelischen Kirchengemeinde. Zum Thema „Essen und Trinken miteinander teilen“ bitten die Organisatoren, Brot und Getränke mitzubringen.

Aktion „Maria 2.0“ in Lüdinghausen

 Infostand auf dem Wochenmarkt in Lüdinghausen, 10 bis 12 Uhr Infostand am Edeka-Markt in Seppenrade, 10 bis 12 Uhr Infostand auf dem Abendmarkt in Lüdinghausen, 16 bis 20 Uhr11. Mai (Samstag): Frauen-/Menschenkette rund um die Felizitaskirche (vor der Abendmesse 18 Uhr) Infostand bis nach der Messe12. Mai (Sonntag): Teilnahme an der Mahnwache vor dem Dom in Münster, 11 bis 11.30 Uhr(Fahrmöglichkeit mit Schnellbus oder Fahrgemeinschaften in Eigeninitiative) St. Dionysius, Mahnwache vor der Abendmesse, 19.15 Uhr16. Mai (Donnerstag): St. Felizitas, Mahnwache vor der Abendmesse, 19.15 Uhr Abschlussandacht mit der „Life-Band“ in der Borg, circa 19.30 Uhr

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