KFD-Frauen mit Infostand zur „Maria 2.0“-Bewegung
Für eine gleichberechtigte Zukunft

Lüdinghausen -

Gleich an drei Stellen bauten die KFD-Frauen aus Lüdinghausen am Freitag ihre Infostände auf, um auf „Maria 2.0“ aufmerksam zu machen. Alleine am Marktplatz kamen innerhalb von eineinhalb Stunden ganze 80 Unterschriften für eine Reform der katholischen Kirche zusammen.

Samstag, 11.05.2019, 09:00 Uhr
Frauen kämpfen für eine gleichberechtigte, gerechte, offene und menschliche Kirche: Ein weißes Tuch mit diesem Wunsch brachte Klaudia Henke-Dammeyer (r.) vom Clara-Stift am Infostand der KFD zur „Maria 2.0“-Aktion vorbei.
Frauen kämpfen für eine gleichberechtigte, gerechte, offene und menschliche Kirche: Ein weißes Tuch mit diesem Wunsch brachte Klaudia Henke-Dammeyer (r.) vom Clara-Stift am Infostand der KFD zur „Maria 2.0“-Aktion vorbei. Foto: Heidrun Riese

„Ich hatte nicht erwartet, dass das so gut angenommen würde“, staunte Elisabeth Lücke. Sie stand am Freitagvormittag zusammen mit einigen KFD-Frauen auf dem Marktplatz, um auf die Aktion „Maria 2.0“ aufmerksam zu machen. Für die Lüdinghauserinnen war es der Auftakt zu einer ganzen Reihe an Aktivitäten, mit denen sich die Frauengemeinschaften St. Felizitas, St. Ludger und St. Dionysius am bundesweiten Kirchenstreik für eine Reform der katholischen Kirche beteiligen. Mit großem Erfolg: Immer wieder traten Frauen, aber auch einige Männer an den Infostand heran, um ihre Unterstützung zu signalisieren.

Innerhalb von eineinhalb Stunden waren bereits 80 Unterschriften zusammengekommen. Da reichten die mitgebrachten Bögen nicht aus. „Wir mussten zwischendurch Kopien machen“, berichtete Franziska Ritter , die im Laufe des Vormittags etliche Gespräche führte. „Mich freut, wie gut die Leute informiert waren“, betonte sie.

Mich freut, wie gut die Leute informiert waren.

Franziska Ritter

Aber die KFD-Frauen sammelten nicht nur Unterschriften, die sie der Diözesanstelle zur Weiterleitung an die Bischofskonferenz zukommen lassen wollen. Klaudia Henke-Dammeyer , Leiterin des Sozialen Dienstes des Clara-Stifts in Seppenrade, brachte – einem Aufruf der Frauengemeinschaften folgend – ein weißes Tuch vorbei. „Wir haben eine Klönrunde für die Bewohnerinnen“, informierte sie. „Die älteren Damen haben sofort gesagt: ‚Wir machen mit und gestalten ein Tuch.‘ Ich habe den Auftrag bekommen, es hierhin zu bringen.“ Es soll eine „Wiese der Hoffnung“ zeigen – mit bunten Blumen und einem gemeinsamen Gedanken, an dem die Seniorinnen eifrig gefeilt haben. „Da wurde jedes Wort genau überlegt, bis ins Detail diskutiert und am Ende demokratisch entschieden“, erzählte Henke-Dammeyer und sprach von bemerkenswerten Ansichten der Bewohnerinnen. Die fassten diese auf dem Tuch schließlich folgendermaßen zusammen: „Wir wünschen uns eine gleichberechtigte, gerechte, offene, menschliche Kirche.“ Dieser eine Satz trifft den Nagel auch für die KFD-Frauen auf den Kopf, weshalb sie das Tuch aus dem Clara-Stift bei den weiteren „Maria 2.0“-Aktionen begleiten soll.

„Maria 2.0“ – was soll das eigentlich bedeuten? Eine genaue Antwort auf diese Frage konnten auch die KFD-Frauen nicht geben. „Es gibt verschiedene Interpretationen“, sagte Dorothea Tappe, die nicht nur Gemeindemitglied ist, sondern auch geistliche Leiterin des Regionalteams Lüdinghausen. „Ich sehe Maria als Schirmherrin der Aktion.“ Sie verwies auf die menschliche Seite der Gottesmutter: „Maria war eine junge Frau, die große Herausforderungen gemeistert hat“, erklärte Tappe. Das könne man auf die Frauen in der Kirche heute übertragen. „Auch wir nehmen Herausforderungen an und gestalten die Kirche. Das machen wir jetzt schon, aber das reicht nicht“, machte sie ihre Meinung deutlich. „Wir wollen aktiv die Zukunft der Kirche mitgestalten. Deshalb finde ich, dass Frauen ebenfalls Zugang zu kirchlichen Ämtern haben sollten. Ich bin überzeugt, dass es ein anderes Miteinander bringen würde. Männer und Frauen ergänzen sich gut, das sollte aber auf Augenhöhe passieren.“

Männer und Frauen ergänzen sich gut, das sollte aber auf Augenhöhe passieren.

Dorothea Tappe

Neben dem Infostand auf dem Marktplatz gab es zeitgleich einen in Seppenrade. Auch auf dem Abendmarkt waren die KFD-Frauen vertreten. Die nächste „Maria 2.0“-Aktivität findet am Samstag (11. Mai) statt: Rund um die St.-Felizitas-Kirche soll vor der 18-Uhr-Messe eine Menschenkette gebildet werden. „Da brauchen wir viele Frauen“, betonte Ritter.

Noch bis Donnerstag (16. Mai) dauert der Kirchenstreik in Lüdinghausen. Er endet mit einer Abschlussandacht mit der Life-Band in der Borg, die gegen 19.30 Uhr beginnt.

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