Außenterrassen sind für Gaststätten-Betreiber ein wichtiges Aushängeschild
„Möchte nicht darauf verzichten“

Lüdinghausen -

„Außengastronomie ist ein Muss“, sagt Christian Blazevic, Betriebsleiter des „Café Extrablatt“ in Lüdinghausen – und spricht damit auch für seine Kollegen. Tische und Stühle unter freiem Himmel sind eine wichtige Einnahmequelle und sind gleichzeitig ein Aushängeschild für die Betriebe.

Dienstag, 14.05.2019, 10:00 Uhr
Scheint die Sonne, zieht es die Lüdinghauser – wie hier im „Café Extrablatt“ am Marktplatz – auf die Außenterrassen der Restaurants, Cafés und Kneipen. Für die Betreiber sind Tische und Stühle unter freiem Himmel unverzichtbar.
Scheint die Sonne, zieht es die Lüdinghauser – wie hier im „Café Extrablatt“ am Marktplatz – auf die Außenterrassen der Restaurants, Cafés und Kneipen. Für die Betreiber sind Tische und Stühle unter freiem Himmel unverzichtbar. Foto: Heidrun Riese

Kaum kommt die Sonne heraus, sind die Außenterrassen der Gastronomiebetriebe gefüllt – mit Menschen, die ihr Abendessen, einen Eisbecher oder einfach ein Getränk unter freiem Himmel genießen. Für die Betreiber der Gaststätten ist dieses Sommergeschäft eine wichtige Einnahmequelle – und obendrein ein Werbefaktor.

„Für mich ist Außengastronomie sehr wichtig, ich möchte nicht darauf verzichten“, sagt Ulrich Kellmann , Inhaber der Kaffeerösterei und Espressobar „Röstkunst“ an der Mühlenstraße. Alleine schon die Tatsache, Tische und Stühle vor der Tür stehen zu haben, sei ein nicht zu unterschätzendes Signal an die Passanten. „Wer vorbei geht, sieht gleich, dass da etwas ist“, erklärt Kellmann. Deshalb gebe es bei ihm auch in der kalten Jahreszeit die Gelegenheit, sich draußen hinzusetzen. Dabei sei eine ansprechende Aufmachung ganz entscheidend: „Sie sollte hochwertig sein und zum Geschäft passen“, betont der „Röstkunst“-Chef. Er hat außerdem beobachtet: „Außengastronomie ist auch ein Treffpunkt. Ich habe viele Stammkunden, die immer zur selben Zeit herkommen, um zu quatschen.“ Das sei im doppelten Sinn gut fürs Geschäft, denn Kellmann hat auch folgende Erfahrung gemacht: „Ist ein Laden belebt, hat das immer einen positiven Einfluss auf das Kaufverhalten.“

Außengastronomie ist auch ein Treffpunkt.

Ulrich Kellmann

Und sind die Straßen in der Innenstadt voll, profitieren davon die anliegenden Gastronomiebetriebe. „Im Sommer haben wir mehr zu tun als im Winter, da will jeder draußen sitzen und es gibt auch mehr Laufkundschaft“, berichtet Christian Blazevic, Betriebsleiter des „Café Extrablatt“ mit prominenter Lage am Marktplatz. Da wundert die Aussage nicht: „Außengastronomie ist ein Muss.“

Diesen Satz kann Marko Scheer von „sCheers Amadeus“ nur unterschreiben. Aus diesem Grund öffnet er, zusätzlich zum Biergarten seiner Kneipe im Innenhof, den ab Mittag kein direktes Sonnenlicht mehr erreicht, einen neuen Außenbereich auf den beiden Flügeln der Bühne in der Borg, wo zwölf Tische mit insgesamt 48 Sitzplätzen aufgestellt werden. „sCheers Strandcafé“ nennt sich der Ableger, mit dem auch ein über mehrere Jahre stillgelegter Bereich der Gaststätte wiederbelebt wird. „Das wird ein komplett neuer Laden“, kündigt Scheer an. „Mit eigener Theke, eigenem Eingang und eigener Toilette.“ Während die Verankerungen für die Sonnenschirme und die Verkabelungen für die Beleuchtung in der Mache sind, liegen die Palmen für das Südsee-Feeling bereits auf Lager. „Wir warten noch auf die Möbel“, verrät Scheer, der für das Strandcafé drei neue Mitarbeiter eingestellt hat. „Ich hoffe, dass es Anfang Juni losgeht.“

Genehmigungen und Gebühren

 Einfach so Stühle und Tische vor die Tür zu stellen, das geht nicht – zumindest dann nicht, wenn es sich um öffentliche Flächen handelt. In diesem Fall ist bei der Stadt eine einzuholen, die auch mit einer Gebühr verbunden ist. Diese beträgt in Lüdinghausen 3,10 Euro pro Monat und Quadratmeter. Zum Vergleich: Betreiber von Restaurants und Cafés zahlen in Münster sieben Euro. Die 3,10 Euro gelten für den Kernbereich, wozu auch der Marktplatz, die Mühlenstraße und die Bühne in der Borg gehören. Im übrigen Stadtgebiet sind für die „Aufstellung von Tischen und Stühlen für gewerbliche Zwecke“, wie es in der entsprechenden Satzung heißt, auf öffentlichen Flächen drei Viertel des Preises fällig. Aber ganz egal, ob auf eigener oder von der Stadt angemieteter Fläche: „An müssen sich alle halten“, informiert Anja Kleykamp, Pressesprecherin der Stadt. Da geht es um wie beispielsweise Nachtruhe, die beachtet werden müssen. „In der Innenstadt ist das ein sensibleres Thema als in den Außenbereichen“, weiß Kleykamp, „weil es dort mehr Anwohner gibt.“ Was die für Außengastronomie betrifft, berichtet sie von stabilen Zahlen: „Natürlich ist es in dem einen Jahr mal mehr und in dem anderen mal weniger, aber insgesamt doch gleichbleibend.“

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