Feldbegehung des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes
Roggen als Zukunftskultur

Lüdinghausen -

So einige Themen hatte der Landwirtschaftliche Ortsverband Lüdinghausen bei der Feldbegehung mit Tobias Schulze Bisping von der Landwirtschaftskammer, auch Fragen des Umwelt- und Naturschutzes wurden diskutiert. Dabei gab es Vorwürfe von Landwirten gegen behördliche Prüfer, die sich bei der Kontrolle von Blühstreifen und Uferrandstreifen pedantisch verhalten würden

Mittwoch, 15.05.2019, 19:00 Uhr
Während der Feldbegehung auf dem Hof Peters wurden mit dem Pflanzenschutzberater der Landwirtschaftskammer, Tobias Schulze Bisping (l.), und Hegeringsleiter Stephan Niesert (4.v.r.) auch Fragen des Umwelt- und Naturschutzes diskutiert. 
Während der Feldbegehung auf dem Hof Peters wurden mit dem Pflanzenschutzberater der Landwirtschaftskammer, Tobias Schulze Bisping (l.), und Hegeringsleiter Stephan Niesert (4.v.r.) auch Fragen des Umwelt- und Naturschutzes diskutiert.  Foto: Ulrich Reismann

Renaissance für eine alte Getreideart? Bei der Feldbegehung des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Lüdinghausen auf dem Hof von Magnus Peters in Ermen stellte Tobias Schulze Bisping, Pflanzenschutzberater der Landwirtschaftskammer Coesfeld, die Vorteile von Roggen heraus. Der habe, hinter dem Weizen, „das Potential für eine Zukunftskultur“.

Roggen stellt von allen Getreidearten die niedrigsten Ansprüche an die Wasserversorgung – eine ideale Voraussetzung gerade auf leichteren Sandböden. Unter diesem Gesichtspunkt wird derzeit oft auch Triticale angebaut, der allerdings in den vergangenen Jahren unter einer zunehmenden Anfälligkeit für pilzliche Krankheiten litt. „Früher war das mal die ganz gesunde Frucht“, erinnerte der Ortsverbandsvorsitzende Berthold Schulze Meinhövel. Damit könne diese Getreideart jetzt jedoch überhaupt nicht mehr trumpfen, erklärte der Experte der Kammer.

Früher war das mal die ganz gesunde Frucht.

Berthold Schulze Meinhövel

Beim Roggen habe es dagegen eine genau gegensätzliche Entwicklung gegeben. Dank enormer Züchtungsfortschritte wurde die hohe Anfälligkeit für Braunrost immens reduziert, „sodass er mittlerweile deutlich gesünder ist als der Triticale“, wie Schulze Bisping betonte. Als dritten Pluspunkt nannte er die Eigenschaft, „auch mit weniger Dünger auszukommen als etwa Weizen“ – was den politischen Bestrebungen, die Stickstoffdüngung zu verringern, entgegenkomme.

Des Weiteren ging es um den Anbau von Mais, wobei die Unkrautbekämpfung im Blickpunkt stand. „Die Landwirtschaftskammer sieht die Zukunft in einem Verbund von chemischen und mechanischen Maßnahmen“, sagte der Berater. Mit Hackstriegeln bestünden Möglichkeiten, die erste Unkrautwelle zu beseitigen. Die Spritze könne sich dann auf die zweite Unkrautwelle beschränken. Vorteil: nur noch halbe Aufwandmengen.

An der Feldbegehung nahm auch der Hegeringsleiter Stephan Niesert teil, um den Kontakt zu den Landwirten zu suchen – mit dem Ziel, Hand in Hand Möglichkeiten auszuloten, wie und wo Rückzugsflächen für Fasanen, Hasen und Co. angelegt werden können. Darunter fallen insbesondere die von der EU geförderten und schon weit verbreiteten Blüh- und Uferrandstreifen, an denen aber nicht jeder Bauer seine Freude hat.

Weil es bei den regelmäßig erfolgenden Kontrollen immer wieder Unannehmlichkeiten mit solchen Prüfern gebe, die Genauigkeit in einer Weise definierten, die dem Naturschutz abträglich sei, was bei der Feldbegehung beklagt wurde. Mit gesundem Menschenverstand statt Paragrafenreiterei ließe sich mancher Konflikt vermeiden, meinte Schulze Meinhövel. Hiervon werde man sich aber nicht entmutigen lassen und zusammen mit dem Hegering nach Lösungen suchen, wie diese Agrarumweltmaßnahmen auf noch mehr Flächen ausgedehnt werden können.

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