Steverbrücke: Bund der Steuerzahler nimmt Stadt ins Visier
„Sparsam ist das nicht“

Lüdinghausen -

Die erste von zwei neuen Brücken über die Ostenstever ist gerade fertig geworden, und zwar in Höhe des DRK-Heims an der Werdener Straße. Nun soll ein baugleiches Pendant nur wenige Hundert Meter weiter folgen. Das ruft den Bund der Steuerzahler auf den Plan.

Donnerstag, 16.05.2019, 09:00 Uhr
Die Brücke über die Ostenstever in Höhe des DRK-Heims an der Werdener Straße erhält einen Zwilling nur wenige Hundert Meter entfernt im Bereich Dietrich-Bonhoeffer-Ring/Dr.-Kleinsorge-Straße.
Die Brücke über die Ostenstever in Höhe des DRK-Heims an der Werdener Straße erhält einen Zwilling nur wenige Hundert Meter entfernt im Bereich Dietrich-Bonhoeffer-Ring/Dr.-Kleinsorge-Straße. Foto: Peter Werth

Der Bund der Steuerzahler hat die Lüdinghauser Verwaltung ins Visier genommen. In der April-Ausgabe seiner Zeitschrift „Der Steuerzahler“ geht es um die geplante Fuß- und Radwegbrücke über die Os­tenstever im Bereich Dietrich-Bonhoeffer-Ring/Dr.-Kleinsorge-Straße. Die ist kaum 300 Meter von der neuen Stever-Querung am DRK-Heim an der Werdener Straße entfernt.

Mit der Realisierung einer weiteren Brücke würden auf einer Strecke von 830 Metern dann insgesamt vier Bauwerke den kleinen Fluss überbrücken, moniert der Bund der Steuerzahler in seinem Bericht. Dabei verweist er auf Kosten von 600 000 Euro für jede der beiden neuen Brücken. Und er kommt mit Blick auf die dafür aufgewendeten Steuergelder zu dem Urteil: „Sparsam ist das nicht.“ Die beiden anderen Brücken sind die an der Stadtfeld- sowie an der Mühlenstraße.

Wir haben die Planung eins zu eins übernommen.

Bürgermeister Richard Borgmann

Eine Ansicht, die Bürgermeister Richard Borgmann so ganz und gar nicht teilen mag. Ganz im Gegenteil: „Der Bund der Steuerzahler hat in seiner Rechnung einen Fehler gemacht“, betonte er gegenüber den WN . Bei den Kosten von 600 000 Euro für die erste neue Brücke seien unter anderem die Aufwendungen für den Abriss der dort vorher vorhandenen Holzbrücke ebenso enthalten wie auch die Planungskosten für das Ersatzbauwerk. So würden sich die Kosten für die zweite Fußgänger- und Radfahrerbrücke auf 342 000 Euro reduzieren, so Borgmann. Denn: „Wir haben die Planung eins zu eins übernommen.“ Und: 70 Prozent dieser Summe übernehme die Bezirksregierung Münster. Mit demselben Prozentsatz sei auch die erste, 600 000 Euro teure Brücke gefördert worden.

Darüber hinaus verwies der Bürgermeister darauf, dass beide neuen Brücken wichtig seien mit Blick auf die Bewohner östlich der Stever. Beide sorgten dafür, dass die Anwohner – darunter viele jüngere Kinder – sicher ihren Schulweg zurücklegen könnten. Da gehe Sicherheit vor. Dabei wies er auch darauf hin, dass sich im Bereich östlich der Stever künftig „wohnbaumäßig noch viel tun wird“. Beide Vorhaben waren seinerzeit in der Politik unstrittig.

Wir fragen grundsätzlich auch bei den Kommunen nach.

Andrea Defeld (Pressesprecherin Bund der Steuerzahler)

Andrea Defeld, Pressereferentin des Bundes der Steuerzahler, erklärte auf WN-Anfrage dagegen, dass die in der Zeitschrift veröffentlichten Zahlen auf Angaben der Stadt Lüdinghausen beruhten. In der Antwort der Verwaltung auf die Nachfrage des Bundes der Steuerzahler im Februar 2019 zu den Kosten der zweiten Brücke heißt es dann auch wörtlich: „Auch für diese Brücke werden Kosten von 600 000 Euro erwartet.“ Ursprünglich, so das Antwortschreiben der Stadt, sei man von Kosten in Höhe von lediglich 430 000 Euro ausgegangen.

Defeld ergänzte: „Wir fragen grundsätzlich auch bei den Kommunen nach. Und wir verschaffen uns einen Eindruck vor Ort.“ So sei sie selbst in Lüdinghausen gewesen und habe die bereits bestehende Steverquerung an der Werdener Straße für die Zeitschrift „Der Steuerzahler“ fotografiert. Den Anstoß für die Berichterstattung habe die Information durch einen Lüdinghauser Bürger gegeben.

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