Bruno Bierschenk ist Vorsitzender der Tafel
Umzugspläne und viele Visionen

Lüdinghausen -

Vor acht Wochen ist Bruno Bierschenk zum neuen Vorsitzenden der Tafel gewählt worden. „Ich leite jetzt ehrenamtlich ein kleines Unternehmen“, sagt er und versichert, dass ihm die Arbeit immer noch viel Spaß macht. Bierschenk kümmert sich um den bevorstehenden Umzug des Vereins und hat zudem viele neue Ideen.

Donnerstag, 30.05.2019, 09:00 Uhr
Bruno Bierschenk ist der neue Vorsitzende der Tafel. Die Aufgabe macht ihm viel Spaß, zudem will er neue Ideen mit einbringen.
Bruno Bierschenk ist der neue Vorsitzende der Tafel. Die Aufgabe macht ihm viel Spaß, zudem will er neue Ideen mit einbringen. Foto: Marion Fenner

Acht Wochen ist Bruno Bierschenk jetzt Vorsitzender der Tafel Lüdinghausen. Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. „Die Arbeit macht immer noch Spaß“, versichert er. Er habe gewusst, was auf ihn zukomme. Dennoch sei es fast ein kleiner mittelständischer Betrieb, den er nun zu leiten habe. Denn bei der Tafel gehe es nicht nur um die Ausgabe der Lebensmittel, sondern auch um eine Menge Organisation im Hintergrund und das Einhalten zahlreicher Vorschriften.

Gespräche

Schon seit drei Jahren ist Bierschenk ehrenamtlich bei der Tafel tätig. Bei der Brotausgabe hat der 71-Jährige mitgeholfen. Die Tafel ist nicht das einzige Ehrenamt des Rentners. Er fährt „Essen auf Rädern“ aus, übernimmt Fahrdienste für Seniorennachmittage und bei der Caritas in der Frühförderung. „Der Kontakt mit den Menschen ist mir dabei sehr wichtig“, beschreibt Bierschenk den Reiz dieser Aufgaben. „Sonst könnte ich ja auch bei einem Pizzadienst arbeiten“, sagt er und schmunzelt. „Wenn ich ,Essen auf Rädern‘ ausliefere, freuen sich die oft allein stehenden Menschen, wenn ich Zeit habe, für ein kurzes Gespräch. Das gibt auch mir viel zurück.“

Viele Kontakte

Ähnlich sei es bei der Tafel. „Ich werde in der Stadt von Menschen gegrüßt, die ich nur vom Sehen kenne, andere vertrauen mir ihre Sorgen an – das ist eine Anerkennung, die auch mir guttut.“ Das seien die sozialen Kontakte, die jeder Mensch benötige. Dafür übernehme er dann auch gerne die jetzt anfallende Büroarbeit, die er als Vorsitzender zu erledigen hat. „Einer muss es ja tun“, sagt der Tafel-Chef und lacht. „Es macht mir einfach Spaß im sozialen Bereich mitzuarbeiten. Ich werde nicht die Welt retten, aber leiste einen Beitrag, dass sie ein wenig besser wird.“

Ich werde nicht die Welt retten, aber leiste einen Beitrag, dass sie ein wenig besser wird.

Bruno Bierschenk

 Das erste große Projekt, das Bierschenk als Tafelvorsitzender in Angriff nehmen muss, ist der bevorstehende Umzug. Aus dem alten Domizil muss der Verein bis November ausziehen, weil der Vermieter die Räume selbst zur Erweiterung seines Betriebes benötigt. „Wir haben eine Halle gefunden, die unseren Anforderungen entspricht“, berichtet Bierschenk. Bevor allerdings der Mietvertrag unterzeichnet werden könne, müsse erst eine Nutzungsänderung für eine Lebensmittellagerung und -ausgabe beim Kreis Coesfeld beantragt werden. „Rund acht Wochen Bearbeitungszeit müssen wir rechnen.“ Stimmt der Kreis zu, muss noch die Stadt Lüdinghausen das Anliegen befürworten. „Bürgermeister Richard Borgmann ist unser Schirmherr, ich hoffe, dass das dann schnell geht“, sagt Bierschenk. Bevor die bürokratischen Hürden nicht genommen sind, sei noch nichts spruchreif.

Junge Leute

Wenn der Tafel neue und wie Bierschenk hofft, größere Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, dann hat er schon weitere Ideen, wie die Welt ein wenig besser werden kann. Er möchte auch junge Leute für die Arbeit begeistern. Die meisten aus unserem 145-köpfigen Team sind schon über 60 Jahre alt. „Die Arbeit ist nicht einfach, die Kisten sind schwer, und bei der Essensausgabe geht es gelegentlich laut zu“, weiß der Vorsitzende. Es sei wichtig, die anfallenden Aufgaben auf viele Schultern zu verteilen.

Mittagessen

Bierschenk hat weitere Visionen: „Vielleicht können wir in den neuen Räumlichkeiten einen Wartebereich einrichten.“ Derzeit müssten die Kunden draußen vor der Tür Schlange stehen. Zu den Werten, denen sich die Tafel verschrieben habe, gehörten Humanität und Respekt. Dazu gehöre es nicht, Menschen wie in Nachkriegszeiten zuzumuten, sich für Lebensmittel in einer Schlange anzustellen. „Schön wäre es, den Wartenden ein Wasser oder eine Tasse Kaffee anzubieten. Auch träumt Bierschenk davon, den Bedürftigen eventuell ein Mittagessen anzubieten. „Von meinem Team kommt dann immer die Frage: Wer soll‘s machen?“ Genau dafür sucht der Tafel-Chef noch Leute.

Zum Thema

Wer die Tafel unterstützen will, kann sich im Internet informieren oder Bruno Bierschenk direkt anrufen (' 0 25 91/18 99).

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