Wie die Lüdinghauser im Einzelhandel bezahlen
Karte allmählich vor Cash

Lüdinghausen -

Auch in Lüdinghausen zahlen Kunden ihre Einkäufe vermehrt mit Karte statt mit Bargeld. Vor allem zum Monatsende geschehe das, hat Euronics-Marktleiter Daniel Tix festgestellt. Allerdings: Bargeld wird bei den Geschäftsinhabern nach wie vor gerne gesehen.

Donnerstag, 06.06.2019, 08:00 Uhr
Daniel Tix, Euronics-Marktleiter, registriert vor allem zum Ende eines Monats, dass Kunden vermehrt mit Karte ihre Rechnung begleichen.
Daniel Tix, Euronics-Marktleiter, registriert vor allem zum Ende eines Monats, dass Kunden vermehrt mit Karte ihre Rechnung begleichen. Foto: Bastian Becker

„Der Trend lässt sich nicht aufhalten“, ist sich Stefan Voss , Geschäftsführer des gleichnamigen Lüdinghauser Spielwarengeschäfts, sicher. Auch in Lüdinghauser Geschäften wird immer mehr Geld per Karte ausgegeben. Deutschlandweit wurde 2018 im stationären Einzelhandel erstmals mehr Geld per Karte als bar bezahlt. „Teilweise haben die Kunden nur die Karte dabei und zahlen auch Kleinstbeträge so“, schildert Claudia Graute, Filialleiterin der Wolfsberg Apotheke, „vor allem die teureren Privatrezepte werden vermehrt per Karte bezahlt.“

Die Bargeldzahlung wird stetig weniger.

Daniel Tix

„Die Kunden haben sich daran gewöhnt“, beobachtet Christian Kruse, Inhaber des Bekleidungsgeschäfts „kruse – men & women“. „Die Bargeldzahlung wird stetig weniger“, meint auch Daniel Tix , Marktleiter des Elektrofachgeschäfts „ Euronics XXL“. Tix erkennt dabei einen Zusammenhang des Anteils der Barzahlungen mit dem Datum: „Am Anfang des Monats zahlen die Kunden häufig noch bar, später nimmt das ab.“ Yakub Ero­glu, Inhaber von „Jacob Juwelen“, weiß: „Ältere Kunden zahlen häufiger bar, jüngere vor allem größere Beträge mehr mit der Karte.“ Eroglu hat dabei als einziger der Befragten keine Zunahme der Kartenzahlungen festgestellt, die Umsätze durch Bar- und Kartenzahlung hielten sich bei dem Juwelier schon seit längerer Zeit etwa die Waage.

Ältere Kunden zahlen häufiger bar, jüngere vor allem größere Beträge mehr mit der Karte.

Yakub Eroglu

Bei Euronics XXL (Tix: „60 zu 40“) und „kruse - men & women“ wird derweil bereits mehr Geld per Karte ausgegeben. Auch in der Filiale der Bäckerei Geiping an der Lan­genbrückenstraße gibt es seit dem vergangenen Jahr Kartenlesegeräte, „das wird positiv angenommen und immer mehr genutzt“, verrät Verkäuferin Andrea Tennhoff. Im Spielwarengeschäft machen Kartenzahlungen etwa ein Viertel des Umsatzes aus, laut Voss ist die „Tendenz steigend“. Besonders im Weihnachtsgeschäft fielen größere Beträge an, sodass der Anteil der Kartenzahlungen zunehme. In seinem Geschäft gilt ein Mindesteinkaufswert von zehn Euro als Untergrenze, um per Karte zu bezahlen.

Klimaneutral ist Kartenzahlung nicht.

Stefan Voss

Denn aus Sicht der Geschäfte gilt: „Bar ist immer besser“ (Eroglu). Bei der Zahlung per EC-Karte, aber vor allem per Kreditkarte fallen für jede Transaktion Gebühren an (Voss: „Durchschnittlich 30 Cent pro Aktion“), die die Händler an die jeweiligen Institute abführen müssen. Deswegen sind etwa bei „Jacob Juwelen“, Voss oder in der Wolfsberg Apotheke nur EC-Karten zugelassen, bei denen die geringsten Gebühren anfallen. Bei modernen Kartenlesegeräten, wie sie etwa Voss besitzt, können bis zu 25 Euro ohne Unterschrift des Kunden abgebucht werden. Euronics-Marktleiter Tix hatte sogar schon mit einem Kunden zu tun, der seine Rechnung durch Auflegen seiner digitalen Armbanduhr auf das Lesegerät beglich. „Klimaneutral ist Kartenzahlung nicht“, meint Voss, denn die Belege müssten ausgedruckt und aus rechtlichen Gründen zehn Jahre lang aufbewahrt werden. Ein Risiko bei der Entwicklung weg vom Bargeld sieht auch Apothekerin Graute: „Die Leute kriegen vielleicht gar nicht richtig mit, was sie ausgegeben haben.“

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