Weltyogatag
Bewusstsein schärfen im Stehenden Dreieck

Lüdinghausen -

Marion Niemeyer und Gerhard Milbrat sind Yoga-Experten. Seit vielen Jahren leiten die zwei Kurse in der Steverstadt – sie bei der Familienbildungsstätte, er in seinem eigenen Yoga-Zentrum. Dabei sollen die Menschen unter anderem lernen, „sich wieder selbst zu spüren“, sagt Niemeyer.

Donnerstag, 20.06.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 21.06.2019, 15:10 Uhr
Seit vielen Jahren betreiben auch viele Lüdinghauser Yoga.
Seit vielen Jahren betreiben auch viele Lüdinghauser Yoga. Foto: Bastian Becker

Wem die Begriffe Baumstellung, stehendes Dreieck oder Schulterbrücke etwas sagen, der ist sicherlich schon einmal in die Welt des Yoga eingetaucht. Laut einer Studie des Berufsverbands der Yogalehrenden (BDY) aus dem vergangenen Jahr haben mehr als elf Millionen Deutsche Erfahrung mit der aus Indien stammenden philosophischen Lehre. Am morgigen Freitag (21. Juni) ist Weltyogatag.

Auch in Lüdinghausen bieten etliche Institutionen und Studios Yogakurse an. Ein Kursus, der in nahezu unveränderter Besetzung seit mehr als zehn Jahren existiert, trifft sich im Rahmen des Programms der Familienbildungsstätte jeden Donnerstag unter Leitung der Olfener Yogalehrerin und Heilpraktikerin Marion Niemeyer .

Mit ruhiger Stimme gibt Niemeyer Atem-, Bewegungs- und Entspannungsübungen vor, die die acht Frauen und vier Männer auf ihren Yogamatten durchführen. Oft geht es darum, Atem und Bewegung zu koordinieren. „Ich möchte in erster Linie vermitteln, dass Menschen lernen, sich wieder zu spüren. Indem er ein Bewusstsein für Bewegung, Körper und Atem entwickelt, kommt der Mensch ins Hier und Jetzt“, erläutert Niemeyer. Wichtig sei, dass sich jeder so akzeptiere, wie er ist, und in ihren Kursen kein Leistungsdruck bestehe.

Die langjährigen Yogaschüler sind begeistert. So empfindet Nicole Lucki Yoga als „unheimlich entspannend, eine sanfte Art der Bewegung“. Besonders gut gefallen ihr „die Achtsamkeit und das Nachspüren nach den Übungen“.

Jürgen Kneilmann haben „die Körperübungen sehr geholfen. Ich hatte Probleme im Schulter- und Nackenbereich, die ich jetzt nicht mehr habe.“ Elisabeth Walden meint: „Am intensivsten funktioniert Yoga in der Gruppe.“ Denn das gemeinsame Üben erhöhe die Motivation. Christiane Gesper betont, dass Yoga „die Gedanken nach anstrengenden Arbeitstagen zur Ruhe“ bringe. „Die Atemübungen tragen dazu bei, dass der Körper ins Gleichgewicht kommt.“

Niemeyer selbst kam vor 13 Jahren zum Yoga, weil eine Atemübung ihr bei Schlafstörungen nach der Geburt ihres vierten Kindes half.

Einen anderen Zugang fand Gerhard Milbrat, der seit vielen Jahren das Daoistische Institut in Lüdinghausen leitet. Vor 40 Jahren heilte ein asiatischer Heilpraktiker seine Rückenverletzung ohne Operation. Nachdem Milbrat viereinhalb Jahre in Asien verbrachte, bietet er heute Kurse im daoistischen Yoga, dem Qi Gong, an. Anders als bei der indischen Variante werden die Qi-Gong-Übungen überwiegend im Stehen durchgeführt. „Wichtig ist die Balancierung bestimmter Energiezentren im Körper“, erläutert Milbrat die Grundidee des Qi Gong. „Oft sind Herz und Kopf voll, der Bauch aber leer. Wichtig ist es daher, eine Energiebatterie im Unterbauch zu installieren.“ Dies geschehe über Übungen zur Fitness, zur Muskelkräftigung und zur Atemkontrolle. In den Kursen gebe es „bewegte Übungen zur Kräftigung und stille Übungen zur Regeneration“, so Milbrat. Auch Leute, die indisches Yoga praktizierten, kämen vorbei. „Wir klären die Leute auf, wie der Organismus Mensch funktioniert“, fasst der Yoga-Lehrer sein Anliegen zusammen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6706246?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F
Umleitung an der Weseler Straße
Das Unternehmen Brillux – hier ein Archivbild – will am Samstag eine Brücke über die Weseler Straße einschwenken.  
Nachrichten-Ticker