Umfrage bei Verkäufern und Kunden auf dem Wochenmarkt
Plastiktüten kaum noch gefragt

LÜDINGHAUSEN -

Plastiktüten sind auf dem Lüdinghauser Wochenmarkt nur wenig gefragt. Immer mehr Kunden nutzen mitgebrachte Beutel oder andere Behältnisse. Nur beim Fisch mag sich das nicht so durchsetzen.

Samstag, 22.06.2019, 14:00 Uhr aktualisiert: 27.06.2019, 13:00 Uhr
Werner Neumann verkauft seine Erdbeeren in Einkaufsnetz oder Papiertüte, auch bei Jens Lütjen (kleines Bild) werden die Fische in Papier statt in Plastiktüten verpackt.
Werner Neumann verkauft seine Erdbeeren in Einkaufsnetz oder Papiertüte, auch bei Jens Lütjen (kleines Bild) werden die Fische in Papier statt in Plastiktüten verpackt. Foto: Bastian Becker

Der weltweite Plastikverbrauch ist derzeit in aller Munde. Auch auf dem Lüdinghauser Wochenmarkt werden immer weniger Waren in den lange üblichen Plastiktüten verkauft: „Das ist in diesem Jahr um etwa 80 Prozent rückläufig“, schätzt Bio-Gemüsehändler Werner Neumann. „Ich frage immer, ob die Kunden selbst Tüten dabei haben. Ansonsten können die Kunden ein Einkaufsnetz erwerben oder ich verpacke die Waren in Papiertüten.“

„Bei uns bringt etwa die Hälfte der Kunden eigene Behälter mit, der Rest muss selbst tragen“, erklärt Käseverkäuferin Gisela Lamskemper. Schon seit mehr als zwei Jahren verkauft Fleischer Martin Schräder Plastiktüten nur gegen einen Aufpreis von zehn Cent. Ein Rückgang des Plastikverbrauchs um etwa zwei Drittel sei festzustellen, „allerdings reagieren einige Kunden gereizt auf die Änderung“, weiß Schräder.

Ich frage immer, ob die Kunden selbst Tüten dabei haben. Ansonsten können die Kunden ein Einkaufsnetz erwerben oder ich verpacke die Waren in Papiertüten.

Werner Neumann

„Die meisten Waren verpacken wir in Papier, bei solchen, die Feuchtigkeit enthalten, müssen wir weiterhin auf Plastik zurückgreifen“, erläutert Fischfeinkostverkäufer Jens Lütjen . „Wir in Deutschland wollen immer Vorreiter sein, aber starke Umweltschädigung findet vor allem im Ausland statt. Eigentlich müsste man Plastiktüten generell verbieten“, fordert Lütjen. Kollege Abdul Rmadan verkauft an seinem Stand für Feinkost und Oliven weiterhin in kleinen Plastikbechern. Grund dafür seien vor allem die geringen Mengen. „Teilweise bringen Kunden eigene Glasbecher mit, das sind aber nur wenige“, erzählt Rmadan.

Eigentlich müsste man Plastiktüten generell verbieten.

Jens Lütjen

Sehr umweltbewusst zeigen sich die Kunden: „Kartoffeln und alles, was eine eigene Verpackung hat, kommt so in den Beutel“, meint Angela Huchtenderich. „Ich bemühe mich, die Ressourcen bewusst zu nutzen“, versichert Wolfgang Weck und hat deswegen ebenfalls seinen eigenen Beutel dabei. „Das ist so präsent zur Zeit und liegt an den Jugendlichen, die Gas geben und die Leute darauf hinweisen“, erklärt Gabi Dilewski ihre Motivation, auf die Verpackung zu achten.

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