Umgestaltung der Wilhelmstraße
Bäume sorgen für Diskussion

Lüdinghausen -

Besucher sollen künftig leichter aus Richtung Konrad-Adenauer-Straße über die Wilhelmstraße in die Innenstadt gelenkt werden. Das Büro wbp hat den Wettbewerb für die Umgestaltung des Bereichs gewonnen und stellte seine Ideen in einer Bürgerversammlung vor. Dabei stieß nicht alles auf Zustimmung.

Freitag, 12.07.2019, 08:00 Uhr
So könnte die Wilhelmstraße vom Marktplatz aus betrachtet künftig aussehen (oben). Die Darstellung links zeigt die Ansicht vom Ostwall mit einem Lichtband auf dem Boden.
So könnte die Wilhelmstraße vom Marktplatz aus betrachtet künftig aussehen (oben). Die Darstellung links zeigt die Ansicht vom Ostwall mit einem Lichtband auf dem Boden. Foto: Büro wbp

Rebekka Junge und ihre Mitarbeiter haben in den nächsten Wochen einiges zu tun. Denn die Geschäftsführerin des Landschaftsarchitekturbüros wbp aus Bochum, das aus dem städtebaulichen Wettbewerb zur Umgestaltung der Wilhelmstraße als Sieger hervorgegangen ist, nahm aus der Bürgerversammlung im Kapitelsaal am Mittwochabend einige Anregegungen und auch kritische Anmerkungen vor allem von Anliegern, Geschäftsleuten und Immobilienbesitzern mit. „Wir haben noch einen ganz schönen Teil des Weges vor uns mit der weiteren, detaillierten Planung“, hatte die Landschaftsarchitektin direkt zu Beginn der Infoveranstaltung betont.

Wir haben noch einen ganz schönen Teil des Weges vor uns mit der weiteren, detaillierten Planung.

Rebekka Junge

Kerngedanke des wbp-Entwurfs ist die Lenkung der Besucher aus Richtung Konrad-Adenauer-Straße in die Innenstadt. „Heute gibt es einen eher schmalen Weg, der zudem durch einige Barrieren wie Fahrradständer oder die Pergola am Stadtgraben beeinträchtigt wird“, erläuterte Junge. Aber es gibt in den Augen der Planer auch Qualitäten wie die bestehenden Baumreihen. „Die haben einen leitenden Charakter und sollten erhalten bleiben“, hob Junge hervor. Der Entwurf ihres Büros hebt den Bereich zwischen Hermannstraße und Wallgasse als „neuen Markt“ mit Gestaltungselementen wie der Fortführung der Pflasterung vom Marktplatz und einem Solitärbaum hervor. „Den Stadtgraben würden wir als nutzbare Grünstruktur durch eine bepflanzte, leicht erhöhte Fläche mit einer Sitzkante herausstellen“, berichtete Junge. Ein Lichtband im Boden soll den Besuchern im Dunkeln den Weg weisen, und im Zuge der Barrierefreiheit sind taktile Elemente für Blinde und Sehbehinderte vorgesehen.

Die Ampel am Ostwall wird sicherlich bleiben.

Rebekka Junge

„Die Ampel am Ostwall wird sicherlich bleiben“, kündigte die Planerin an. Die Gestaltung des Übergangs müsse sicherlich noch diskutiert werden. Das gelte auch für die Bushaltestellen. Apropos Diskussion: Für die sorgte der Vorschlag des Büros wbp, die Wilhelmstraße als reine Fußgängerzone auszuweisen. Nicht nur die beiden grünen Ratsherrn Wilhelm Kortmann und Eckart Grundmann betonten, sie könnten sich die Straße nicht ohne Radverkehr vorstellen, zumal in den anderen Innenstadtbereichen das Radfahren erlaubt sei. „Das war uns im Vorfeld des Wettbewerbs nicht bewusst. Dann sollten wir das hier auch gar nicht ändern“, signalisierte Junge direkt.

Die Anlieger haben in der Innenstadt in jüngster Zeit einiges für die Beleuchtung der Gebäude getan. Das wird hier durch die Bäume geschluckt.

Thomas Wulf

Massive Kritik einiger Teilnehmer hagelte es für den Vorschlag, die Linden in der Wilhelmstraße zu erhalten. „Die Anlieger haben in der Innenstadt in jüngster Zeit einiges für die Beleuchtung der Gebäude getan. Das wird hier durch die Bäume geschluckt“, machte Thomas Wulf deutlich. Und Burkhard Kleffmann ergänzte: „Niemand will unter den Bäumen sitzen, unter Linden schon mal gar nicht. Hinzu kommt, dass Bänke darunter ständig verdreckt sind.“ Junge erklärte dazu: „Wir hatten das Gefühl, dass die Baumreihe dem Bereich ganz gut tut.“ Auch CDU-Ratsherr Thomas Suttrup betonte, er könne sich die Straße nicht ohne Bäume vorstellen. „Mag sein, dass diese nicht die richtigen sind“, fügte er hinzu. „Hier sollten die Kastenplatanen, die wir auch an anderen Stellen in der Innenstadt haben, gepflanzt werden. Und eine einheitliche Beleuchtung wäre auch wünschenswert“, schlug Kleffmann vor. Grundmann hingegen appellierte, die fast 40 Jahre alten Bäume stehen zu lassen.

Wir sind erst am Anfang der Planungen und werden all die Bedenken und Anregungen von heute mitnehmen.

Richard Borgmann

„Wir sind erst am Anfang der Planungen und werden all die Bedenken und Anregungen von heute mitnehmen“, so Bürgermeister Richard Borgmann. Das gilt auch für das Thema Motorrad-Stellplätze, da im Sommer gerade die beiden Eiscafés vor allem sonntags stark von Bikern frequentiert werden. Wie Ellen Trudwig, Leiterin des Fachbereichs Planen und Bauen, mitteilte, werde der Fachausschuss in seiner Sitzung am 24. September über die geänderten Pläne entscheiden.

Zum Thema

Die Präsentation mit dem Entwurf des Büros wbp ist auf der Homepage der Stadt zu sehen. Bis Ende Juli nimmt die Verwaltung weitere Anregungen für die Wilhelmstraße entgegen.   | www.luedinghausen.de

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