Autokennzeichen
LH oder WAF: Drensteinfurt soll die Wahl haben

Lüdinghausen/Drensteinfurt -

In Lüdinghausen und Umgebung fahren bereits viele Autos mit LH-Kennzeichen. Und auch im Kreis Unna haben die Bürger die Wahl. Das wünscht sich der Drensteinfurter Bürgermeistermeister Carsten Grawunder auch für die Menschen in seiner Stadt – und bekommt dabei Unterstützung sowohl von seinem Lüdinghauser Amtskollegen als auch vom Selmer Verwaltungschef.

Freitag, 19.07.2019, 06:00 Uhr
Gemeinsam setzen sich die Bürgermeister Mario Löhr (Selm, v.l.), Carsten Grawunder (Drensteinfurt) und Richard Borgmann (Lüdinghausen) dafür ein, dass das LH-Kennzeichen auch im Kreis Warendorf zugelassen wird.
Gemeinsam setzen sich die Bürgermeister Mario Löhr (Selm, v.l.), Carsten Grawunder (Drensteinfurt) und Richard Borgmann (Lüdinghausen) dafür ein, dass das LH-Kennzeichen auch im Kreis Warendorf zugelassen wird. Foto: Nicole Evering

Als eine Herzensangelegenheit bezeichnet es Drensteinfurts Bürgermeister Carsten Grawunder . Als ein Stück Heimatverbundenheit sein Lüdinghauser Amtskollege Richard Borgmann . Und das Selmer Stadtoberhaupt Mario Löhr stellt den Bürgerwillen in den Mittelpunkt. Die drei Bürgermeister haben am Donnerstag im Rathaus in Drensteinfurt ein Schreiben an Landrat Dr. Olaf Gericke unterzeichnet. Inhalt: Im Kreis Warendorf sollen Fahrzeughalter die Möglichkeit bekommen, sich für ein LH-Kennzeichen zu entscheiden.

Vor Jahren schon hat der Gesetzgeber erlaubt, dass auch die Kennzeichen der Altkreise vor der kommunalen Neuordnung wieder vergeben werden dürfen. Im Kreis Warendorf ist seit dem Jahr 2014 statt des WAF- auch das BE-Kennzeichen für den ehemaligen Kreis Beckum erlaubt. Doch davon, so begründete Grawunder seine Unterstützung für diese Initiative, fühlten sich die Drensteinfurter nicht unbedingt repräsentiert. Stattdessen gebe es eine große Verbundenheit zur Nachbarstadt und zum Altkreis Lüdinghausen, dem Teile der Stadt Drensteinfurt, des Kirchspiels Drensteinfurt und Walsteddes bis 1974 angehört haben.

Politik hört nicht an der Kreisgrenze auf. Man muss auch mal über den Tellerrand schauen.

Richard Borgmann

In Lüdinghausen ist das LH- neben dem COE-Kennzeichen seit fünf Jahren erlaubt – auch, wenn es vier Anläufe gebraucht habe, um Landrat und Kreistag zu überzeugen, wie Borgmann erläuterte. In Selm (Kreis Unna) sei dies weitaus pro­blemloser vonstatten gegangen. Lüdinghausen habe im Nachhinein über die Uni Heidelberg eine Umfrage durchführen lassen. Das Ergebnis: 80 Prozent der Bürger finden es gut, zumindest die Wahl zu haben. „Insbesondere die jungen Menschen waren dafür. Sie wollen sich individuell entscheiden können“, so Borgmann. Sein Appell an den Landrat: „Politik hört nicht an der Kreisgrenze auf. Man muss auch mal über den Tellerrand schauen.“ Er verwies zudem auf die zusätzlichen Einnahmen für die Verwaltung: Pro Umkennzeichnung würden rund 80 Euro fällig. In Lüdinghausen habe es davon einige gegeben.

Die drei Verwaltungschefs legten großen Wert auf die Feststellung, dass sie mit ihrer Initiative lediglich den Bürgerwillen umzusetzen versuchten, dass das Schreiben also weder Wahlkampfgetöse noch zum Füllen des Sommerlochs gedacht sei.

Stellungnahme des Landrats

Dass er dem Ansinnen der drei Bürgermeister nicht entsprechen wird, machte der Landrat am Donnerstagabend auf WN-Anfrage in einer kurzen Stellungnahme deutlich: „Seit der Einführung des BE-Kennzeichens im Jahr 2014 sehe ich keinen Bedarf für eine neue Debatte über ein weiteres Kfz-Kennzeichen im Kreisgebiet. Damals ging es um den Altkreis Beckum, dem immerhin sechs Kommunen unseres Kreises angehörten.“ Die Bürgermeister aus Drensteinfurt, Lüdinghausen und Selm nutzten das Sommerloch, um eine erledigte Debatte neu anzufachen. „Kreisverwaltung und Landrat des Kreises Warendorf werden dieses Ansinnen nicht unterstützten. Die Einführung eines Kfz-Kennzeichens, das man mit dem Kreis Coesfeld verbindet, macht im Kreis Warendorf keinen Sinn“, so Gericke.

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