Projekt gegen den Eichenprozessionsspinner
Meisen sollen Raupen einfach fressen

Lüdinghausen -

Der Eichenprozessionsspinner (EPS) ist ein hochaktuelles Thema. Jetzt sollen Blau- und Kohlmeisen als natürliche Feinde helfen, der Raupenplage Herr zu werden. Die Stadt will dazu ein Projekt anstoßen.

Samstag, 20.07.2019, 15:00 Uhr aktualisiert: 21.07.2019, 13:14 Uhr
Gleichsam ein Projektteam im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner (v. l.): Ellen Trudwig, Fachbereichsleiterin Planen und Bauen, Dr. Irmtraud Papke, Leiterin des Biologischen Zentrums, Enrico Zanirato, Bürgermeister Richard Borgmann, Cordula Schürmann (Lehrerin RvW), der städtische Umweltbeauftragte Heinz-Helmut Steenweg und Bernd Heimann (Lehrer RvW).
Gleichsam ein Projektteam im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner (v. l.): Ellen Trudwig, Fachbereichsleiterin Planen und Bauen, Dr. Irmtraud Papke, Leiterin des Biologischen Zentrums, Enrico Zanirato, Bürgermeister Richard Borgmann, Cordula Schürmann (Lehrerin RvW), der städtische Umweltbeauftragte Heinz-Helmut Steenweg und Bernd Heimann (Lehrer RvW). Foto: Stadt Lüdinghausen

Dem Eichenprozessionsspinner (EPS) mit der Blau- und der Kohlmeise zu Leibe rücken: Dieses Ziel hat ein Projekt in Lüdinghausen, das auf Anregung von Enrico Zanirato umgesetzt werden soll. In einer Pressemitteilung schreibt die Stadt, dazu sollten viele Beteiligte ins Boot geholt werden, um „gemeinsam etwas gegen die Ausbreitung der unliebsamen Raupen zu unternehmen“.

Zu einem ersten Gespräch haben sich auf Initiative der Stadt jetzt einige Beteiligte im Rathaus getroffen. „Die Idee ist uns tatsächlich auf dem Schützenfest in Ermen gekommen“, sagte Zanirato laut Pressebericht der Stadt. Die Schützenbrüder hätten sich darüber unterhalten, dass in Groesbeek in Holland Nistkästen aufgehängt werden und Blau- und Kohlmeisen die Raupen fressen. Der Versuch der Niederländer war offenbar erfolgreich, die Verbreitung des Spinners scheint in Groesbeek gestoppt worden zu sein, heißt es in dem Bericht weiter. „Warum sollte man etwas Ähnliches nicht auch in Lüdinghausen auf die Beine stellen können?“

Der städtische Umweltbeauftragte Heinz-Helmut Steenweg war von dem Engagement begeistert. „Die Idee passt ins Konzept der Stadt Lüdinghausen, keine Biozide zu nutzen, sondern die natürlichen Feinde zu fördern“, wird er in dem Bericht zitiert. Wichtig seien neben der Erstellung von Nistkästen auch Insektenhotels. Schließlich müssten die Vögel auch genug zu fressen finden. „So würden wir uns dem Ziel nähern, das biologische Gleichgewicht wieder herzustellen“, freute sich Steenweg laut Mitteilung.

Nun gelte es, möglichst viele Menschen zu finden, die sich beteiligen wollen. Die Caritas-Werkstätten hatten Steenweg schon ihre Hilfe angeboten. Auch das Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg hat bereits seine Mitarbeit zugesagt, schreibt die Stadt. Dort könnten Schüler das Material für die Nistkästen und Insektenhotels zuschneiden und vorbereiten. „Das passt bei uns ins normale Schulprogramm, da die Schüler sowieso den Umgang mit den Maschinen erlernen sollen“, sagte Bernd Heimann, Lehrer für den Bereich Holztechnik, laut Bericht. Auch das Biologische Zentrum gehört zum Arbeitskreis. Leiterin Dr. Irmtraud Papke will die Bausatzzeichnungen an die Schule liefern, um einen Prototypen erstellen zu können.

„Ganz wichtig ist aber, dass die Kästen auch langfristig gereinigt werden“, betonte Steenweg in der Mitteilung. Schön wäre es, wenn Vereine, Organisationen oder andere Interessierte Patenschaften für die Pflege der Kästen in einem bestimmten Bereich der Stadt übernehmen könnten, appelliert die Stadt.

„Wir stehen noch ganz am Anfang des Projekts“, meinte Bürgermeister Richard Borgmann. „Die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt nehmen die Herausforderung gegen den EPS an. Wo andere bislang nur reden, handeln wir. Diese Initiative ist ein bedeutender Schritt zur EPS-Bekämpfung in unserer Stadt. Gleichzeitig können wir noch etwas für die Umwelt und die Förderung des Miteinanders in Lüdinghausen und Seppenrade tun.“

Zum Thema

Nach den Sommerferien will die Stadt weiter über das Projekt informieren. Interessierte haben die Möglichkeit, sich bereits im Vorfeld unter ' 0 25 91/92 62 48 oder per E-Mail (steenweg @stadt-luedinghausen.de) mit Heinz-Helmut Steenweg in Verbindung zu setzen.

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